72 pensionierte US-Generäle und Admiräle fordern Pentagon auf, Livestream der Hinrichtung abzusagen
Die pensionierten Offiziere erklären, die Übertragung der für den 3. Dezember angesetzten Hinrichtung von Nidal Hasan würde die Menschenwürde entwürdigen. Trump hatte bis Dienstag, 13. Oktober, keine endgültige Entscheidung über den Plan getroffen.
Der offene Brief
Eine Gruppe von 72 pensionierten Offizieren, darunter 45 Generäle, 12 Admiräle und mehrere ehemalige Generalrichter, hat die US-Regierung aufgefordert, Pläne für einen Livestream einer Hinrichtung fallen zu lassen. Der offene Brief wurde am Mittwoch, 14. Oktober, veröffentlicht. Die Unterzeichner erklären, sie lehnten die Todesstrafe selbst nicht ab. Ihr Einwand richte sich gegen die Übertragung, die nach ihrer Auffassung verfassungsrechtliche Schutzvorschriften gegen grausame und ungewöhnliche Strafen verletze und eine feierliche Strafe zu einem Spektakel für Voyeure und Zuschauer mache. Sie warnen, das Material könne von Feinden der Nation genutzt werden, um Hass zu schüren und amerikanischen Soldaten und Bürgern zu schaden. Zudem mache es Hasan zum Märtyrer für die Tötung seiner Kameraden und beflecke die Ehre des Militärs, das die Hinrichtung vollstreckt. Zu den Unterzeichnern gehören Offiziere, die während Trumps erster Amtszeit in den Ruhestand gingen; einige dienten auch in den Kriegen im Irak und in Afghanistan.
- Generäle
- 45
- Admiräle
- 12
Die geplante Übertragung
Das Pentagon kündigte Anfang Oktober an, die für den 3. Dezember angesetzte Hinrichtung öffentlich zu übertragen. Bei dem Verurteilten handelt es sich um Nidal Hasan, einen Armeepsychiater, der 2009 im texanischen Fort Hood 13 unbewaffnete US-Soldaten erschoss und 32 weitere verletzte. Vor Gericht erklärte Hasan, er habe den Angriff ausgeführt, weil er geglaubt habe, Muslime und die Taliban in Afghanistan vor dem US-Militär schützen zu müssen. Die BBC bezeichnet den Angriff von Fort Hood als den tödlichsten Nicht-Kampf-Angriff auf eine amerikanische Militärbasis überhaupt. Hasan wurde bei dem Angriff angeschossen und nutzt heute einen Rollstuhl. Die Hinrichtung soll durch ein Erschießungskommando vollstreckt werden; der Brief nennt die geplante Übertragung einen barbarischen Missbrauch von Amtsgewalt.
- Das Pentagon kündigt an, die Hinrichtung öffentlich zu übertragen
- Trump hat bis Dienstag keine endgültige Entscheidung über die Übertragung getroffen
- Pensionierte Offiziere veröffentlichen einen offenen Brief und fordern die Absage
- Angesetzte Hinrichtung von Nidal Hasan und geplante öffentliche Übertragung
Die Regierung ist gespalten
Trump erklärte Anfang Oktober, er billige den Livestream-Plan „absolut“. Einige Regierungsvertreter scheinen ihn nun abzulehnen. Bis Dienstag, 13. Oktober, hatte Trump keine endgültige Entscheidung über die Übertragung getroffen. Auch Abgeordnete beider großen Parteien und Religionsführer haben den Plan kritisiert. Die Entscheidung ist weiter offen, die Hinrichtung bleibt für den 3. Dezember angesetzt.
Kritiker und die weitere Debatte
Pete Hegseth, der Kriegsminister, argumentiert, die Menschen müssten die ernsten Konsequenzen solcher Taten verstehen. Ein Kommentar des New Statesman vertritt eine schärfere Sicht und stellt den Plan als Versuch dar, Amerikas männliche Vitalität zu beweisen; Trump mache Politik zur Unterhaltung. Der Kommentar merkt zudem an, Teile der Medien beschrieben den Plan schlicht als Rückkehr zu öffentlichen Hinrichtungen. Er erinnert an Charles Dickens, der argumentierte, private Hinrichtungen in Gefängnishöfen der USA verweigerten dem Verurteilten ein Publikum, anders als die öffentlichen Hinrichtungen, die er in Großbritannien gesehen habe.