
Trump erteilt Ukraine Lizenz zur Produktion von Patriot-Raketen auf NATO-Gipfel, aber Produktion könnte Jahre dauern
Präsident Trump kündigte auf dem NATO-Gipfel in Ankara an, dass die USA der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Luftabwehrsystemen erteilen werden – ein lang ersehntes Ziel Kiews. Experten warnen, dass der Produktionsstart aufgrund technologischer und lieferkettenbedingter Hürden Jahre dauern könnte.
Lizenzankündigung auf dem NATO-Gipfel
Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trafen sich am 8. Juli 2026 während des NATO-Gipfels in Ankara. Trump erklärte, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen erteilen würden.
Er fügte hinzu, dass die Ukraine sich nicht mehr über unzureichende Lieferungen beschweren könne, und forderte sie auf: „Macht sie selbst.“Eines der Dinge, über die wir sprechen werden, ist, dass wir Ihnen eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Systemen geben – das ist ziemlich cool.
Selenskyj bestätigte die positive Entscheidung am folgenden Tag und erklärte, er und Trump hätten die Details ausführlich besprochen.
Präsident Trump betonte wiederholt, dass nur zwei oder drei Länder der Welt in der Lage seien, das Patriot-System zu produzieren, weil die anderen technologisch nicht bereit seien. Die Ukraine wurde von den Vereinigten Staaten als ein für diese Aufgabe bereites Land anerkannt.
Experten-Skepsis zum Zeitplan
Trotz des politischen Durchbruchs dämpften Analysten und Verteidigungsexperten die Erwartungen. Bloomberg berichtete, dass der Produktionsstart aufgrund technologischer Herausforderungen und angespannter Lieferketten Jahre dauern könnte. Der PAC-3-Abfangjäger, der ballistische Raketen zerstören kann und etwa 5 Millionen Dollar pro Stück kostet, wird derzeit nur in den USA und Japan produziert. Becca Wasser, Leiterin der Verteidigungsabteilung bei Bloomberg Economics, sagte, dass der Bau einer Patriot-Rakete Jahre dauere, sodass die ukrainische Produktion nicht nach dem erhofften Zeitplan beginnen werde. Strenge US-Kontrollen über sensible Technologien könnten den Prozess weiter verlangsamen.
- Trump äußert positive Haltung zur Patriot-Lizenz beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains.
- Trump kündigt Lizenzvergabe während des NATO-Gipfels in Ankara an.
- Selenskyj bestätigt Details der Lizenzgespräche und bevorstehende Lieferung von PAC-3-Raketen.
- Ukraine erhält PAC-3-Abfangraketen aus den Vereinigten Staaten.
- Erstes Treffen zum ukrainischen Raketenabwehrprojekt Freya findet in Frankreich statt.
Sofortige Raketenlieferungen und europäische Zusammenarbeit
Selenskyj kündigte an, dass die Ukraine in den kommenden Tagen ein Paket mit PAC-3-Raketen aus den USA erhalten werde. Die Ankündigung erfolgt, nachdem Russland Kiew innerhalb einer Woche dreimal angegriffen hatte, mit fast 500 Drohnen und 77 Raketen, darunter 25 ballistische und Hyperschallraketen, wobei mindestens 30 Menschen getötet wurden. Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte fast 40 Länder um Patriot-Raketen aus bestehenden Beständen gebeten.
Auf demselben NATO-Gipfel unterzeichneten die USA ein Abkommen mit Polen, Deutschland, den Niederlanden und Schweden zur Wartung von Patriot-Raketen in Europa. Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz sagte, der Deal könne schließlich zur Produktion auf dem Kontinent führen. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski bezeichnete Trumps Lizenzversprechen als positive Überraschung.
Das sind gute Nachrichten auf mehreren Ebenen, denn die USA zögern, ihre Technologien weiterzugeben, und wenn Effektoren in Europa produziert werden sollen, könnte auch Polen davon profitieren.
Freya: Ukrainisches eigenes Raketenabwehrprojekt
Selenskyj enthüllte auch, dass in den kommenden Tagen ein erstes Treffen zum Freya-Projekt in Frankreich stattfinden werde. Freya ist ein ukrainisches Raketenabwehrsystem, das die Fähigkeiten des Patriot-Systems gegen ballistische Ziele erreichen soll, aber in größerem Maßstab und zu geringeren Kosten produziert werden soll.
Die Initiative wird als europäisches Modell dargestellt, zu dem Führungskräfte und Rüstungsunternehmen zur Teilnahme eingeladen sind.Dieses Projekt ist unser Raketenabwehrsystem, das als Äquivalent zum Patriot-System bei der Bekämpfung ballistischer Ziele gedacht ist, aber in größerem Maßstab und billiger produziert werden soll.
Signal an Moskau und diplomatischer Kontext
Serhij Kyslyzja, erster stellvertretender Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, bezeichnete den Gipfel in Ankara als starkes Signal an Moskau. Er merkte an, dass die Patriot-Lizenz von einer Anfrage beim G7-Gipfel im Juni zu einer klaren positiven Antwort in Ankara fortgeschritten sei. Kyslyzja nannte das Treffen zwischen Selenskyj und Trump eines ihrer besten, mit einem 45-minütigen Gespräch vor Journalisten. Er brachte die Erwärmung der Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine auch mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Verbindung und sagte, die Zusammenarbeit Russlands mit dem Iran habe die amerikanische Aufmerksamkeit verschoben und neue Dynamiken an der ukrainischen Front geschaffen. Selenskyj hatte im Vormonat zwei Telefonate mit Trump und ein trilaterales Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.


