Regierung · Paris
Frankreich ordnet Ausweisung der russischen Journalistin Xenia Fedorova an und friert ihre Vermögenswerte ein; sie beklagt Zensur
Xenia Fedorova, ehemalige Leiterin von RT France und heute regelmäßige Kommentatorin in Vincent Bollorés Medienhäusern, erhielt am Mittwoch eine Ausweisungsverfügung und wurde unter Hausarrest gestellt; am Freitag fror die Regierung ihre Vermögenswerte für sechs Monate ein und beschuldigte sie, Kremlpropaganda zu verbreiten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Franceinfo, EL PAÍS, POLITICO und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Fedorova wurde am 29. Juli eine Ausweisungsverfügung zugestellt und unter Hausarrest gestellt; sie muss sich täglich bei der Polizei melden.
Am 31. Juli fror die Regierung ihre Vermögenswerte für sechs Monate ein, um weitere Einmischungen zu verhindern.
Innenminister Laurent Nuñez sagte, ihre Äußerungen reproduzierten systematisch Kremlpropaganda zur Ukraine und zur Rolle Frankreichs.
Fedorova verurteilte die Maßnahmen als politische Zensur und kündigte an, sie vor Gericht anzufechten.
Ihre Arbeitgeber Canal+ und Lagardère bezeichneten die Ausweisung als einen besonders schwerwiegenden Angriff auf die Meinungsfreiheit und den Pluralismus der Meinungen.
Rechtsextreme Persönlichkeiten Thierry Mariani und Florian Philippot kritisierten die Ausweisung, während Bollorés eigene Medienhäuser weitgehend schwiegen.
- 28.07.Innenminister Laurent Nuñez unterzeichnet Ausweisungsverfügung
- 29.07.Verfügung zugestellt; Fedorova unter Hausarrest gestellt, muss sich täglich bei der Polizei melden
- 31.07.Regierung friert ihre Vermögenswerte für sechs Monate ein
Die Ausweisungsverfügung
Am 28. Juli unterzeichnete Innenminister Laurent Nuñez eine Ausweisungsverfügung gegen Xenia Fedorova, eine 45-jährige russische Journalistin und ehemalige Direktorin des vom Kreml finanzierten RT France. Die Verfügung wurde ihr am darauffolgenden Tag, dem 29. Juli, zugestellt, und sie wurde sofort in ihrer Pariser Wohnung unter Hausarrest gestellt, mit der Auflage, sich täglich bei der Polizei zu melden. In dem Erlass heißt es, ihr Verhalten bedrohe die „grundlegenden Interessen des Staates“ und stelle eine „besonders schwere und aktuelle Gefahr für die öffentliche Ordnung“ dar.
Vermögenssperre
Am 31. Juli veröffentlichte die Regierung ein Dekret, das Fedorovas Vermögen für sechs Monate einfriert, eine Maßnahme, die das Finanzministerium mit dem Ziel begründete, „weitere Einmischungen zu verhindern“. Die Sperre verbietet Dritten, ihr oder von ihr kontrollierten Unternehmen Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die Anordnung kann durch ein neues Dekret verlängert werden.
Fedorovas Reaktion
Fedorova verurteilte die Schritte als „politischen Druck“ und „Zensur von Meinungen, die nicht mit der offiziellen Erzählung übereinstimmen“. In einem Beitrag in den sozialen Medien sagte sie, sie lebe seit fast einem Jahrzehnt in Frankreich, zahle Steuern und habe lediglich ihre Meinung als Journalistin geäußert. Ihr Anwalt Emmanuel Piwnica nannte die Vermögenssperre eine „offensichtlich rechtswidrige Maßnahme“, die „die gezielte Verfolgung ihrer Person bestätigt“, und fügte hinzu, sie sei „nicht besser begründet als ihre Ausweisung“. Fedorova kündigte an, beide Entscheidungen vor Gericht anzufechten.
