
Uber bietet 14,8 Milliarden Dollar für Delivery Hero – schafft größten Essenslieferdienst außerhalb Chinas
Das Barangebot von 41,50 Euro pro Aktie bewertet das deutsche Unternehmen mit knapp 13 Milliarden Euro und würde Ubers globale Präsenz auf fast 99 Märkte verdoppeln.
Uber hat am Donnerstag ein formelles öffentliches Angebot zur Übernahme des deutschen Essenslieferunternehmens Delivery Hero vorgelegt, ein Deal, der die globale Lieferlandschaft neu gestalten würde. Das reine Barangebot bewertet Delivery Hero mit rund 14,8 Milliarden Dollar Eigenkapital, knapp 13 Milliarden Euro, und würde die größte Essenslieferplattform außerhalb Chinas schaffen.
Angebotsdetails und Aktionärsunterstützung
Uber bietet 41,50 Euro pro Aktie, eine Prämie von rund 34 % auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Die Aktien von Delivery Hero schlossen am Mittwoch bei 38,18 Euro. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahme von 50 % plus einer Aktie. Uber hatte sich bereits einen Anteil von knapp 37 % einschließlich Derivaten gesichert, und der Großaktionär Prosus erklärte sich bereit, seine 17 %-Beteiligung zu verkaufen. Delivery Hero bestätigte am Dienstag, dass es sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Uber befand.
Globale Präsenz und Wettbewerbsdruck
Die Übernahme würde die Anzahl der Märkte, in denen Uber sowohl Mobilitäts- als auch Lieferdienste anbietet, nahezu verdoppeln und seine Reichweite auf 99 Länder in Europa, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika ausdehnen. Das kombinierte Unternehmen hätte laut Corriere della Sera einen Pro-forma-Bruttowarenwert von 236 Milliarden Dollar für 2025. Der Schritt ist teilweise eine Reaktion auf die Expansion des US-Konkurrenten DoorDash, der seine Position durch eine Reihe von Übernahmen gefestigt hat.
Gemeinsam werden wir die Anzahl der Märkte, in denen wir sowohl Mobilitäts- als auch Lieferdienste anbieten, nahezu verdoppeln und eine bewährte Plattform skalieren, von der wir glauben, dass sie für unsere Kunden und Aktionäre langfristig bedeutenden Wert schaffen wird.
Kartellrechtliche Hürden und der SSW-Seitendeal
Angesichts der Überschneidungen in den Geschäften der beiden Unternehmen wird der Deal voraussichtlich auf regulatorische Prüfung stoßen. Um dem entgegenzuwirken, hat sich Delivery Hero bereit erklärt, sein Geschäft in 14 Märkten, in denen Uber Eats bereits aktiv ist, für rund 1,6 Milliarden Dollar an die in New York ansässige Investmentfirma SSW Partners zu verkaufen. Die Veräußerung soll den Weg für die kartellrechtliche Freigabe ebnen. Die Transaktion bedarf zudem der Genehmigung der deutschen Finanzaufsicht BaFin.
- Delivery Hero bestätigt fortgeschrittene Verhandlungen mit Uber
- Uber gibt öffentliches Übernahmeangebot zu 41,50 Euro pro Aktie ab
- Voraussichtlicher Abschluss der Übernahme, vorbehaltlich kartellrechtlicher Genehmigung und BaFin-Zustimmung
Finanzielle Konstruktion und Synergieerwartungen
Uber plant, die Übernahme mit verfügbaren Barmitteln und neuen Schulden zu finanzieren, darunter eine Brückenfinanzierung von rund 14 Milliarden Euro. Das Unternehmen erwartet, dass der Deal ab Abschluss den Gewinn pro Aktie steigert. Uber rechnet damit, den Betriebsgewinn von Delivery Hero um 1,2 Milliarden Dollar zu steigern, was etwa 30 % der Betriebsausgaben des deutschen Unternehmens im letzten Jahr entspricht. Ein Teil dieses Gewinns soll aus Cross-Selling resultieren: Uber gibt an, dass seine plattformübergreifenden Nutzer etwa dreimal so viele Bruttobuchungen und Gewinne erzielen wie Nutzer nur eines Produkts.
Uber's globale Mobilitäts- und Lieferplattform und unser gemeinsames Engagement für Innovation machen dies zu einer idealen Partnerschaft, um die Stärken von Delivery Hero im lokalen Essensliefer- und Quick-Commerce-Segment zu konsolidieren und unsere 'Everyday App'-Strategie zum Nutzen unserer Kunden voranzutreiben.
Abschlusszeitplan und deutsche Zusagen
Uber hat zugesagt, den Hauptsitz und die Belegschaft von Delivery Hero in Berlin bis mindestens 2029 zu erhalten und in den nächsten fünf Jahren 2 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Die Übernahme soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.


