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Regierung·vor 3 Std.

Großbritannien verbietet unter 16-Jährigen soziale Medien und verhängt 20:30-Uhr-Ausgangssperre für ältere Jugendliche

Premierminister Keir Starmer wird voraussichtlich am Montag ein weitreichendes Maßnahmenpaket ankündigen, darunter ein Verbot für unter 16-Jährige, Plattformen wie TikTok und Instagram zu nutzen, sowie eine 20:30-Uhr-Ausgangssperre für 16- bis 18-Jährige.

Die Ankündigung

Die britische Regierung wird am Montagmorgen bestätigen, dass Kindern unter 16 Jahren die Nutzung von zehn großen Social-Media-Plattformen verboten werden soll. Die Liste entspricht dem bereits in Australien geltenden Verbot: TikTok, YouTube, Instagram, Reddit, Facebook, X, Threads, Snapchat, Twitch und Kick. WhatsApp ist ausgenommen, da die Minister es als von gewissem Bildungswert betrachten.

Das Verbot wird von einer 20:30-Uhr-Ausgangssperre begleitet, die unter 18-Jährige von sozialen Netzwerken aussperrt. Zu den weiteren Beschränkungen gehören eine Blockade von verschwindenden Nachrichten und Livestreaming für unter 16-Jährige auf „sichereren“ Seiten, während „hochriskante“ Plattformen für diese Altersgruppe komplett tabu sein werden. Spiele-Apps werden nicht verboten, müssen aber für jüngere Nutzer die Chat-Funktionen mit Fremden deaktivieren, und unter 18-Jährigen wird der Zugang zu romantischen oder sexuellen KI-Chatbots untersagt.

Öffentliche Unterstützung für Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige · %
Zustimmung
90 %
Ablehnung
10 %

Öffentliche Konsultation

Die Maßnahmen folgen einer dreimonatigen Konsultation, die vor zwei Wochen endete. Von den 116.000 Befragten befürworteten 90 Prozent ein vollständiges Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige, und mehr als 83 Prozent sagten, die Risiken sozialer Medien überwögen deren Nutzen. Starmer hat sich auf diese Unterstützung berufen, um die Entscheidung als eine Wahl darzustellen, auf der Seite der Familien zu stehen, „statt eines Status quo, der nicht funktioniert.“

Weitergehend als Australien

Großbritannien würde sich einer wachsenden Zahl von Ländern anschließen, die dem Beispiel Australiens folgen, aber Beamte sagen, das britische Paket gehe weiter. Australiens Verbot zielt auf dieselben zehn Plattformen ab, ohne Ausgangssperren, Chatbot-Beschränkungen oder die anderen abgestuften Schutzmaßnahmen zu verhängen, die nun vorgeschlagen werden. Die Regierung kann bereits bestehende Regulierungsbefugnisse nutzen, um Teile des Plans durchzusetzen, obwohl der Guardian berichtet, dass auch neue Gesetze erforderlich sein könnten.

Kritik und offene Fragen

Nicht alle befürworten weitreichende Verbote. Aktivisten warnen vor unbeabsichtigten Folgen, und Ian Russell, der Vater der Teenagerin Molly Russell, die sich nach dem Ansehen schädlicher Online-Inhalte das Leben nahm, sagte der BBC, er wäre „bestürzt“, wenn solche Verbote in Kraft träten. Datenschutzaktivisten haben zudem Altersverifikationsgesetze und pauschale Verbote kritisiert, da sie möglicherweise die Privatsphäre der Nutzer verletzen und Jugendliche isolieren könnten, während die Vorteile für die psychische Gesundheit unbewiesen seien.

Wie wir Kinder online schützen, ist eine der größten Debatten unserer Zeit. Als Vater weiß ich, dass jeder Elternteil möchte, dass sein Kind sicher und glücklich aufwächst. Es geht um die Frage, auf wessen Seite wir stehen: auf der Seite der Familien im ganzen Land oder eines Status quo, der nicht funktioniert.

Wie es weitergeht

Die vollständigen technischen und rechtlichen Details werden dargelegt, wenn Starmer am Montag seine Rede hält, die auch den Auftakt einer entscheidenden Woche für seine Amtszeit vor dem G7-Gipfel markiert. Die Ankündigung wird voraussichtlich einen Zeitplan für die Umsetzung enthalten und klarstellen, wie die Regierung den Durchsetzungsrahmen für die verschiedenen Plattformen und Altersgruppen ausrollen will.

London

4 Quellen

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