
Togo nimmt zwei französische Filmemacher wegen Drohnenflügen und falscher Angaben fest
Die togoischen Behörden bestätigten, dass sie zwei französische Regisseure und einen lokalen Fixer in Untersuchungshaft im Lager Agoè-Logopè festhalten, unter Berufung auf unbefugte Drohnenflüge in der nördlichen Region Savanes.
Offizielle Vorwürfe und Drohneneinsatz
Die Regierung Togos erklärte am 22. August 2026, dass die Justizbehörden ernsthafte und übereinstimmende Beweise gegen zwei französische Filmemacher und ihren lokalen Fixer haben, die seit Ende Juli inhaftiert sind. In einer gemeinsamen Erklärung des Justizministeriums und des Sicherheitsministeriums hieß es, dass die Regisseure Gaël Mocaër und Sebastian Perez Pezzani sowie der Fixer Fred Vedomey wegen falscher Angaben strafrechtlich verfolgt werden. Die togoischen Behörden berichteten, dass die Filmcrew eine Drohne über Zonen unter besonderer Sicherheitsüberwachung fliegen ließ, insbesondere in der Region Savanes im äußersten Norden. Das Gebiet Savanes steht seit 2022 unter Ausnahmezustand aufgrund von Einfällen militanter Gruppen, die mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat aus dem benachbarten Burkina Faso in Verbindung stehen.
Die togoischen Beamten gaben an, dass die drei Männer sich auf eine Genehmigung des Tourismusministeriums vom 19. Juni 2026 beriefen. Die Regierung wies darauf hin, dass dieses Dokument ausschließlich auf den Namen Vedomey Komi ausgestellt und streng auf bestimmte geografische Sektoren beschränkt war, die die Region Savanes ausschlossen. Die gemeinsame Erklärung stellte außerdem mehrere nicht näher bezeichnete Unregelmäßigkeiten bei der Vorbereitung und logistischen Durchführung des Filmprojekts fest, während sie betonte, dass die drei Inhaftierten unter sicheren Bedingungen gemäß internationalen Normen gehalten werden.
Haft und Gerichtsverfahren
Die beiden französischen Regisseure drehten eine Episode der Dokumentationsserie „Les routes de l‘impossible“, die auf France Télévisions und France 5 ausgestrahlt wird, als Sicherheitskräfte sie am 27. Juli 2026 in der Nähe der nördlichen Stadt Kara festnahmen. Nach drei Wochen erster Inhaftierung brachten die Behörden die drei Männer am 17. August 2026 in Anwesenheit ihres Verteidigers vor den Staatsanwalt von Lomé. Der Staatsanwalt ordnete für alle drei Personen Untersuchungshaft im Lager Agoè-Logopè außerhalb von Lomé an.
- Togos Tourismusministerium erteilt Fixer Vedomey Komi Drehgenehmigung
- Sicherheitskräfte verhaften Gaël Mocaër, Sebastian Perez Pezzani und Fred Vedomey in der Nähe von Kara
- Festgenommene erscheinen vor dem Staatsanwalt von Lomé und kommen in Untersuchungshaft in Agoè-Logopè
- Französisches Außenministerium bestätigt drei konsularische Besuche während laufender gerichtlicher Untersuchung
- Reporter ohne Grenzen fordert sofortige Freilassung unter Berufung auf Gesundheitsbedenken
- Togoische Regierung gibt erste Erklärung ab, in der sie falsche Angaben und Drohneneinsatz behauptet
Das französische Außenministerium berichtete am 18. August 2026, dass ein Ermittlungsrichter eine förmliche gerichtliche Untersuchung des Falles durchführt. Französische Diplomaten stellten fest, dass konsularische Vertreter bis zu diesem Datum drei Besuche bei den inhaftierten Staatsangehörigen durchgeführt hatten.
Verteidigung der Produktionsfirma und rechtliche Reaktion
Tony Comiti Productions, die Produktionsfirma, die den Dreh in Auftrag gegeben hatte, bestritt die Grundlage der Anklage. Der Generaldirektor der Firma, Patrice Lucchini, erklärte, die Crew habe sich in voller Übereinstimmung mit den einschlägigen Verwaltungsvorschriften befunden und sei versehentlich über einen empfohlenen Umkreis bei Kara hinausgelangt, während sie Straßen in der Region filmte. Lucchini bestätigte zudem, dass sich die anfänglichen Vorwürfe gegen die Crew während der Ermittlungen geändert hätten.
Sie wurden zunächst der Spionage beschuldigt, dann wurde die Anklage fallengelassen.
Der togoische Rechtsanwalt der Inhaftierten, Martial Akakpo, erklärte, seine Mandanten räumten kein Fehlverhalten ein und wiesen alle von der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklagepunkte zurück.
Reaktionen der Pressefreiheit und Gesundheitsalarme
Reporter ohne Grenzen gab die Identitäten der inhaftierten französischen Journalisten am 19. August 2026 bekannt und forderte ihre sofortige Freilassung. Die Organisation für Pressefreiheit bezeichnete die anhaltende Untersuchungshaft der Dokumentarfilmcrew als ungerechtfertigt und unverhältnismäßig.
RSF-Generaldirektor Thibaut Bruttin und Familienangehörige äußerten Besorgnis über den Gesundheitszustand von Regisseur Sebastian Perez Pezzani. Bruttin berichtete, dass Perez Pezzani an einer bestehenden Erkrankung leide, die ohne spezialisierte Behandlung zu einer Sepsis führen könne. Die Justizbehörden in Lomé haben noch keinen Termin für weitere Gerichtsanhörungen oder einen Prozess festgesetzt.


