
KRRiT rügt TVN wegen Immobilienreportage 'Cenne marzenia' – Sender hat 14 Tage Zeit für Stellungnahme
Der polnische Landesrat für Rundfunk und Fernsehen (KRRiT) hat TVN wegen einer Immobilienmarkt-Reportage vom März 2026 gerügt, in der eine Mitarbeiterin von Dekpol Deweloper als gewöhnliche junge Käuferin dargestellt wurde. Bei der Aufsichtsbehörde gingen mehr als 200 Beschwerden ein.
Die Rüge
Der Landesrat für Rundfunk und Fernsehen (KRRiT) hat eine Rüge gegen TVN wegen der Reportage 'Cenne marzenia' von Dominika Ziółkowska ausgesprochen, die am 14. März 2026 im Nachrichtenmagazin Fakty ausgestrahlt wurde. Die Aufsichtsbehörde wirft der Reporterin vor, bei der Vorbereitung des Beitrags nicht die gebotene Sorgfalt walten gelassen zu haben. Die Reportage über den Immobilienmarkt in Polen wurde auf einer Immobilienmesse in Gdynia gedreht. Berichten zufolge hat TVN 14 Tage Zeit für eine Stellungnahme.
- Reportage 'Cenne marzenia' in Fakty ausgestrahlt
- Beschwerdeführer erhalten KRRiT-Brief von Anna Szydłowska-Żurawska
- Rüge gegen TVN in polnischen Medien berichtet
Wer auf dem Bildschirm zu sehen war
Der Beitrag präsentierte einen Mann und eine Frau als junges Paar, das seine erste Wohnung sucht. Internetnutzer identifizierten die Frau schnell als Sales-Support-Spezialistin bei Dekpol Deweloper. Das Unternehmen erklärte, sie habe die Messe in ihrer Freizeit privat mit ihrem Ehemann besucht und als Privatperson gesprochen, die am Kauf einer Wohnung interessiert sei. Es bestritt, dass der Beitrag inszeniert, werblich oder eine Form verdeckter Werbung gewesen sei, und erklärte, ihre Äußerungen seien spontan und auf Bitte der Reporterin erfolgt. Zudem trat ein Mann auf, der auf dem Bildschirm als Vertreter des 'Instytut Dewelopera' vorgestellt wurde; die Aufsichtsbehörde stellte jedoch fest, dass keine Einrichtung dieses Namens in den Registern CEIDG oder KRS verzeichnet ist, und wertete die Berufung auf ihn als groben Fehler.
Beschwerden und Feststellungen der Aufsichtsbehörde
Laut Wirtualne Media gingen bei der KRRiT mehr als 200 Beschwerden ein, und die Vorsitzende Agnieszka Glapiak leitete ein Aufklärungsverfahren ein. Dasselbe Medium berichtete, die Beschwerdeführer hätten Anfang Oktober 2026 einen Brief von Anna Szydłowska-Żurawska, Direktorin der Präsidialabteilung der KRRiT, erhalten, in dem die Entscheidungen der Vorsitzenden dargelegt wurden. In diesem Schreiben erklärte die Aufsichtsbehörde, die Reportage habe den Zuschauern keinerlei Informationen über das Kreditrisiko geliefert.
In der Reportage 'Cenne marzenia' ermutigte eine Mitarbeiterin eines der an der Messe teilnehmenden Entwicklerunternehmen die Zuschauer faktisch dazu, in den Immobilienmarkt zu investieren. Die Zuschauer erhielten keine Informationen über das Kreditrisiko. Solche Versäumnisse liegen nicht im Interesse der Zuschauer.
Die Aufsichtsbehörde erklärte zudem, die Daten der Reportage selbst hätten steigende Immobilienpreise von mehr als 8 Prozent gezeigt, während ein Mann auf dem Bildschirm über Preisverhandlungen mit Entwicklern sprach. Zusammengenommen, so argumentierte die KRRiT, könnten diese Elemente den Eindruck erwecken, die Kaufbedingungen seien außergewöhnlich günstig.
Reaktion und nächste Schritte
Das konservative Medium wPolityce.pl bezeichnete den Beitrag als Manipulation und verdeckte Lobbyarbeit für Entwickler und erklärte, die Aufsichtsbehörde sehe darin einen Verstoß gegen Artikel 12 des Pressegesetzes. Do Rzeczy berichtete, TVN müsse nun darlegen, welche Schritte es unternehmen werde, um ähnliche Fälle zu verhindern. Die Rüge geht mit einer 14-tägigen Frist für die Stellungnahme des Senders einher; im Zentrum des Falls steht das Versäumnis der Reporterin, die Verbindung zwischen dem 'jungen Paar' und dem Entwickler offenzulegen.
