
Polnischer Tourist stirbt bei Sturz nahe der Gerlachspitze in der Slowakischen Hohen Tatra
Ein 36-jähriger polnischer Wanderer starb nach einem Sturz von der Felswand Batizovská próba unterhalb der Gerlachspitze, während Rettungskräfte seinen gestrandeten Begleiter per Hubschrauber nach Starý Smokovec evakuierten.
Tödlicher Sturz an der Batizovská próba
Ein 36-jähriger polnischer Tourist starb am Sonntagmorgen nach einem Sturz in der slowakischen Hohen Tatra. Der Unfall ereignete sich an der Batizovská próba, einer steilen und technisch anspruchsvollen Felsstufe unmittelbar unterhalb des Gipfels der Gerlachovský štít. Der Gerlach, der eine Höhe von 2655 Metern über dem Meeresspiegel erreicht, ist der höchste Gipfel des gesamten Tatragebirges. Ein zufälliger Zeuge, der den Sturz aus der Ferne beobachtete, verständigte noch vor Mittag sofort den Notruf und meldete, dass ein Kletterer mehrere Meter tief auf die Felsen gestürzt sei und keine Lebenszeichen mehr zeige.
Luftgestützter Notfalleinsatz und Bergung
Nach Eingang der Notfallmeldung koordinierte der Slowakische Bergrettungsdienst (Horská záchranná služba, HZS), der vom Regionalen Feuer- und Rettungszentrum in der Hohen Tatra aus operiert, die Zusammenarbeit mit einer Notarztbesatzung des Flugrettungsdienstes (VZZS). Ein Rettungshubschrauber nahm zwei spezialisierte Bergretter an Bord, um das steile, hochalpine Gelände zu erreichen. Da der Berghang für Bodenfahrzeuge unzugänglich war, setzte die Hubschrauberbesatzung beide Retter mit einer mechanischen Seilwinde an der Unfallstelle ab. Nachdem die 36-jährige Person erreicht worden war, stellte das Rettungspersonal fest, dass die während des Sturzes auf die scharfen Felsen erlittenen schweren körperlichen Verletzungen tödlich waren. Die Retter sicherten den Leichnam, hievten ihn an Bord des Hubschraubers und flogen ihn auf dem Luftweg nach Starý Smokovec, dem Sitz der slowakischen Rettungsdienstleitung. Der Verstorbene wurde anschließend der slowakischen Polizei und einem Untersuchungarzt übergeben.
- Rettungskräfte evakuieren einen verletzten 51-jährigen polnischen Wanderer auf der Rysy zum Popradské pleso
- Ein 36-jähriger polnischer Kletterer stürzt an der Batizovská próba mehrere Meter tief
- Ein Augenzeuge meldet den tödlichen Sturz unterhalb der Gerlachspitze dem Bergrettungsdienst
- Zwei Retter werden per Hubschrauberwinde abgesetzt und bergen das Opfer sowie seinen Begleiter
Evakuierung des gestrandeten Begleiters
Ein zweiter polnischer Staatsbürger, ein 40-jähriger Mann, befand sich zum Zeitpunkt des tödlichen Sturzes zusammen mit dem Opfer. Nach dem Vorfall erlitt der überlebende Begleiter einen akuten Schock und war nicht in der Lage, den steilen, felsigen Hang hinab ins Tal zu gelangen. Die technische Schwierigkeit des Geländes ließ ihn völlig gestrandet unterhalb des Gipfels zurück. Bergrettungsspezialisten sicherten den Mann am Berghang, führten ihn aus dem Gefahrenbereich und brachten ihn mit dem Rettungshubschrauber ins Tal. Er wurde ohne körperliche Verletzungen sicher auf dem dafür vorgesehenen Hubschrauberlandeplatz in Starý Smokovec abgesetzt.
Sicherheitsanforderungen und Wochenendrettungen
Die Batizovská próba ist eine zerklüftete Felsstufe, die ins Batizovská tal abfällt, und dient als eine der Hauptrouten, die von Kletterern beim Abstieg vom Gerlach genutzt werden. Die slowakischen Rettungsbehörden weisen darauf hin, dass der Gerlach über keine markierten Wanderwege verfügt. Die Besteigung des 2655 Meter hohen Gipfels erfordert spezielle Bergsteigerausrüstung und fortgeschrittene alpine Fähigkeiten, oder die zwingende Begleitung durch einen zertifizierten Bergführer.
Der tödliche Abstieg war einer von zwei Notfalleinsätzen mit polnischen Wanderern in der Hohen Tatra am selben Wochenende. Am Samstagnachmittag wurden HZS-Retter zu einem 51-jährigen Polen gerufen, der vom Gipfel der Rysy abstieg. Der Wanderer hatte plötzliche Knieschmerzen und starke Schwindelgefühle, die ihn am Gehen hinderten. Die Rettungsteams versorgten und stabilisierten den Mann auf dem Weg, transportierten ihn auf einer Trage zur Berghütte am Popradské pleso und fuhren ihn auf seinen Wunsch hin mit einem Geländewagen zum Parkplatz am Popradské pleso, damit er seine Reise fortsetzen konnte.


