
Trump verzichtet nach parteiübergreifender Kritik auf Live-Übertragung der Hinrichtung von Nidal Hasan
Donald Trump hat erklärt, dass die Hinrichtung von Nidal Malik Hasan in Fort Hood, Texas, weiterhin am 3. Dezember stattfinden wird, aber nicht live übertragen wird. Der Rückzug folgt auf Kritik aus beiden Parteien, darunter von Vizepräsident JD Vance.
Trump lenkt ein
Am Donnerstag, dem 15. Oktober, schrieb Donald Trump auf Truth Social, dass die Hinrichtung von Nidal Malik Hasan nicht live gezeigt werde. Der verurteilte Attentäter soll weiterhin am 3. Dezember in Fort Hood, einer Militärbasis in Texas, hingerichtet werden. Trump sagte, viele sehr gute und wohlmeinende Menschen wollten nicht sehen, wie der Mann stirbt. Er fügte hinzu, eine öffentliche Übertragung hätte abschreckende Wirkung haben können, doch die Hinrichtung werde nicht live gezeigt. Unmittelbare Angehörige der Opfer dürfen auf Wunsch persönlich teilnehmen.
- Pete Hegseth kündigt in einem Interview mit Real America's Voice eine öffentliche Hinrichtung an
- Trump sagt, eine Übertragung könne möglicherweise weitere Gewalt verhindern
- Trump erklärt, die Hinrichtung werde nicht live übertragen
- Geplanter Termin der Hinrichtung in Fort Hood, Texas
Wie der Plan entstand
Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte den Plan am 8. Oktober in einem Interview mit dem konservativen Sender Real America's Voice an und sagte, die Hinrichtung solle öffentlich stattfinden. Ein Vertreter des Pentagon bestätigte später gegenüber ABC News, dass ein Erschießungskommando die Hinrichtung vollstrecken und dass sie live übertragen werde. Hegseth begründete den Schritt laut dpa damit, dass die Menschen verstehen müssten, dass solche Taten ernste Konsequenzen haben. Am Samstag, dem 10. Oktober, hatte Trump gesagt, eine Übertragung könne möglicherweise weitere Gewalttaten verhindern.
Kritik über Parteigrenzen hinweg
Die Ankündigung stieß bei beiden Parteien in den Vereinigten Staaten auf Kritik. Vizepräsident JD Vance sagte, er habe Zweifel und werde die Übertragung nicht ansehen. Auch die US-Konferenz der katholischen Bischöfe sprach sich gegen den Plan aus. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, der geplante Livestream habe weltweit Kritik ausgelöst, bevor Trump seine Entscheidung revidierte.
Historischer Kontext
Nach Angaben des Death Penalty Information Center hat das US-Militär seit 1961 kein Todesurteil mehr vollstreckt, sodass die geplante Hinrichtung die erste militärische Hinrichtung seit 65 Jahren wäre. Die letzte Hinrichtung durch ein militärisches Erschießungskommando fand während des Zweiten Weltkriegs statt. Die letzte öffentlich vollzogene Hinrichtung in den Vereinigten Staaten fand 1936 in Kentucky statt; danach wurden öffentliche Hinrichtungen schrittweise abgeschafft.