
Tschechische Armee setzt Venom- und Viper-Hubschrauber nach tödlichem Absturz auf Stützpunkt Náměšť am Boden – ein Soldat tot, vier verletzt
Ein UH-1Y Venom-Hubschrauber stürzte am 23. Juli bei der Landung auf dem Stützpunkt des 22. Hubschraubergeschwaders in Náměšť nad Oslavou ab, wobei ein Soldat getötet und vier verletzt wurden. Die Armee setzte alle Venom- und Viper-Flüge bis zum Abschluss der Ermittlungen aus.
Der Absturz
Am 23. Juli 2026, kurz nach Mittag, stürzte ein UH-1Y Venom-Hubschrauber der tschechischen Luftwaffe bei der Landung auf dem Stützpunkt des 22. Hubschraubergeschwaders in Náměšť nad Oslavou in der Region Třebíč ab. Das Fluggerät kehrte von einem routinemäßigen Trainingsflug mit fünf Soldaten an Bord zurück. Der Stützpunktkommandeur Petr Slíva sagte Journalisten, dass der Absturz in etwa 50 Metern Höhe über dem Boden erfolgte. Die Polizei erhielt die Meldung des Vorfalls um 12:11 Uhr, so die regionale Polizeisprecherin Dana Čírtková.
- UH-1Y Venom stürzt bei der Landung auf dem Stützpunkt Náměšť ab, ein Soldat tot, vier verletzt.
- Rettungsdienste bringen Verletzte in Krankenhäuser nach Brünn und Jihlava; drei Rauchvergiftungsfälle nach Třebíč.
- Zwei Schwerverletzte im Brünner Krankenhaus Bohunice; einer in der St.-Anna-Klinik; einer auf der Intensivstation in Jihlava.
- Zwei Rauchvergiftungspatienten am Abend aus dem Krankenhaus Třebíč entlassen.
- Armee gibt bekannt, dass die verletzten Soldaten stabil und nicht in unmittelbarer Gefahr sind; die restlichen Rauchpatienten sollen am Freitag entlassen werden.
Ein Soldat, eine Frau, starb noch an der Unfallstelle. Vier weitere wurden verletzt, drei mittelschwer bis schwer und einer leicht. Die Armee sperrte die Absturzstelle sofort ab und stellte Militärfahrzeuge zur Sichtschutzbereitstellung auf.
Opfer und Krankenhausaufenthalte
Rettungsdienste brachten die drei mittelschwer bis schwer verletzten Soldaten in Krankenhäuser nach Brünn. Zwei wurden in die Fakultní nemocnice Bohunice eingeliefert, deren stellvertretende Direktorin für Kommunikation, Lucie Jungwirthová, ihren Zustand als ernst beschrieb. Der dritte wurde in das Krankenhaus der Heiligen Anna gebracht, wie Sprecher Jiří Erlebach bestätigte. Der leicht verletzte Soldat wurde ins Krankenhaus Jihlava gebracht und auf der Intensivstation der Traumatologieabteilung untergebracht. Sprecherin Monika Zachrlová sagte, der Patient sei nicht in unmittelbarer Gefahr, bleibe aber auf der Intensivstation.
Sieben Personen, die beim Löschen des Hubschrauberbrandes Rauch eingeatmet hatten, wurden ins Krankenhaus Třebíč gebracht. Sprecherin Jitka Mácová erklärte, alle seien vorsorglich stationär aufgenommen worden und befänden sich in gutem Zustand. Zwei wurden am Abend des Absturzes entlassen, die restlichen fünf sollten voraussichtlich am Freitag, dem 24. Juli, entlassen werden.
Am Freitagmorgen gab die Armee auf X bekannt, dass die vier verletzten Soldaten bei Bewusstsein, stabil und nicht in unmittelbarer Gefahr seien. Die Armee erklärte, sie unterstütze die Verletzten und ihre Familien maximal.
Offizielle Reaktionen
Premierminister Andrej Babiš (ANO) postete auf X.
Mich hat die Nachricht vom Absturz des Armeehubschraubers erschüttert. Ich denke an die Soldaten, die ihren Dienst taten. Ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung. Der Familie und den Angehörigen des Soldaten, der bei diesem tragischen Unfall sein Leben verlor, spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus. Ehre ihrem Andenken.
Verteidigungsminister Jaromír Zůna (SPD) und Luftwaffenkommandeur Petr Tománek reisten zum Stützpunkt. Auch Zůna und Innenminister Lubomír Metnar (ANO) sprachen ihr Beileid aus. Die Armee erklärte, dass sie aus Respekt vor den Hinterbliebenen die Identität des verstorbenen Soldaten oder weitere persönliche Details nicht preisgeben werde.
Flottenstilllegung und Ermittlungen
Die Armee setzte den Betrieb aller UH-1Y Venom- und AH-1Z Viper-Hubschrauber, gemeinsam als H-1-System bezeichnet, bis zum Abschluss der Ermittlungen sofort aus. Der Stützpunkt in Náměšť betreibt auch Mi-171Š-Hubschrauber, die von der Stilllegung nicht betroffen waren. Die Armee erklärte, sie werde weitere Informationen veröffentlichen, sobald es die Situation zulasse, unter Wahrung des Ermittlungsverlaufs.
Hintergrund der Hubschrauberbeschaffung
Tschechien kaufte 2019 acht Venom- und vier Viper-Hubschrauber aus den Vereinigten Staaten. Der Vertrag wurde im Dezember 2019 vom damaligen Verteidigungsminister Lubomír Metnar (ANO) unterzeichnet. Die letzten beiden Maschinen trafen im Juni 2024 im Land ein. US-Experten schulten bis zum letzten Jahr tschechisches Personal auf den neuen Fluggeräten.

