Sturzfluten in Afghanistan töten mindestens 20 in Nuristan, über 100 Vermisste, darunter Bürgermeister von Parun
Schwere Überschwemmungen haben am Montag die Provinz Nuristan im Nordosten Afghanistans heimgesucht. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde kamen dabei mindestens 20 Menschen ums Leben, 80 wurden verletzt und mehr als 100 Einwohner in der Provinzhauptstadt Parun werden vermisst.
Was passiert ist
Sturzfluten, ausgelöst durch starke Regenfälle, haben am Montag die abgelegene nordöstliche Provinz Nuristan in Afghanistan heimgesucht. Die afghanische nationale Katastrophenschutzbehörde bestätigte, dass mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 80 weitere in der Provinz verletzt wurden. Die Provinzhauptstadt Parun trug die Hauptlast der Zerstörung. Feraidon Samim, ein Sprecher des Gouverneurs von Nuristan, erklärte, dass allein in der Stadt 105 Menschen vermisst werden, neun Leichen wurden bisher geborgen. Zu den Vermissten gehören der Bürgermeister von Parun und mehrere andere Regierungsbeamte.
Ashiqullah Safi, der Leiter einer in Parun ansässigen NGO, schilderte Journalisten die Lage. Die Flut habe „die Stadtverwaltung vollständig zerstört", einschließlich Hotels und Dutzender Geschäfte. Er berichtete, dass die reißenden Wasser große Felsbrocken in der Stadt hinterlassen hätten und die Bewohner ohne Ausrüstung nach den Vermissten suchten. Der Guardian merkte an, dass ein Markt, Geschäfte und andere Gebäude nahe am Flussufer von Parun lagen, was sie sehr anfällig machte.
Offizielle Reaktion
Die nationale Katastrophenschutzbehörde räumte „schwere finanzielle und menschliche Verluste" in Parun ein und erklärte, dass Rettungsoperationen im Gange seien, um die Verletzten und die Leichen der Getöteten zu bergen. Zabihullah Mujahid, der Chefsprecher der afghanischen Regierung, postete auf X, um die Berichte über Tote und Sachschäden in Nuristan zu bestätigen.
Breiteres Überschwemmungsmuster
Bereits Anfang Juli hatte Matiul Haq Khalis, der Leiter der afghanischen Umweltschutzbehörde, davor gewarnt, dass die Überschwemmungen im Land zugenommen hätten. Er sagte, Umweltprobleme „hätten das afghanische Volk schwer getroffen und zu einer humanitären Krise im Land beigetragen." Der Guardian fügte in seinem Bericht hinzu, dass extreme Niederschläge weltweit aufgrund der vom Menschen verursachten Klimakrise häufiger und intensiver geworden seien, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen könne, was zu stärkeren Regenfällen führe.
Die betroffene Region
Nuristan ist eine abgelegene Provinz im Osten Afghanistans, die an Pakistan grenzt. Die Hauptstadt Parun liegt in einer Bergregion, in der viele Gebäude direkt am Flussufer errichtet sind – ein Faktor, der die Zerstörung verstärkte, als der Wasserstand am Montag plötzlich anstieg.
- Der Leiter der afghanischen Umweltschutzbehörde, Matiul Haq Khalis, sagt, die Überschwemmungen im Land hätten zugenommen.
- Sturzfluten treffen die Provinz Nuristan. Die nationale Katastrophenschutzbehörde bestätigt mindestens 20 Tote, über 80 Verletzte und mehr als 100 Vermisste in Parun.
- Rettungs- und Bergungsarbeiten beginnen in Parun. Die Bewohner suchen ohne Ausrüstung nach den Vermissten, während die Infrastruktur zerstört ist.
- Der Chefsprecher der Regierung, Zabihullah Mujahid, postet auf X und bestätigt Tote und Sachschäden in Nuristan.


