
Trump kapert den 250. Geburtstag der USA für eine politische Kundgebung – Hitzewelle sagt Parade ab
Die USA begehen am 4. Juli ihren 250. Jahrestag, aber Präsident Donald Trump hat das Jubiläum in eine politische Kundgebung verwandelt, mit einem riesigen Feuerwerk und einer langen Rede auf der National Mall, während eine Hitzewelle die Absage der traditionellen Parade erzwang.
Ein Jubiläum im Schatten der Politik
Die USA begehen am 4. Juli 2026 ihren 250. Jahrestag, aber das Jubiläum wird weitgehend von Präsident Donald Trump vereinnahmt. Das überparteiliche America-250-Komitee, das 2016 vom Kongress zur Organisation der Feierlichkeiten eingesetzt wurde, wurde an den Rand gedrängt, nachdem Trump eine Durchführungsverordnung zur Gründung seiner eigenen Freedom-250-Gruppe unterzeichnete. Die vom Gesetzgeber bereitgestellten 150 Millionen Dollar wurden in drei Teile aufgeteilt, wobei das neue Komitee die Kontrolle übernahm. Was als vereinende nationale Feier gedacht war, ist, wie mehrere französischsprachige Berichte betonen, zu einem „Personenkult“ und einer politischen Kundgebung geworden. Trump präsentiert den Tag nicht als Nationalfeiertag, sondern als Wahlkampfveranstaltung.
Es werden etwa 42°C sein und ich werde eine wirklich lange Rede halten – nur um zu zeigen, dass ich alles kann.
Hitzewelle sagt Parade ab, aber nicht Trumps Pläne
Eine erdrückende Hitzewelle an der Ostküste der USA hat die Absage der traditionellen Parade am 4. Juli in Washington D.C. erzwungen. Die Temperaturen sollen 38°C erreichen, die Luftfeuchtigkeit treibt den Hitzeindex auf nahezu 43°C. Trotz der extremen Bedingungen wird Trumps abendliche Veranstaltung auf der National Mall wie geplant stattfinden. Der Präsident hat Überflüge von Militärflugzeugen, patriotische Musik und das nach eigener Aussage größte Feuerwerk der Welt versprochen: 850.000 Raketen über 40 Minuten. Die Kundgebung soll am Sonntag um 01:45 GMT (21:45 Uhr Ortszeit) beginnen.
- Trump spricht am Mount Rushmore und warnt vor einer „neuen Offensive“ gegen die amerikanische Identität
- Traditionelle Unabhängigkeitstag-Parade in Washington D.C. aufgrund extremer Hitze abgesagt
- Trump hält politische Kundgebung auf der National Mall, gefolgt von einem 40-minütigen Feuerwerk
Mount-Rushmore-Rede warnt vor Bedrohungen
Am Vorabend des Jahrestages sprach Trump am Fuße des Mount Rushmore, wo er die vier in den Granit gemeißelten Präsidenten – George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt – pries und vor einer „neuen Offensive“ gegen die amerikanische Identität warnte. Er beschrieb eine „Wiederbelebung der kommunistischen Bedrohung auf unserem Boden“, eine Botschaft, die darauf abzielt, seine Basis vor den Midterm-Wahlen im November zu mobilisieren. Die Rede wurde als ultra-patriotisch beschrieben und verherrlichte das „Wunder“ Amerikas.
Die amerikanische Identität steht unter einer neuen Offensive von Radikalen und Extremisten.
Reaktion der Öffentlichkeit: Apathie und Spaltung
Die Vereinnahmung hat viele Amerikaner gleichgültig oder gespalten zurückgelassen. Patrick Thompson, ein Lehrer aus Alexandria, Virginia, sagte, er werde mit einem Familien-BBQ feiern, aber seine Teenager nicht zu den offiziellen Veranstaltungen bringen. „Warum muss das Trumps Handschrift tragen?“, fragte er. Loselie Weber, die aus Texas angereist war, drückte ihre Dankbarkeit für die Freiheiten aus, die sie seit ihrer Ankunft in den USA im Alter von sieben Jahren erfahren habe. Melissa Pate, eine Psychotherapeutin aus Atlanta, bemerkte: „Zu sagen, dass es 250 Jahre her ist und die Menschen in diesem Land nicht in wahrer Freiheit leben, ist ein wenig enttäuschend“, und verwies auf das derzeitige politische Klima. Der Kontrast zum 200-Jahr-Jubiläum 1976, als Präsident Gerald Ford sich zurückzog, um das Land die Einheit feiern zu lassen, ist eklatant. In diesem Jahr sind die Anhänger des Präsidenten nicht zahlreich genug, um die allgemeine Gleichgültigkeit zu überdecken.
Midterm-Wahlen stehen bevor
Das Jubiläum kommt zu einem Zeitpunkt, da Republikaner befürchten, dass Trumps Unbeliebtheit ihnen im November die Mehrheit im Kongress kosten könnte. Die Rhetorik des Präsidenten am Mount Rushmore und seine Verwandlung des Nationalfeiertags in eine Wahlkampfveranstaltung werden als Versuche gesehen, seine Anhänger zu mobilisieren. Das Freedom-250-Komitee, das direkt Trump unterstellt ist, hat den Tag in eine politische Operation verwandelt und damit die Spaltung des Landes weiter vertieft.


