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Energie & Handel·vor 3 Std.

Trump stellt Verlängerung des USMCA-Handelsabkommens infrage – monatelange Gespräche stehen bevor

Präsident Trump stellte am Mittwoch das USMCA-Handelsabkommen infrage und erklärte, die Vereinigten Staaten bräuchten ihre beiden wichtigsten Handelspartner nicht.

Trumps Aussage

Präsident Donald Trump erklärte gegenüber Reportern im Oval Office, er sei sich nicht sicher, ob er das Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) verlängern werde, den 2020 geschlossenen Handelsvertrag, den er einst als das fairste und ausgewogenste Abkommen aller Zeiten bezeichnet hatte. „Ich weiß nicht, ob ich es verlängern werde“, sagte Trump am 10. Juni und wiederholte seine Behauptung, die USA hätten keinen Nutzen von der Beziehung.

Wir brauchen nichts, was Kanada hat, wir brauchen nichts, was Mexiko hat, aber sie brauchen alles, was wir haben.

Er fügte hinzu, die USA bräuchten weder kanadische noch mexikanische Autos, Holz oder Energie. Die Äußerungen kamen nur wenige Stunden bevor beide Seiten die formellen Verhandlungen fortsetzen sollten.

Reaktionen und Verwirrung

Die Bemerkungen störten die gerade erst angelaufenen Handelsgespräche, die zwischen dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und mexikanischen Beamten bereits begonnen hatten. Kanada hingegen hatte Anfang des Monats seine Handelsministerin nach Washington geschickt, um Greer zu treffen und zu signalisieren, dass technische Gespräche kurz vor dem Start stünden. Der scharfe Kurswechsel eines Präsidenten, der das USMCA im Januar 2020 noch als „das beste Abkommen, das wir je geschlossen haben“ gefeiert hatte, löste bei den Verbündeten Hektik aus.

Es ist das fairste, ausgewogenste und vorteilhafteste Handelsabkommen, das wir je in Kraft gesetzt haben.

Diese frühere Aussage stammt von der Unterzeichnungszeremonie während Trumps erster Amtszeit. Die dieswöchige Kehrtwende gefährdet die automatische 16-jährige Verlängerungsklausel.

Verhandlungszeitplan

Mexiko und die USA haben bereits eine erste Gesprächsrunde abgehalten. Eine zweite Runde ist für den 16.–17. Juni in Washington geplant, eine dritte Runde soll in der Woche des 20. Juli in Mexiko-Stadt stattfinden. Die folgende Zeitleiste hebt die wichtigsten Daten hervor.

Zeitleiste zur USMCA-Verlängerung
  1. Trump sagt, er werde das Handelsabkommen möglicherweise nicht verlängern, was Verbündete schockiert.
  2. Zweite Runde der US-mexikanischen Handelsgespräche beginnt in Washington.
  3. Stichtag für die automatische 16-jährige Verlängerung; wird dieser verpasst, beginnen jährliche Überprüfungen.
  4. Dritte Verhandlungsrunde in Mexiko-Stadt geplant (Woche vom 20. Juli).

Das USMCA steht vor einem Stichtag am 1. Juli: Wird keine Verlängerung vereinbart, tritt das Abkommen in jährliche Überprüfungszyklen ein, kann aber bis zu einem Jahrzehnt in Kraft bleiben, sofern keine Vertragspartei austritt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Das Abkommen ersetzte das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA), das Trump wiederholt als das „schlechteste Handelsabkommen aller Zeiten“ bezeichnet hatte. Das USMCA beseitigte Zölle auf viele Güter, insbesondere im Automobilsektor. Trump behauptete, dass die USA ohne ein Abkommen besser dastehen würden, und argumentierte, dass die Handelsbeziehung Kanada und Mexiko weit mehr nütze. Die drei Länder zusammen machen den größten Anteil am US-Handel aus, und eine anhaltende Unsicherheit könnte Lieferketten und Investitionen auf dem gesamten Kontinent beeinträchtigen.

Washington · Mexiko-Stadt

7 Quellen

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