
Trump wettert öffentlich gegen die NATO, versichert Verbündeten hinter verschlossenen Türen: „Wir wollen bei euch bleiben“
Beim Ankara-Gipfel beschimpfte Donald Trump die Verbündeten vor den Kameras wegen Grönland, Iran und Verteidigungsausgaben, während Insider berichten, er habe in der geschlossenen Sitzung einen versöhnlichen Ton angeschlagen.
Öffentliche Wut
Donald Trump eröffnete den NATO-Gipfel in Ankara am Mittwoch mit einem vernichtenden Angriff auf das Bündnis. „Ich bin sehr wütend auf die NATO“, sagte er vor Journalisten an der Seite von Generalsekretär Mark Rutte. Er beschuldigte das Bündnis, Grönland falsch behandelt zu haben und Washington im Iran-Krieg nicht zu unterstützen. Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien wurden alle kritisiert, weil sie nicht halfen, während Spanien als „hoffnungsloser Fall“ von „bösen Menschen“ herausgegriffen wurde, mit dem er sofort alle Handelsbeziehungen abbrechen wolle.
Ich bin sehr wütend auf die NATO. Ich bin nicht zufrieden mit der NATO wegen dem, was sie mit Grönland gemacht haben.
Trump erklärte auch die Waffenstillstandsvereinbarung mit dem Iran für „beendet“ und nannte Iraner „Abschaum“, „kranke Menschen“ und „Lügner“. Der Ausbruch folgte auf nächtliche US-Angriffe auf 80 Ziele im Iran und iranische Raketenangriffe auf Bahrain und Kuwait.
Hinter verschlossenen Türen
Sobald die Kameras aus waren, änderte sich die Botschaft. Zwei getrennte Insiderberichte, zitiert von Reuters und AP, beschrieben einen krassen Gegensatz. In der Sitzung des Nordatlantikrats wiederholte Trump weder seine Drohungen gegen Spanien noch sein Versprechen, das Iran-Abkommen zu kündigen, und er erwähnte Grönland nicht. Stattdessen versicherte er den Verbündeten, dass die Vereinigten Staaten in der NATO bleiben würden.
Wir wollen bei euch bleiben.
Der US-Präsident signalisierte auch die Bereitschaft, weiterhin Waffen an Verbündete zu verkaufen, unabhängig davon, wie sie eingesetzt würden, so dieselben Quellen. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht.
Grönland und Spanien
Trumps öffentliche Fixierung auf Grönland rief eine schnelle Reaktion hervor. Rutte merkte an, dass die beiden in Davos vereinbart hätten, die US-Militärpräsenz dort zu verstärken, und versprach, dies schrittweise umzusetzen. Trump entgegnete, Grönland sei „sehr wichtig für die Vereinigten Staaten, aber nicht wichtig für Dänemark“. Die dänische Ministerpräsidentin hatte bereits wiederholt, dass das Territorium nicht zum Verkauf stehe. In Bezug auf Spanien wies Rutte darauf hin, dass Madrid die Verteidigungsausgaben seit 2023 verdoppelt habe, aber Trump ist weiterhin verärgert, dass Ministerpräsident Pedro Sánchez sich im vergangenen Jahr geweigert hatte, ein neues Ausgabenziel von 3,5 Prozent zu übernehmen.
Zusammenbruch der Iran-Waffenruhe
Der nächtliche militärische Schlagabtausch und Trumps Äußerungen stellten die brüchige Waffenruhe in Frage. Katar rief alle Seiten auf, den Waffenstillstand zu respektieren. Trumps Sprache ließ wenig Raum für Diplomatie: „Was mich betrifft, ist es Zeitverschwendung, mit ihnen umzugehen. Sie sind verrückt. Die Sache ist erledigt.“
Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben, sie sind Abschaum. Das sind kranke Menschen, das sind bösartige, gewalttätige Menschen.
Europäische Reaktion
Europäische Staats- und Regierungschefs kamen in Ankara in der Hoffnung an, Trump dazu zu bewegen, die USA im Bündnis zu halten. Am Dienstag kündigten sie Rüstungsgeschäfte im Wert von mindestens 50 Milliarden Dollar an, und Rutte zitierte die „Trump-Milliarde“ – die zusätzlichen Verteidigungsausgaben, die Europäer und Kanadier über ein Jahrzehnt aufgebracht haben. Auf der Tagesordnung des Gipfels steht auch die Haltung des Bündnisses zum russischen Krieg gegen die Ukraine.
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