
Donald Trump verbietet CNN, Politico und MSNOW den Zugang zu Pressebereichen des Weißen Hauses
Die US-Regierung kündigte einen sofortigen Ausschluss von CNN, Politico und MSNOW an, nachdem diese über Militärgeheimdienste und umgeleitete F-35-Teile berichtet hatten – was zu Herausforderungen im Hinblick auf den Ersten Verfassungszusatz führte.
Sofortiger Bann auf Truth Social angekündigt
US-Präsident Donald Trump gab am Freitag, dem 18. September 2026, bekannt, dass CNN, Politico und MSNOW mit sofortiger Wirkung vom Weißen Haus ausgeschlossen werden. In einem Beitrag auf Truth Social beschuldigte der 80-jährige Präsident die drei Organisationen, ständig Falschinformationen zu verbreiten, und drohte weiteren Medien mit ähnlichen Einschränkungen. Trump lobte Breitbart und Fox News, während er in seiner Ankündigung die New York Times und die Washington Post kritisierte. Später erklärte Trump gegenüber Reportern im Oval Office, er besitze die rechtliche Befugnis, Journalisten auszuschließen, die er für unehrlich halte. Die Exekutive legte zunächst keine formalen Richtlinien vor, die klären, ob sich das Verbot auf den physischen Zugang zum Gebäude, auf Sitzplätze im Presseraum oder auf die Reisebegleitung des Präsidenten bezieht. Reporter von CNN und Politico arbeiteten nach der Online-Ankündigung weiterhin im Pressearbeitsbereich des Weißen Hauses.
Sensible Berichterstattung über China und Militärtechnologie
Der Ausschluss erfolgte im Anschluss an zwei investigative Berichte, die die betroffenen Redaktionen am frühen Freitag zu sensiblen Fragen der nationalen Sicherheit veröffentlicht hatten. CNN berichtete, dass das US-Militär eine Operation zur Abfangung eines chinesischen Schiffs im Nahen Osten vorbereitet hatte, das verdächtigt wurde, Atomwaffenkomponenten zu transportieren, und sogar Kampfjets startete, bevor die Mission abgebrochen wurde. Dem Bericht zufolge wurde das Abfangen gestoppt, nachdem Beamte festgestellt hatten, dass ein von einem Geheimdienstanalysten verwendeter KI-Chatbot die Ladung des Schiffs falsch identifiziert hatte. Am selben Tag enthüllte Politico, dass eine Lieferung von Teilen für den Tarnkappenjet F-35 nach Hongkong umgeleitet worden war, anstatt ihr geplantes Ziel zu erreichen. Trump ging in seinen Beiträgen speziell auf Politico ein und beschuldigte das Medium, während der Regierung Joe Bidens einen Abonnementvertrag über 8 Millionen Dollar von der Regierung erhalten zu haben. Das Weiße Haus lieferte in seinen öffentlichen Verlautbarungen keine technischen Widerlegungen der beiden Berichte.
Rechtlicher Widerstand und mediale Gegenwehr
Die betroffenen Nachrichtenorganisationen reagierten, indem sie sich auf ihre verfassungsrechtlichen Schutzrechte aus dem Ersten Verfassungszusatz beriefen. Politico kündigte an, seine Berichterstattungsrechte energisch gegen staatliche Einmischung zu verteidigen und gleichzeitig seine reguläre Berichterstattung fortzusetzen. MSNOW, ehemals bekannt als MSNBC, gab nach den Aussagen des Präsidenten zunächst keine Stellungnahme ab. Bruce Brown, Präsident des Reporters Committee for Freedom of the Press, stellte fest, dass eine Durchsetzung des Verbots verfassungswidrig wäre und vor Gericht aufgehoben würde. CNN gab nach der Ankündigung eine formelle Stellungnahme zu der Angelegenheit ab.
Wir haben das Recht, gemäß der US-Verfassung, diese Nachrichten ohne Behinderung oder Einmischung durch die Regierung zu berichten. Sollte das von Präsident Trump angedrohte Verbot Wirklichkeit werden, wäre es ein illegaler Angriff auf dieses grundlegende Recht.
Politischer Hintergrund vor den Zwischenwahlen im November
Der Streit findet statt, während die Regierung angesichts der für den 3. November 2026 angesetzten Kongresswahlen politischem Druck ausgesetzt ist. Meinungsumfragen deuten auf mögliche Verluste für die Republikanische Partei in beiden Kammern des Kongresses hin, verursacht durch Unzufriedenheit der Wähler mit den Lebenshaltungskosten und steigenden Treibstoffpreisen. Öffentliche Kritik richtet sich auch auf Trumps Entscheidung, im Februar einen militärischen Konflikt mit dem Iran zu beginnen. Trump wies die ungünstigen Umfragedaten bei seinen öffentlichen Auftritten als ungenau zurück. Seit seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 hat das Weiße Haus konservativen Kommentatoren und digitalen Kreativen, die seiner politischen Bewegung nahestehen, Medienzugang gewährt. Die Regierung hatte zuvor die Associated Press von Sitzungen im Oval Office ausgeschlossen, und zwar wegen geografischer Bezeichnungen im Zusammenhang mit dem Golf von Mexiko.
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