
Trump beschuldigt China des Diebstahls von 220 Millionen US-Wählerdaten und ordnet Geheimnis-Offenlegung an
In einer zur Hauptsendezeit gehaltenen Rede, die von mehreren großen Sendern boykottiert wurde, behauptete Präsident Trump, China habe illegal 220 Millionen Wählerdateien erlangt, und ordnete die Freigabe von Geheimdienstdokumenten an, die seiner Aussage nach Schwachstellen im Wahlsystem offenlegen.
Die Rede
Präsident Donald Trump hielt am Donnerstagabend eine 25-minütige Rede zur Hauptsendezeit aus dem Weißen Haus, in der er China beschuldigte, „die größte Wahl-Datenpiraterie-Operation der Geschichte“ durchgeführt zu haben. Mehrere große US-Fernsehsender, darunter NBC, ABC und CNN, entschieden sich, die Rede nicht live zu übertragen. Trump behauptete, Peking habe illegal mindestens 220 Millionen amerikanische Wählerdateien erlangt, die Namen, Adressen, Telefonnummern, politische Präferenzen und andere sensible Registrierungsdaten enthalten. Er sagte, die Operation habe 2018 begonnen und habe Wählerverzeichnisse in 18 Bundesstaaten zum Ziel gehabt, die durch kommerzielle Datenbankkäufe, Diebstahl oder Cyberangriffe erlangt wurden. Die Rede erfolgte im Vorfeld eines für September geplanten Besuchs von Xi Jinping und überschattete die diplomatischen Bemühungen.
China hat das durchgeführt, was offenbar die größte Wahl-Datenpiraterie-Operation der Geschichte war.
Experten weisen darauf hin, dass ein Großteil dieser Wählerdaten in vielen Bundesstaaten bereits öffentlich zugänglich ist, was die Behauptung eines geheimen Geheimdienstverstoßes untergräbt.
Freigabeanordnung
Trump kündigte an, er habe die Freigabe von Geheimdienstdokumenten angeordnet, die seiner Aussage nach „erschreckende Schwachstellen“ im US-Wahlsystem offenbaren. Er behauptete, die US-Geheimdienste hätten seit 2020 Beweise gesammelt, diese aber ihm und dem Kongress vorenthalten, und beschuldigte den „Deep State“ einer Vertuschung. Trump behauptete, die Dokumente zeigten, dass die US-Wahlinfrastruktur weitaus anfälliger sei als bisher angenommen.
Die Analyse der freigegebenen Dokumente ergab jedoch, dass sie seine Behauptungen nicht stützten. Ein CIA-Dokument betraf Wahlen in Venezuela, nicht in den Vereinigten Staaten. Ein anderes besagte, dass Stimmenauszählsysteme „schwer in einem Ausmaß zu manipulieren wären, das das Wahlergebnis gefährden würde“. Ein drittes CIA-Dokument stellte fest, dass chinesische Agenten zwar die Biden-Kampagne ins Visier genommen hätten, Peking aber „derzeit nicht beabsichtigt, sich verdeckt einzumischen, um das Wahlergebnis zu beeinflussen“.
Chinas Reaktion
Vor der Rede wies die chinesische Botschaft in Washington in einer Erklärung jede Einmischung zurück. Sie erklärte, China betrachte US-Wahlen als innere Angelegenheit und halte am Prinzip der Nichteinmischung fest. Peking hat stets alle Vorwürfe der Wahleinmischung zurückgewiesen und sie als unbegründet bezeichnet.
China hat sich nie in US-Präsidentschaftswahlen eingemischt und wird dies auch nie tun.
Die Anschuldigungen kommen in einem fragilen Moment der Beziehungen zwischen den USA und China, da für September ein Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den Vereinigten Staaten geplant ist.
Medienangriffe
Trump richtete sein Feuer auch auf die Sender, die sich weigerten, seine Rede auszustrahlen, und forderte den Entzug ihrer Rundfunklizenzen. Er hob NBC und ABC hervor und behauptete, sie hätten sich geweigert, die Rede auszustrahlen, um Wahlbetrug zu vertuschen. Er argumentierte, dass ein Betrug dieses Ausmaßes den Lizenzentzug auslösen sollte.
NBC und ABC sagten, sie würden die Rede nicht ausstrahlen... Weil sie wissen, dass unser System korrupt ist, und sie es nicht aufdecken wollen. Diese und andere Medien sind Teil einer Verschwörung. Sie wollen, dass der Betrug weitergeht.
Langjährige Behauptungen
Trump behauptet seit Jahren ohne überzeugende Beweise, dass die Wahl 2020 gestohlen wurde und dass der Demokrat Joe Biden nicht rechtmäßig gewonnen habe. Trotz zahlreicher Gerichtsurteile und Prüfungen, die die Integrität der Wahl 2020 bestätigen, wiederholt Trump die Vorwürfe weiter. Experten, unabhängige Institute und US-Gerichte sind wiederholt zu dem Schluss gekommen, dass es keine Beweise für Betrug oder Unregelmäßigkeiten gibt, die das Ergebnis beeinflusst haben. Die freigegebenen Dokumente untermauern seine Behauptungen nicht, sondern untergraben sie weiter.
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