
Zweite Studentin tot in Trier innerhalb einer Woche aufgefunden: Polizei vermutet Tötungsdelikt
Eine 29-jährige Studentin wurde am Sonntag tot in ihrer Wohnung aufgefunden, Tage nachdem ein 22-Jähriger in der Nähe des Campus erstochen wurde. Die Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen Tötungsdelikts, während die Universität einen Gedenkgottesdienst vorbereitet.
Zwei gewaltsame Tode in einer Woche
Die Universität Trier kämpft mit zwei gewaltsamen Todesfällen von Studierenden innerhalb weniger Tage. Am Mittwoch, dem 15. Juli, wurde ein 22-jähriger männlicher Student in der Nähe des Campus mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen. Am Sonntag, dem 19. Juli, wurde eine 29-jährige Studentin tot in ihrer Wohnung in der Nordallee aufgefunden. Die Polizei erklärte, ihre Verletzungen deuteten auf ein Tötungsdelikt hin, und sucht nach Zeugen, die zwischen Freitagnachmittag und Sonntagmittag etwas Verdächtiges gesehen haben.
Der erste Angriff: ein zufälliger Messerangriff
Der Tatverdächtige des ersten Tötungsdelikts ist ein 22-jähriger afghanischer Staatsangehöriger, der seit mehreren Jahren in Trier lebte und in der Nähe des Tatorts wohnte. Die Polizei erklärte, er und das Opfer hätten sich nicht gekannt, und beschrieb die Begegnung als zufällig. Der Verdächtige befindet sich nun in einer psychiatrischen Einrichtung. Der Angriff veranlasste Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), seine Forderung nach Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan zu bekräftigen.
Ich halte dies nach wie vor für eine absolut notwendige Maßnahme und werde nicht nachlassen, diese Abschiebungen in Länder wie Afghanistan voranzutreiben.
Zweiter Todesfall: Leiche in Wohnung gefunden
Die 29-Jährige wurde am Sonntag von ihrer Mutter als vermisst gemeldet und von Rettungskräften tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei hat weder Verdächtige noch ein Motiv genannt. Ein Sprecher erklärte, die Ermittlungen seien „sehr umfangreich“ und bat alle, die zwischen Freitagnachmittag und Sonntagmittag verdächtige Aktivitäten in der Nähe der Nordallee beobachtet haben, sich zu melden. Die genaue Todesursache wird noch ermittelt. Das Nachrichtenportal Blick warf die Frage nach einem Serienmörder auf, doch die Polizei hat keinen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen erwähnt. Der afghanische Verdächtige des ersten Tötungsdelikts befand sich zum Zeitpunkt der Vermisstenmeldung der Frau bereits in einer psychiatrischen Einrichtung.
Universität und Stadt unter Schock
Die Universität veröffentlichte auf ihrer Website eine Stellungnahme, in der sie von „tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit“ erfüllt sei. Sie fügte hinzu: „Nur wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod eines Studenten trifft dieses erneute Ereignis unsere Universitätsgemeinschaft mit voller Wucht.“ Für die 29-Jährige ist für Donnerstag, den 23. Juli, um 12:00 Uhr in der Kapelle auf dem Campus II ein Gedenkgottesdienst geplant. Kondolenzbücher liegen ab Mittwoch in der Universität und ab 13:30 Uhr im Bürgeramt Viehmarkt aus. Am vergangenen Donnerstag versammelten sich rund 1.000 Menschen an der Universität, um des 22-jährigen Opfers zu gedenken. Die Oberbürgermeisterin sprach in einer Pressemitteilung ihr Beileid aus und sagte, zwei junge Studierende seien „grausam getötet“ und ihre Familien in tiefstes Leid gestürzt worden.
Zwei junge Studierende, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatten, wurden grausam getötet, und ihre Eltern, Freunde und Familien wurden über Nacht in tiefstes Leid gestürzt.
Politische Folgen und Ermittlungen
Dobrindts Äußerungen vor Journalisten in Berlin verknüpften den ersten Tötungsfall mit seiner umfassenderen Abschiebungspolitik. Er sagte, die Gesellschaft habe ein Recht darauf, dass Straftäter aus dem Land entfernt werden. Inzwischen ermittelt die Polizei weiter zum zweiten Todesfall, ohne dass es bisher Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem ersten gibt. Die Universität hat die Gemeinschaft aufgerufen, zusammenzustehen.
- 22-jähriger Student in der Nähe des Campus erstochen
- Rund 1.000 Menschen nehmen an Gedenkfeier für den 22-Jährigen teil
- 29-jährige Studentin tot in ihrer Wohnung aufgefunden
- Gedenkgottesdienst in der Kapelle auf Campus II

