
Macron bewirtet Trump mit opulentem Versailles-Dinner nach G7 und bezeichnet das Schloss als ‚Machtinstrument‘
Der amerikanische Präsident verlängerte seinen Aufenthalt in Frankreich nach dem G7-Gipfel in Evian für ein glanzvolles Dinner anlässlich des 250. Jahrestags der US-Unabhängigkeit, was sowohl diplomatisches Lob als auch heimische Kritik auslöste.
Ein königlicher Empfang
Donald Trump traf am Mittwochabend, dem 17. Juni 2026, nach rund einer Stunde Verspätung vom G7-Gipfel in Evian im Schloss Versailles ein. Er stieg aus seiner gepanzerten Cadillac in den königlichen Hof, während die Sonne unterging, und wurde von Emmanuel und Brigitte Macron begrüßt. Der amerikanische Präsident, bekannt für seine Vorliebe für Gold und Prunk, bemerkte beim Anblick des Schlosses: ‚Ce n‘est pas du plaqué or, c‘est du lourd‘ (das ist nicht vergoldet, das ist das Echte).
Wir werden eine gute Zeit haben, es wird fantastisch.
Der Abend war sorgfältig choreografiert, um zu beeindrucken: ein Rundgang durch den Spiegelsaal, ein Minikonzert in der Schlosskapelle, ein Spaziergang durch eine Galerie, die dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gewidmet ist, und ein Abendessen in der Niedrigen Galerie. Der Élysée-Palast stellte das Ereignis als angemessene Würdigung des 250. Jahrestags der US-Unabhängigkeit dar und wies darauf hin, dass Versailles ein ‚hoher Ort der französisch-amerikanischen Freundschaft‘ sei, an dem 1783 ein Vertrag unterzeichnet wurde.
- Trump landet in Orly an Bord der Air Force One und reist mit einer gepanzerten Cadillac nach Versailles.
- Ankunft im Schloss Versailles. Begrüßung durch Emmanuel und Brigitte Macron im königlichen Hof.
- Rundgang durch den Spiegelsaal und die Galerie des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs.
- Minikonzert in der Schlosskapelle.
- Abendessen für rund dreißig Gäste in der Niedrigen Galerie.
Menü und Gäste
Das Abendessen für rund dreißig Gäste umfasste eine Amuse-Bouche aus schwarzem Schweinefleisch aus der Bigorre, einen Hauptgang aus weißem Spargel und Geflügel, eine französische Käseplatte und eine Schokoladentarte. Zu den Teilnehmern zählten Vertreter der amerikanischen und französischen Regierungen, die Außen- und Wirtschaftsminister beider Nationen sowie Wirtschaftsvertreter. Vor dem Essen besichtigten die beiden Präsidenten und ihre Ehepartner den Spiegelsaal und besuchten ein Konzert in der Kapelle. Trotz des prunkvollen Ambientes betonte Präsident Macron: ‚Ce n’est pas un dîner de gala‘ (das ist kein Gala-Dinner).
Politischer Gegenwind in der Heimat
Die Pracht der Veranstaltung zog scharfe Kritik von der französischen Linken auf sich. Jean-Luc Mélenchon, der Kandidat von La France insoumise für die französische Präsidentschaftswahl 2027, protestierte, dass Frankreich ‚endgültig lernen müsse, ohne Trump zu leben‘. Anwohner von Versailles, deren Tag durch die massiven Sicherheitsvorkehrungen erschwert wurde, waren geteilter Meinung. ‚Es ist zweifellos übertrieben, aber da er selbst eine etwas übertriebene Persönlichkeit ist, passt es sehr gut zusammen‘, sagte ein Anwohner gegenüber Reportern. ‚Es ist eine sehr gute Sache, wenigstens ist er in der Stadt der Prinzen, wir werden Könige zu sehen bekommen‘, fügte ein anderer hinzu.
Wir müssen endgültig lernen, ohne Trump zu leben.
Macron wies die Kritik zurück und argumentierte, dass Frankreich sich seines Erbes nicht schämen sollte. Er positionierte Versailles als bewusstes Werkzeug der Staatskunst.
Versailles ist ein diplomatisches Instrument und ein Machtinstrument.
Diplomatie hinter dem Gold
Das Dinner krönte einen G7-Gipfel, der sorgfältig auf Trumps Vorlieben zugeschnitten war, nachdem er im Vorjahr das Treffen in Kanada vorzeitig verlassen hatte. Dieses Mal blieb der amerikanische Präsident für die gesamte Dauer. Während einer Arbeitssitzung am Mittwoch scherzte Trump selbst über seinen Status und sagte zu den Anwesenden: ‚Je suis le patron‘ (Ich bin der Boss). Der Gipfel unterstützte das von Trump ausgehandelte Iran-Waffenstillstandsabkommen, und der Präsident lobte öffentlich seine Gastgeber: ‚Präsident Macron hat gute Arbeit geleistet, und Brigitte auch.‘
Macron wiederum lobte Trumps Kurswechsel in der Ukraine und verteidigte ihre Beziehung. Er stellte fest, dass beide Führungspersönlichkeiten zwar offen Meinungsverschiedenheiten eingeräumt haben, Trump jedoch die Zusagen gegenüber Frankreich eingehalten habe und dass das auf dem Gipfel angekündigte Engagement der USA in der Ukraine ein konkretes Ergebnis sei.
Ich war nie ambivalent oder schwach.
Die Kosten des Abends bleiben ungenannt, obwohl Quellen anmerkten, dass frühere ähnliche Staatsessen in Versailles mehrere hunderttausend Euro gekostet haben. Der Élysée-Palast beschrieb das Ereignis trotz des königlichen Ambientes als ‚nüchtern‘.


