
Ugandas Militärchef schließt führende unabhängige Mediengruppe und erklärt, er glaube nicht an Pressefreiheit
General Muhoozi Kainerugaba, Sohn von Präsident Museveni, ließ Soldaten die Büros des Daily Monitor und von NTV Uganda umstellen und erklärte, er glaube nicht an eine freie Presse und dass alle Medien die Regeln befolgen müssten.
Die Schließung
Am Sonntag umstellten Soldaten die Büros der Nation Media Group in Kampala, Ugandas größtem unabhängigen Medienunternehmen. Die Zeitung Daily Monitor, NTV Uganda, Spark TV sowie die Radiosender Dembe FM und KFM wurden vom Netz genommen. Mitarbeitern wurde das Betreten oder Verlassen des Geländes untersagt. Ein leitender NTV-Journalist sagte der AFP, dass diejenigen, die über Nacht gearbeitet hatten, vom Militär zum Verlassen aufgefordert wurden. Lokale Medien berichteten, dass auf den Sendungen die Meldung „Video nicht verfügbar“ eingeblendet wurde.
Kainerugabas Erklärung
General Muhoozi Kainerugaba, der Armeechef und Sohn von Präsident Yoweri Museveni, kündigte die Schließungen auf der Social-Media-Plattform X an.
Ich glaube NICHT an eine freie Presse! Die Presse sollte von Kader der Revolution geleitet werden.
Er sagte, die Sender würden ohne seine Erlaubnis nicht wieder öffnen und dass alle Medien in Uganda nun die Regeln befolgen müssten. Kainerugaba fügte hinzu, dass sein Vater die Aktion gebilligt habe.
Breitere Repressionswelle
Die Medienschließung ist die jüngste in einer Reihe repressiver Maßnahmen Kainerugabas, der in den letzten Monaten Verhaftungen von Politikern und Aktivisten angeordnet hat. Viele Beobachter sehen ihn in der Position, seinen 81-jährigen Vater zu beerben, der im Januar eine umstrittene siebte Amtszeit gewann. Kainerugaba hat eine Geschichte kontroverser Beiträge, darunter Drohungen, Oppositionsführer Bobi Wine zu enthaupten. Am Sonntag schrieb er, die Schließungen seien „erst der Anfang“ und dass viele weitere Verhaftungen folgen würden.
Reaktionen
Das Committee to Protect Journalists verurteilte die Aktion.
Der Einsatz staatlicher Sicherheitskräfte zur Durchführung öffentlich angekündigter Drohungen gegen unabhängige Medien ist eine äußerst besorgniserregende Eskalation.
Uganda belegte im Pressefreiheitsindex 2025 von Reporter ohne Grenzen Platz 143 von 180 Ländern. Regierungssprecher Alan Kasujja und Susan Nsibirwa, der geschäftsführende Direktor von Nation Media Group in Uganda, reagierten nicht auf Anfragen nach einem Kommentar.
Historischer Kontext
Dies ist nicht das erste Mal, dass der Daily Monitor ins Visier genommen wird. 2013 stellte die Regierung ihn für 10 bis 13 Tage still, nachdem er über angebliche Pläne zur Vorbereitung Kainerugabas auf die Präsidentschaft berichtet hatte. Die aktuelle Schließung ist weitaus umfassender und betrifft auch Fernseh- und Radiosender.

