
Tödlicher Sturm in der Sächsischen Schweiz: Ein Toter, Nationalpark gesperrt, während Unwetter Deutschland treffen
Ein 28-jähriger Mann wurde am Freitagabend in der Nähe der Felsenbühne in Rathen von einem umstürzenden Baum getötet, als ein heftiges Gewitter durch den Nationalpark Sächsische Schweiz zog, 13 weitere Menschen verletzte und die Evakuierung von 40 Besuchern erzwang.
Eine heftige, lokal begrenzte Gewitterzelle traf am Freitagabend, dem 31. Juli 2026, die Sächsische Schweiz und tötete einen Mann. Die Schäden waren so umfangreich, dass der Nationalpark gesperrt werden musste. Der Sturm war Teil eines breiteren Unwetterbands, das weite Teile Deutschlands von Hamburg bis Bayern erfasste.
Tödlicher Einschlag an einem Touristen-Hotspot
Der Sturm traf den beliebten Kurort Rathen am Ufer der Elbe nahe der berühmten Bastei. Auf einem Zugangsweg zur Felsenbühne, einem natürlichen Freilichttheater, fiel ein Baum und tötete einen 28-jährigen Mann. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt, zehn weitere erhielten ambulante medizinische Versorgung. Rund 40 Menschen wurden aus dem Gebiet evakuiert. Das Freilichttheater sollte an diesem Abend das Musical „Der kleine Horrorladen“ aufführen, doch die Vorstellung wurde abgesagt.
Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Gewitterzelle gewesen zu sein.
Der Leiter des Theaterbetriebs, Johannes Gärtner, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich habe die Vorstellungen bis Montag abgesagt.“ Auch die Bühne selbst wurde durch den Sturm beschädigt; eine Inspektion des Ausmaßes läuft.
Weit verbreitete Schäden in ganz Deutschland
Der Vorfall in der Sächsischen Schweiz war die schwerste Folge einer Unwetternacht. In Hamburg rückte die Feuerwehr zwischen 18:30 und 21:00 Uhr zu 85 wasserbedingten Einsätzen aus, vor allem überflutete Keller und Unterführungen, dazu 12 weitere Einsätze wegen herabzustürzender Gegenstände. Verletzt wurde niemand. Ein Feuerwehrsprecher beschrieb die Anrufe als „fast im Minutentakt“ eingehend, sagte aber, die Arbeitsbelastung sei bewältigbar gewesen.
In Stuttgart traf ein schweres Gewitter mit orkanartigen Böen gegen 20:20 Uhr ein und warf Bäume in der ganzen Stadt um. Über 120 Feuerwehrleute von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren arbeiteten bis in die Nacht, um die Schäden zu beseitigen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, Bäume seien auf Autos, Stromleitungen und Straßen gefallen, und Unterführungen seien überflutet worden. Ein umgestürzter Baum blockierte vorübergehend den Zugang zu einem Krankenhausgelände. Rund 50 Einsätze wurden registriert, Verletzte gab es nicht.
In Oberbayern entzündete ein Blitzeinschlag am Hochstaufen bei Bad Reichenhall einen Waldbrand. Die Polizei sagte, der Regen habe die Löscharbeiten unterstützt, doch am Samstagmorgen glimmten noch Glutnester. Stadt und Feuerwehr warnten vor „Lebensgefahr“ in dem Gebiet.
Aufräumarbeiten und Parksperrung
Der Staatsbetrieb Sachsenforst kündigte die Sperrung des Nationalparks für Besucher in den Gebieten zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal an. Er warnte vor akuter Lebensgefahr durch Sturmschäden. Landrat Michael Geisler (CDU) erklärte, für Wehlen, Lohmen und Rathen werde zumindest über das Wochenende ein Waldbetretungsverbot erlassen, und verwies auf die Gefahr weiterer umstürzender Bäume. Er warnte auch vor möglichen Unterbrechungen des Fährverkehrs zwischen den beiden Elbseiten bei Rathen und der Zufahrtswege zur Bastei.
Ich gehe von unmittelbarer Lebensgefahr durch weitere umstürzende Bäume aus.
Rettungs- und Suchmaßnahmen wurden am Freitagabend durch die Dunkelheit behindert. Die Bergwacht setzte Drohnen ein, und ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera durchsuchte das felsige Gelände nach möglicherweise eingeschlossenen Personen. Die Einsatzkräfte nahmen ihre Arbeit am Samstagmorgen um 8:00 Uhr wieder auf.
Sturmintensität
ARD-Meteorologe Karsten Schwanke berichtete von orkanartigen Böen an mehreren Orten, darunter 143 km/h in Schmallenberg im Sauerland und 118 km/h in Dingolfing in Niederbayern. Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens und anderer Regionen Unwetterwarnungen herausgegeben und vor Blitzeinschlägen, umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Gegenständen gewarnt.
- Die Hamburger Feuerwehr beginnt mit der Bearbeitung wasserbedingter Einsätze; bis 21:00 Uhr werden 85 Einsätze registriert
- Schwere lokale Gewitterzelle trifft Rathen in der Sächsischen Schweiz und wirft Bäume in der Nähe der Felsenbühne um
- Schweres Gewitter mit orkanartigen Böen trifft Stuttgart und wirft Bäume in der ganzen Stadt um
- Blitzeinschlag entzündet Waldbrand am Hochstaufen bei Bad Reichenhall
- Bergrettung, Drohnen und Polizeihubschrauber suchen in Rathen nach eingeschlossenen Personen; Einsatz wegen Dunkelheit unterbrochen
- Einsatzkräfte nehmen ihre Arbeit in der Sächsischen Schweiz wieder auf; Nationalpark bleibt gesperrt

