
Huthi-Raketenangriffe auf Flughafen Riad verlängern Flugaussetzung in Saudi-Arabien
Saudi-Arabien hat am Montag, 12. Oktober, die Aussetzung des Flugverkehrs am König-Khalid-Internationalflughafen verlängert, nachdem ein Angriff am Sonntag einen Menschen getötet hatte. Die Vorstandsvorsitzenden von vier Ölkonzernen zogen sich von einem Energiekongress in Riad zurück, der am Vortag eröffnet worden war.
Die Angriffe auf Riad und Dammam
Huthi-Raketen trafen am Samstag, 10. Oktober, den König-Khalid-Internationalflughafen in Riad und töteten nach Angaben der saudischen Behörden, über die Reuters berichtete, 13 Menschen; mehr als 300 wurden verletzt. Andere Medien nannten für denselben Angriff eine niedrigere Opferzahl: Die Frankfurter Allgemeine berichtete von 12 Toten, die New York Times von mindestens 12 Getöteten.
- Flughafen Riad, 10. Oktober
- 13 Getötete
- Flughafen Riad, 11. Oktober
- 1 Getötete
Der militärische Sprecher der Huthi, Yahya Saree, reklamierte die Tat am Sonntag, 11. Oktober, in einer im Fernsehen übertragenen Rede für sich und erklärte, die Gruppe habe auch den Flughafen in Dammam sowie zwei Einrichtungen von Saudi Aramco angegriffen. Die saudische Zivilluftfahrtbehörde bestätigte am selben Tag einen Angriff auf den König-Fahd-Internationalflughafen in Dammam und erklärte, Schadensbewertungen und Sicherheitsinspektionen liefen. Ein zweiter Angriff auf den Flughafen von Riad am Sonntag, 11. Oktober, tötete nach Angaben der Luftfahrtbehörde einen pakistanischen Einwohner und verletzte elf weitere Menschen.
- Angriff auf den König-Khalid-Internationalflughafen in Riad tötet nach Angaben der saudischen Behörden 13 Menschen und verletzt mehr als 300
- Zweiter Angriff auf den Flughafen von Riad tötet einen Menschen und verletzt elf; auch der König-Fahd-Internationalflughafen in Dammam wird getroffen
- Flugaussetzung am Flughafen von Riad verlängert, während Sicherheit und Betriebsbereitschaft überprüft werden
Flughafenschließung und Luftverteidigung
Der König-Khalid-Internationalflughafen blieb am Montag, 12. Oktober, gesperrt, während die saudische Zivilluftfahrtbehörde mitteilte, es werde daran gearbeitet, „Sicherheit und Betriebsbereitschaft“ zu gewährleisten. Der Guardian berichtete, die Aussetzung aller Flüge sei am Montag verlängert worden. Seit September hatten die Huthi Treibstofftanks am Flughafen von Riad und zugehörige Lagerhäuser angegriffen, dabei ein abgestelltes Passagierflugzeug vom Typ Airbus A320 zerstört und mindestens fünf weitere Maschinen beschädigt. Eine dringende Überprüfung untersucht, wie Huthi-Raketen immer wieder die saudische Luftverteidigung durchdringen können; Schulkinder und einige Büroangestellte wurden aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Militärkoalition, die gegen die Huthi kämpft, erklärte, sie habe auf Saudi-Arabien gerichtete Raketen und Drohnen abgefangen, und versprach eine „entschlossene“ Antwort. Der Militärsprecher Saudi-Arabiens erklärte zudem, es seien weitere Raketen- und Drohnendrohungen erkannt worden.
Energiekongress und Investitionsrisiko
Die 25. WPC Energy Conference begann am 11. Oktober in Riad und fand wie geplant statt; saudische Vertreter hofften, Normalität ausstrahlen zu können. Laut Financial Times sollten die Vorstandsvorsitzenden von ExxonMobil, TotalEnergies, Shell und BP teilnehmen, zogen sich aber zurück, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Zeitung sagten. Auf der Konferenz sprach Saudi-Arabiens Energieminister Abdulaziz bin Salman über die Widerstandsfähigkeit des Energiesystems des Königreichs und die Entschlossenheit seiner Bevölkerung.
Angst hat keinen Platz im saudischen Lexikon
Der Reuters-Breakingviews-Kolumnist George Hay schrieb, die Angriffe bedrohten das Ziel Saudi-Arabiens, bis 2030 jährlich 100 Milliarden Dollar ausländischer Direktinvestitionen anzuziehen, sowie seine Diversifizierungsstrategie. Die Konferenz der Auslandsinvestitionsinitiative, die laut New York Times in diesem Monat ansteht, war nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen bis Montag nicht abgesagt worden.
Irans Vermittlungsangebot
Iran bot nach einer vom Büro des iranischen Ministers veröffentlichten Erklärung an, zwischen Saudi-Arabien und den Huthi zu vermitteln. Außenminister Abbas Araghchi unterbreitete das Angebot seinem saudischen Amtskollegen Faisal bin Farhan in einem Telefonat am Sonntagabend und warnte, ein Festhalten am militärischen Vorgehen werde die Lage weiter verkomplizieren. Die saudische Regierung erklärte, die beiden Minister hätten gesprochen, erwähnte ein Vermittlungsangebot jedoch nicht. RFI berichtete, Iran sei zutiefst besorgt über die Lage und bereit, einen Dialog zu ermöglichen, ohne die Angriffe zu verurteilen. Kronprinz Mohammed bin Salman wurde laut Guardian seit dem 6. Oktober nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.
Kämpfe im Jemen
Die Huthi erklärten, sie hätten die Angriffe als Vergeltung für „brutale saudische Aggression“ gegen Gebiete in ihrer Hand im Westjemen gestartet. Die Feindseligkeiten zwischen den Huthi und den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen hatten laut RFI im Juli wieder begonnen und sich im September verschärft. Von Saudi-Arabien geführte Kräfte griffen nach dem Angriff am Samstag den Flughafen von Sanaa an, wie huthi-nahe Medien berichteten; das von den Huthi geführte Gesundheitsministerium erklärte, bei einem Angriff auf ein Wohngebäude in Sanaa sei ein Kind getötet worden. Die saudischen Behörden haben zu diesen Angaben nicht Stellung genommen. In Taiz flog die saudische Luftwaffe acht einzelne Angriffe auf Huthi-Kräfte, und am Sonntag starben auf beiden Seiten bis zu 60 Kämpfer, wie der Guardian berichtete. Der Angriff am Samstag war der tödlichste auf saudischem Gebiet seit mehr als einem Jahrzehnt und der tödlichste Angriff auf ein Land am Persischen Golf seit Beginn des US-israelischen Kriegs mit Iran, so die New York Times.
