
FIFA plant 20-Milliarden-Dollar-WM-Kommerzgesellschaft mit Minderheitsbeteiligung; UEFA sagt 'niemand besitzt Fußball'
Tage nach dem Ende der WM 2026 bestätigte die FIFA ein Projekt, ihre kommerziellen Rechte in einer neuen 20-Milliarden-Dollar-Gesellschaft zu bündeln und externe Investoren zur Übernahme einer Minderheitsbeteiligung einzuladen; die UEFA warnte sofort, dass dieser Schritt 'eine Grenze überschreitet'.
Der FFE-Plan
Die FIFA gab am 28. Juli bekannt, dass sie die FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen wird, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die ihre kommerziellen Rechte – Rundfunk, Sponsoring, Ticketing und Lizenzierung – sowie die operative Umsetzung ihrer Turniere bündeln soll. Das Unternehmen wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt, und der Verband plant, eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 20-30 % an externe Investoren zu verkaufen, mit dem Ziel, bis Ende 2026 4,2 Milliarden Dollar einzunehmen. Die FIFA würde die Mehrheit im Vorstand und die 'alleinige Autorität' über die Fußball-Governance, Wettbewerbe, den Spielkalender und alle sportlichen Regeln behalten.
Gianni Infantino, der FIFA-Präsident, hatte die Ambition bereits im April auf dem FIFA-Kongress in Kanada dargelegt und erklärt, die Organisation habe die 'Verantwortung, das kommerzielle Potenzial und die Chancen der FIFA zu erschließen.' Der Plan wurde zuerst von der Times berichtet und später in einer FIFA-Erklärung bestätigt. Zu den ausgewählten Investoren gehört Thrive Eternal, eine neue Strategie der Risikokapitalgesellschaft Thrive Capital, und die Bank JP Morgan fungiert als Finanzberater. Bob Iger, ehemaliger Disney-CEO, und Greg Maffei, ehemaliger Liberty Media-CEO, kommen als Berater hinzu.
UEFA's scharfe Verurteilung
Der europäische Fußballverband UEFA gab innerhalb weniger Stunden eine deutliche Erklärung ab und erklärte, das Projekt 'überschreite eine Grenze, die die Institutionen, die den Fußball regieren, niemals überschreiten sollten.' Er forderte alle nationalen Verbände, Ligen, Vereine, Spieler, Fans und Regierungen auf, den Plan ernst zu nehmen.
Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine handelbaren Vermögenswerte, insbesondere bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es liegt nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen.
Trump-Kushner-Verbindungen
Die Beteiligung von Thrive Capital, gegründet von Joshua Kushner, dem Bruder von Jared Kushner (Donald Trumps Schwiegersohn), hat die Kontroverse verschärft. Laut der Times hatte das Projekt bereits die Zustimmung von Präsident Trump. Thrive Eternal, das Investmentvehikel, erwarb in diesem Jahr eine Minderheitsbeteiligung an den San Francisco Giants der Major League Baseball. Die Allianz kommt direkt nach einer WM, die die politischen und persönlichen Beziehungen zwischen Trump und Infantino vertieft hat, und schürt die Verdächtigungen der UEFA.
Finanzieller Anreiz für Mitgliedsverbände
Die FIFA plante derzeit, im Zyklus 2027-2030 etwa 2,7 Milliarden Dollar an ihre 211 Mitgliedsverbände zu verteilen. Unter der neuen Struktur erwartet sie, in den nächsten vier Jahren einen Fonds von über 10 Milliarden Dollar anzusammeln. Jeder Verband würde Zugang zu bis zu 20 Millionen Dollar an einmaligem Kapital durch ein optionales FIFA Fast Forward Programme (FFFP) erhalten, gegenüber zuvor etwa 8 Millionen Dollar.
- Aktueller Plan
- 2.7 Milliarden USD
- Vorgeschlagen unter FFE
- 10 Milliarden USD
Was als Nächstes passiert
Der Plan bedarf der Zustimmung des FIFA-Kongresses, der aus den 211 Mitgliedsverbänden besteht, und einer Änderung der Statuten des Verbandes. Der heftige Widerstand der UEFA unter der Führung von Aleksander Čeferin bereitet die Bühne für einen langwierigen Kampf um die kommerzielle Zukunft der beliebtesten Sportart der Welt.
- Die Times berichtet über Infantinos Plan, die WM-Kommerzrechte zu privatisieren
- FIFA gibt eine Erklärung ab, in der sie bestätigt, dass sie FFE und einen Minderheitsverkauf prüft
- UEFA veröffentlicht eine Erklärung, die das Projekt verurteilt


