
Starmer kündigt totales Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige an – Gesetz bis Weihnachten, Umsetzung im Frühjahr 2027
Keir Starmer hat Pläne vorgestellt, Kindern unter 16 Jahren den Zugang zu allen großen sozialen Plattformen zu verwehren, um sie vor psychischen Belastungen und Suchtgefahren zu schützen. Technologieunternehmen drohen Bußgelder, sollten sie bis zum Frühjahr 2027 keine strengen Alterskontrollen umsetzen.
Premierminister kündigt Verbot an
Premierminister Keir Starmer gab am Montag bekannt, dass das Vereinigte Königreich soziale Medien für alle Kinder unter 16 Jahren verbieten wird. Er bezeichnete die Maßnahme als einen wesentlichen Schritt zum Schutz der psychischen Gesundheit junger Menschen. Bei einer Pressekonferenz in der Downing Street erklärte Starmer, die Plattformen seien „darauf ausgelegt, süchtig zu machen“ und würden Kinder unglücklich machen.
Wir gehen weiter als jedes andere Land der Welt, indem wir soziale Medien für unter 16-Jährige verbieten und umfassendere Schutzmaßnahmen einführen, um Kindern ihre Kindheit zurückzugeben.
Der Schritt folgt auf eine öffentliche Konsultation, die 116.000 Antworten hervorbrachte, wobei 91 % der Eltern ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien befürworten.
- Dafür
- 91 %
- Dagegen/Sonstige
- 9 %
Was das Verbot umfasst
Das Verbot gilt für Snapchat, TikTok, YouTube, Instagram, Facebook und X, nimmt jedoch Nachrichtendienste wie WhatsApp und Signal aus. Plattformen werden verpflichtet, eine Altersverifizierung zu implementieren. Die Kommunikationsregulierungsbehörde Ofcom wurde beauftragt, robuste und faire Methoden festzulegen, die möglicherweise auch Gesichtserkennungstechnologien umfassen könnten. Bei Verstößen haften die Technologieunternehmen, nicht die Kinder.
Zusätzliche Einschränkungen und nächste Schritte
Neben dem Social-Media-Verbot plant die Regierung weltweit führende Einschränkungen für Livestreaming und die Kommunikation zwischen Fremden und Kindern auf Gaming- und Streaming-Diensten; Standardschutzmaßnahmen werden zudem auf 16- und 17-Jährige ausgeweitet. KI-Chatbots, die romantische oder sexuelle Beziehungen simulieren, werden auf Nutzer über 18 Jahren beschränkt. Weitere Maßnahmen, darunter nächtliche Ausgangssperren und erzwungene Pausen beim „Infinite Scrolling“ für unter 18-Jährige, werden im Juli detailliert vorgestellt. Die gesetzgeberischen Meilensteine sind in einem Zeitplan festgelegt.
- Starmer kündigt das Verbot an und skizziert die Durchsetzungsprinzipien
- Regierung legt detaillierte Vorschläge zu nächtlichen Ausgangssperren und Pausen beim Infinite Scrolling für unter 18-Jährige vor
- Gesetzgebung soll bis Weihnachten verabschiedet werden
- Verbot tritt in Kraft, Altersverifizierung ab Frühjahr 2027 durchgesetzt
Reaktion und Kritik
Die oppositionellen Konservativen kritisierten das Verbot als „zu spät“, während YouTube warnte, dass ein pauschales Verbot Kinder in weniger sichere Bereiche des Internets drängen könnte. Der australische Premierminister Anthony Albanese, der letztes Jahr ein ähnliches Verbot einführte, gratulierte Starmer und betonte die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit bei der Rechenschaftspflicht der Plattformen.
Die Social-Media-Giganten agieren über nationale Grenzen hinweg. Indem wir vereint bleiben, können wir mehr tun, um sie zur Verantwortung zu ziehen und Minderjährige online zu schützen.
Der Herzog und die Herzogin von Sussex begrüßten die Ankündigung als „einen willkommenen Schritt nach vorn“, drängten jedoch auf tiefergreifende Veränderungen. Sie betonten, dass sicherere Plattformen bereits bei der Entwicklung konzipiert werden müssten und die Last nicht allein bei den Eltern liegen dürfe.
Stärkere Schutzmaßnahmen sind besser als Untätigkeit, und die heutige Ankündigung ist ein willkommener Schritt nach vorn.
Politisches Timing
Die Ankündigung erfolgte drei Tage vor einer entscheidenden Wahl zum Parteivorsitz für Starmer, dessen Position intern zunehmend unter Druck steht. Indem er das Verbot als bedeutende Intervention für Familien darstellte, versuchte der Premierminister, eine klare kulturelle Linie beim Schutz von Kindern im Internet zu ziehen.


