
Trump ausgebuht, verweilt auf der Bühne beim WM-Finale und fordert dann erneute WM in den USA
US-Präsident Donald Trump wurde von Fans ausgebuht und verweilte später auf dem Siegerpodest während der Siegesfeier Spaniens beim WM-Finale, woraufhin FIFA-Präsident Gianni Infantino versuchte, ihn von der Bühne zu lotsen. Der spanische Verband retuschierte Trump später aus dem offiziellen Foto heraus.
Chaos bei der Zeremonie
Donald Trump gab seinen ersten Stadionauftritt bei der WM 2026 im Finale in East Rutherford, New Jersey, und wurde von der Menge laut ausgebuht, als er zusammen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino auf den Rasen ging. Der US-Präsident überreichte den spanischen Spielern Medaillen und anschließend Kapitän Rodri die Trophäe. Als sich das Team für das traditionelle Siegerfoto versammelte, blieb Trump auf der Bühne stehen, neben den feiernden Spielern. Infantino lächelte, lachte und gestikulierte dann eindringlicher, dass Trump gehen solle, doch der Präsident blieb grinsend stehen, während goldene Konfetti herabregneten. Die Szene erinnerte an sein Eindringen in das Siegerfoto von Chelsea bei der Klub-WM ein Jahr zuvor.
Ich möchte den amerikanischen Präsidenten nicht in den Mittelpunkt einer Fußball-WM stellen. Das macht er selbst genug. Und dementsprechend müssen wir ihm keine weitere Plattform geben.
Fotoretusche und Spieler-Reaktionen
Innerhalb weniger Stunden tauchten zwei offizielle Bilder der Feier ohne Trump auf. FIFA schnitt das auf X gepostete Foto so eng, dass nur ein schmaler Streifen von Trump am Rand übrig blieb. Der spanische Fußballverband ging noch weiter und veröffentlichte eine weitere Aufnahme, aus der Trump vollständig herausretuschiert worden war. In den sozialen Medien verspotteten Nutzer den Präsidenten. Ein X-Post nannte ihn einen „Freak, Narzissten“, der sich weigerte, die Bühne zu verlassen. Ein Instagram-Kommentar merkte an: „Es ist gut, dass man heute Leute aus Videos und Fotos ausschneiden kann.“
Argentinische Spieler, die das Finale verloren hatten, mieden Trump während der Medaillenzeremonie weitgehend. Verteidiger Cristian Romero ignorierte die ausgestreckte Hand des Präsidenten – ein Moment, der von Fans online als Zeichen von Integrität gefeiert wurde. Der spanische Stürmer Borja Iglesias hatte vor dem Spiel gehofft, Trump kurz zu begrüßen, obwohl er seine Ablehnung nicht verborgen hatte. Mittelfeldspieler Mikel Merino machte kurz den „Trump-Tanz“, eine Faust-pumpende Geste, die der Präsident bei Kundgebungen verwendet, in seine Richtung, bevor Trump zur Seite trat.
Trumps WM-Ambitionen
Vor dem Spiel sagte Trump zu Fox News, er wolle das Turnier „sofort“ zurück in die USA holen. „Das müssen wir wiederholen, und zwar solange ich noch hier bin. Hörst du das, Gianni?“, sagte der 80-Jährige an Infantino gerichtet. Er lobte die „überfüllten“ Stadien und meinte, es habe so etwas wie diese WM noch nie gegeben. Andrew Giuliani, Leiter der FIFA-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, hatte bereits eine mögliche US-Bewerbung für das Turnier 2038 ins Spiel gebracht, möglicherweise mit 64 Mannschaften. Die nächsten beiden Austragungen sind bereits vergeben: 2030 an Spanien, Marokko und Portugal (mit Jubiläumsspielen in Südamerika) und 2034 an Saudi-Arabien. Infantino hat eine Aufstockung des Turniers von 48 auf 64 Teams nicht ausgeschlossen.
- Trump sagt Fox, er wolle sofort eine weitere WM in den USA
- Trump wird von der Menge ausgebuht, als er mit Infantino auf den Rasen geht
- Trump überreicht spanischen Spielern Medaillen und Rodri die Trophäe
- Trump verweilt auf der Bühne; Infantino versucht, ihn wegzulotsen
- Trump bleibt auf dem Podium, plaudert mit Spielern, während Konfetti fällt
- Spanischer Verband veröffentlicht Mannschaftsfoto mit herausretuschiertem Trump
Ein bekanntes Muster
Trumps Verhalten im Finale spiegelte seinen Auftritt bei der Klub-WM 2025 wider, wo er während der Trophäenpräsentation unter den Spielern von Chelsea stand. Bei der WM kam er mit dem Hubschrauber und verwandelte die Abschlusszeremonie, wie deutsche Medien berichteten, in eine von einem Medium so genannte „Trump-Show“. Trotz der Buhrufe und Infantinos Drängens blieb er bis zum Konfettiregen auf dem Podium, plauderte mit spanischen Spielern und verließ schließlich gemeinsam mit dem FIFA-Präsidenten die Bühne.


