KI-generiert·Mehr erfahren
© ANSA.it
Diplomatie·vor 2 Std.

Trump wettert gegen Netanjahu wegen Beiruter Angriff, der Iran-Abkommen um Stunden verzögerte – elektronische Unterzeichnung noch heute geplant

Ein US-iranisches Memorandum zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und einer 60-tägigen Waffenruhe sollte am Sonntagmorgen elektronisch unterzeichnet werden. Doch ein israelischer Luftangriff auf Beirut brachte den Zeitplan durcheinander und löste einen scharfen persönlichen Angriff von Präsident Trump gegen Benjamin Netanjahu aus.

Der Angriff auf Beirut

Am Sonntagmorgen griffen israelische Kampfflugzeuge den Bezirk Dahiyeh im Süden Beiruts an, eine Hochburg der Hisbollah. Laut libanesischen Medien wurden mindestens drei Menschen getötet und 15 verletzt. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten, der Angriff sei eine Reaktion auf den Beschuss der Hisbollah auf die Nordgrenze Israels gewesen.

Trumps Wut

Der Angriff erfolgte nur wenige Stunden vor der elektronischen Unterzeichnung eines unter pakistanischer Vermittlung ausgehandelten Absichtserklärungen zwischen Washington und Teheran. In einem Interview mit Axios ließ Präsident Donald Trump eine außergewöhnliche persönliche Attacke auf Netanjahu los.

Warum musste Bibi diesen verdammten Angriff ausführen? Ich war so wütend. Ich habe es ihn wissen lassen. Er hat kein verdammtes Urteilsvermögen.

Trump sagte, der Angriff habe 'alles durcheinandergebracht' und die Unterzeichnung um einige Stunden verzögert. 'Es sollte jetzt passieren. Jetzt ist es für ein paar Stunden später angesetzt', fügte er hinzu. Dennoch bestand er darauf, dass die Vereinbarung noch am selben Tag elektronisch unterzeichnet werde, eine persönliche Zeremonie solle eine Woche später in Europa folgen.

Irans Warnung

Der Kommandeur der iranischen Streitkräfte, Ali Abdollahi, sagte, seine Truppen seien in höchster Alarmbereitschaft.

Wir haben den Finger am Abzug.

Irans Unterhändler Mohammad Ghalibaf warf den Vereinigten Staaten vor, grünes Licht für die israelische Operation gegeben zu haben.

Wenn Sie weder den Willen noch die Fähigkeit haben, Ihre Verpflichtungen zu erfüllen, kann nicht davon gesprochen werden, diesen Weg weiterzugehen.

Die Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des iranischen Verhandlungsteams, dass die Vereinbarung noch nicht endgültig sei und äußerte Zweifel an Trumps Zeitplan.

Optimismus im Pentagon

Trotz des diplomatischen Feuersturms sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Sender CBS in der Sendung 'Face the Nation', dass das Memorandum weiterhin auf Kurs sei. Er bezeichnete Israels Reaktion als

sehr maßvoll

und betonte, die Vereinbarung sei eine Frage des 'Wann, nicht des Ob'. Hegseth fügte jedoch hinzu, dass die Verantwortung bei Teheran liege, das sich noch nicht vollständig festgelegt habe.

Was das Memorandum beinhaltet

Der als Islamabad-Memorandum bekannte Abkommensentwurf zielt darauf ab, die Straße von Hormus für die Handelsschifffahrt wieder zu öffnen, die US-Blockade iranischer Häfen aufzuheben und eine 60-tägige Waffenruhe zu etablieren. Er soll Raum für detaillierte technische Verhandlungen über Irans Atom- und Raketenprogramme schaffen. Für Trump war die Vereinbarung zu seinem 80. Geburtstag zu einem wichtigen außenpolitischen Ziel geworden, aber Netanjahus Regierung hat jedes Abkommen, das die Hisbollah intakt und Irans nukleare Ambitionen ungelöst lässt, seit langem als strategisches Versagen betrachtet. Das Muster ist vertraut: Im Juni 2025 löste ein israelischer Angriff auf iranische Atomanlagen einen zwölftägigen Krieg aus; im September 2025 brachte ein Angriff auf Hamas-Führer in Doha die katarische Vermittlung fast zum Scheitern.

Zeitleiste der Verzögerung des Abkommens vom 14. Juni
  1. Israelischer Luftangriff trifft den Bezirk Dahiyeh in Beirut.
  2. Trump greift Netanjahu in Axios-Interview an, sagt, Unterzeichnung sei um Stunden verzögert.
  3. Irans Kommandeur Ali Abdollahi warnt vor 'unmittelbarer' Vergeltung.
  4. Verteidigungsminister Hegseth sagt, US-Iran-Abkommen sei weiterhin auf Kurs.
  5. Trump besteht darauf, dass elektronische Unterzeichnung noch heute erwartet wird.
  6. Persönliche Unterzeichnung in Europa innerhalb einer Woche geplant.
Beirut · Washington

5 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft