
Tusk setzt Gesundheitsministerium eine Frist bis Dienstag zur Abschaffung von VIP-Schlangen und überhöhten Arztgehältern, sonst drohen Personalwechsel
Premierminister Donald Tusk forderte vom Gesundheitsministerium und der NFZ bis Dienstag systemische Reformen und drohte mit Personalwechseln, falls Empfehlungen zur Abschaffung von VIP-Lounges, zum Vordrängeln und zu Gehaltsmissbräuchen nicht vorgelegt werden.
Das Ultimatum
Auf einer Pressekonferenz am Freitag setzte Premierminister Donald Tusk dem Gesundheitsministerium und dem Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) eine Frist bis Dienstag, um präzise Empfehlungen zu den von ihm als „schamloseste Praktiken“ im polnischen Gesundheitswesen bezeichneten Missständen vorzulegen. Der Schritt folgt auf Enthüllungen von Unregelmäßigkeiten im Warschauer Südkrankenhaus, darunter VIP-Lounges und Vordrängeln, die vom Whistleblower Dr. Emil Jędrzejewski aufgedeckt wurden.
Wenn ich bis Dienstag keine zufriedenstellenden, präzisen Empfehlungen erhalte, werde ich am Mittwoch entsprechende Entscheidungen treffen, auch personelle.
Tusk betonte, dass die Beseitigung von Missbräuchen im gemeinsamen Interesse liege, auch dem der Ärzte, und appellierte an die medizinische Gemeinschaft zur Zusammenarbeit statt Konfrontation.
Drei systemische Probleme
Der Premierminister identifizierte drei Bereiche, die sofortiges Handeln erfordern: VIP-Lounges in Krankenhäusern, das Umgehen von Warteschlangen für Facharzttermine und extrem hohe Einkommen einiger Ärzte. Er sagte, der Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung müsse gleichberechtigt sein und auf der Reihenfolge der Anmeldung basieren, nicht auf Beziehungen.
Die Atmosphäre wird unerträglich sein, wenn sich immer häufiger herausstellt, dass einige riesige Millionen verdienen, weil sie dieses System missbrauchen.
Tusk erkannte das Recht der Ärzte auf hohe Gehälter an, bestand jedoch darauf, dass das System repariert werden müsse, um Ausbeutung zu verhindern.
Beschleunigung der zentralen E-Registrierung
Eine Schlüssellösung ist das zentrale E-Registrierungssystem, das Tusk spätestens bis Ende des Jahres in Betrieb nehmen ließ. Derzeit deckt es nur Kardiologie, Mammographie und Zytologie (einschließlich HPV-Tests) ab. Ab dem 1. August 2026 wird es auf acht weitere Fachgebiete ausgeweitet, darunter Angiologie, Infektionskrankheiten, Endokrinologie, Hepatologie, Immunologie, Nephrologie, Neonatologie und Pulmologie. Die ursprüngliche vollständige Einführung war für Ende 2029 geplant.
Die zentrale Registrierung, die denjenigen die Kontrolle über die Warteschlange entzieht, die sie umgehen wollen, können wir schneller umsetzen als geplant. Also ein Ende der VIP-Lounges, ein Ende der Notizbücher und des Vordrängelns und ein Ende der unfairen Gehaltsspitzen, die auf Systemfehlern und der Gier einiger weniger beruhen.
- Tusk kündigt Ultimatum an und fordert Empfehlungen bis Dienstag.
- Frist für Gesundheitsministerium und NFZ zur Vorlage von Reformvorschlägen.
- Mögliche Personalentscheidungen, falls die Empfehlungen unbefriedigend sind.
- E-Registrierung wird auf acht weitere Fachgebiete ausgeweitet.
- Zieldatum für den vollständigen Start der zentralen E-Registrierung.
- Ursprünglich geplanter Abschlusstermin für die vollständige E-Registrierung.
Verteidigung der Gesundheitsministerin
Tusk verteidigte Gesundheitsministerin Jolanta Sobierańska-Grenda und bezeichnete ihren überparteilichen und unabhängigen Status als Vorteil. Er sagte, ihre Kompetenz sei unbestreitbar und sie habe keinen Einfluss auf den Skandal im Südkrankenhaus gehabt. Die Ministerin arbeite, so Tusk, an einem vorsichtigen Projekt zur Rationalisierung der Krankenhausversorgung in Polen.
Nächste Schritte
Das Gesundheitsministerium und die NFZ unter der Leitung von Filip Nowak müssen bis Dienstag Empfehlungen vorlegen. Scheitern sie, folgen am Mittwoch Personalentscheidungen. Die Regierung strebt außerdem an, den Zeitplan für die E-Registrierung um drei Jahre zu verkürzen, mit vollständiger Transparenz bei den Warteschlangen für Facharzttermine bis Ende 2026.