Rechtfertigung der Regierung
Innenminister Nuñez verteidigte die Ausweisungsverfügung als „sehr gut begründet“ und verwies auf zahlreiche Äußerungen Fedorovas, die „systematisch Kremlpropaganda“ über die Rolle Frankreichs, die Lage in der Ukraine und die Gründe für die russische Invasion reproduzierten. Er betonte, die Verfügung „sei kein Angriff auf die Meinungsfreiheit“. Außenminister Jean-Noel Barrot hatte sie bereits im Mai als „engagierte Propagandistin“ bezeichnet, die Wladimir Putins Agenda fördere. Die Behörden werfen ihr vor, als Mittlerin für Desinformationskampagnen zu fungieren, die von russischen Behörden orchestriert werden, um die öffentliche Ordnung zu destabilisieren und das Vertrauen in französische Institutionen zu untergraben.
Reaktionen
Fedorovas Arbeitgeber Canal+ und Lagardère gaben eine gemeinsame Erklärung heraus, in der sie sagten, dass die Verhinderung ihrer Teilnahme an der öffentlichen Debatte „einen besonders schwerwiegenden Angriff auf die Meinungsfreiheit und den Pluralismus der Meinungen darstellen würde“. Die Financial Times berichtete, sie seien „fassungslos“ über die Entscheidung. Unterdessen schwiegen Bollorés eigene Nachrichtensender – CNews, Europe 1 und der JDD – weitgehend zu der Affäre. Auf der politischen Rechten warf Thierry Mariani, RN-Mitglied des Europäischen Parlaments, der Regierung vor, „eine der seltenen abweichenden Stimmen in der französischen Presse“ zum Schweigen bringen zu wollen, und Florian Philippot, Vorsitzender der Patrioten und regelmäßiger CNews-Gast, nannte die Ausweisung „völligen Wahnsinn“.
Hintergrund und Kontroverse
Fedorova kam 2017 nach Frankreich, um RT France zu gründen, das im März 2022 nach der groß angelegten Invasion Russlands in der Ukraine in der gesamten EU verboten wurde. Nachdem der Sender im Januar 2023 vom Netz ging, fand sie eine neue Plattform in Vincent Bollorés Medienimperium und wurde regelmäßige Kommentatorin bei CNews, Europe 1 und JDNews. Ihre Aufenthaltserlaubnis wurde 2024 um zehn Jahre verlängert; Innenminister Laurent Nuñez sagte später, die Verlängerung sei eine Routineangelegenheit für Ausländer, die seit Jahren legal in Frankreich lebten, ohne staatliches Eingreifen. Die Kontroverse brach Ende Mai 2026 aus, als Le Monde ihren wachsenden Einfluss auf Bolloré und die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis enthüllte, was zentristische EU-Abgeordnete zu Sanktionsforderungen veranlasste. Ein Mittagessen, das vom von Bolloré gegründeten Institut de l'espérance um die gleiche Zeit veranstaltet wurde, brachte etwa hundert Gäste zusammen, darunter Landwirtschaftsministerin Annie Genevard und François Durvye, Wirtschaftsberater des RN-Vorsitzenden Jordan Bardella. Fedorova ist bereits die Einreise nach Deutschland verwehrt, wie eine mit dem Fall vertraute Quelle mitteilte.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- FranceinfoXenia Fedorova dénonce "une pression politique" après l'arrêté d'expulsion et le gel de ses avoirs par le gouvernement
- EL PAÍSFrancia ordena la expulsión de Xenia Fedorova, exdirectora de Russia Today en el país, y congela sus activos
- POLITICOPro-Kremlin TV star decries 'censorship' after France orders expulsion
- SIC NotíciasJornalista russa residente em França recusa expulsão e acusa Paris de censura e pressão políticas
- Laurent Nuñez
- Französischer Innenminister, der die Ausweisungsverfügung unterzeichnete
- Vincent Bolloré
- Französischer Milliardär und Medienbesitzer, dessen Häuser Fedorova beschäftigen
- Jean-Noel Barrot
- Französischer Außenminister, der Fedorova als engagierte Propagandistin bezeichnete
- Thierry Mariani
- Mitglied des Europäischen Parlaments für das Rassemblement National, das die Ausweisung kritisierte
- Florian Philippot
- Vorsitzender der Patrioten und regelmäßiger CNews-Gast, der die Ausweisung als völligen Wahnsinn bezeichnete
- Annie Genevard
- Französische Landwirtschaftsministerin, die im Mai 2026 an einem Mittagessen mit Fedorova teilnahm
- Jordan Bardella
- Vorsitzender des Rassemblement National
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