
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 1.719 – Rettungskräfte kämpfen mit Engpässen und logistischen Problemen
Die beiden Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5, die am 24. Juni den Norden Venezuelas erschütterten, haben mindestens 1.719 Menschen getötet, über 5.000 verletzt und fast 16.000 obdachlos gemacht. Die UN schätzt, dass mehr als 50.000 Menschen vermisst werden.
Das Doppelbeben
Am Abend des Mittwochs, 24. Juni, wurde der Norden Venezuelas von zwei schweren Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttert, wie der US Geological Survey mitteilte. Die Beben verursachten großflächige Zerstörungen und beschädigten oder zerstörten über 770 Gebäude. Es folgten etwa 30 Nachbeben, darunter ein Beben der Stärke 4,6 am Montag nördlich von Caracas, das keine weiteren Schäden verursachte.
Steigende Opferzahlen
Bis Montag, 29. Juni, war die Zahl der Toten auf 1.719 gestiegen, gab der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, bekannt. Die Zahl der Verletzten stieg auf 5.034, und fast 16.000 Menschen wurden obdachlos. Rodríguez bezeichnete das Ereignis als
Die Vereinten Nationen schätzen, dass mehr als 50.000 Menschen weiterhin vermisst werden. Am Sonntag, als die Bilanz 1.450 Tote und 3.150 Verletzte betrug, warnten Experten, dass die Zahlen wahrscheinlich stark steigen würden.die schlimmste Katastrophe in unserer Geschichte.
- Zwei Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttern den Norden Venezuelas.
- Präsident Rodríguez meldet 1.450 Tote, 3.150 Verletzte; UN schätzt über 50.000 Vermisste.
- Retter befreien Vater, Sohn und 60-jährige Frau aus den Trümmern.
- Zahl der Toten steigt auf 1.719; Verletzte auf 5.034; fast 16.000 Obdachlose.
- Nachbeben der Stärke 4,6 nördlich von Caracas, keine neuen Schäden.
Rettung und Hoffnungsmomente
Rettungsteams, viele davon aus dem Ausland, suchten weiter nach Überlebenden, während es an Ausrüstung, Treibstoff und Personal mangelte. In einigen Städten waren nur wenige Feuerwehrleute im Einsatz, und Freiwillige gruben mit bloßen Händen durch Trümmer. Am Sonntag befreiten Retter aus den USA, Frankreich und Venezuela einen Vater und seinen Sohn nach 12-stündiger mühsamer Arbeit durch instabiles Geröll. Ein salvadorianisches Team mit peruanischen Feuerwehrleuten rettete eine 60-jährige Frau, die 86 Stunden eingeschlossen war.
Viele verlieren die Hoffnung. Man kann es in ihren Gesichtern sehen. Wenn jemand gerettet wird, dieser Vater und sein Sohn, ist das mehr als ein Schimmer – es ist echte Hoffnung für die Menschen.
Überforderte Dienste und logistische Pannen
Krankenhäuser, die bereits unter Medikamenten- und Personalmangel litten, waren schnell überfordert. Berichten zufolge wurden Patienten wegen fehlender Tragen auf dem Boden behandelt, und einige Privatkliniken verweigerten die Behandlung, es sei denn, sie wurde im Voraus bezahlt. Probleme im Stromnetz verschärften die Krise und legten den Krankenhausbetrieb und die Kommunikation lahm. Die einzige Straße, die Caracas mit dem am stärksten betroffenen Bundesstaat La Guaira verbindet, wurde durch Privatfahrzeuge und Hilfslaster blockiert, sodass Krankenwagen nicht passieren konnten.
Reaktion der Regierung und internationale Hilfe
Die Regierung erklärte La Guaira zur militarisierten Zone und beschränkte den Zugang auf autorisiertes Personal. Dies führte zu Spannungen zwischen Bewohnern und Soldaten, die das Gebiet bewachten, aber nicht halfen, die Trümmer zu durchsuchen. Rodríguez erklärte, dass 74.000 Familien Hilfe erhalten hätten und 7,2 Millionen Kilogramm Lebensmittel verteilt worden seien. 17 Flugzeuge mit über 1.600 Rettern trafen aus Ländern wie El Salvador, Mexiko und der Dominikanischen Republik ein, während auch die Schweiz und die US-Marine Unterstützung leisteten. Bis Sonntag waren etwa 2.700 ausländische Retter im Einsatz, doch das Ausmaß der Katastrophe überforderte alle Bemühungen.


