
Ausländischer Tourist erlebt tödlichen Herzstillstand auf Polens schwierigstem Wanderweg – Nasse Felsen und tiefe Wolken erschweren Rysy-Aufstieg
Ein ausländischer Tourist ist am Dienstag auf dem Rysy-Weg zusammengebrochen und an einem plötzlichen Herzstillstand gestorben, trotz Wiederbelebungsversuchen durch Umstehende und eines fortgeschrittenen Einsatzes der Tatra-Bergrettung. Sein Leichnam und sein Wanderpartner wurden per Hubschrauber nach Zakopane geflogen, nachdem Regen am Montag den felsigen Weg rutschig und tiefe Wolken die Sicht eingeschränkt hatten.
Was geschah
Am Dienstag, dem 28. Juli, erlitt ein ausländischer Tourist, der den Weg zum Rysy, Polens höchstem Gipfel, wanderte, auf halbem Aufstieg einen plötzlichen Herzstillstand. Der Vorfall ereignete sich auf der polnischen Anstiegsroute, die vom Morskie Oko zum Gipfel führt. Andere Wanderer in der Nähe eilten zu Hilfe und begannen als erste mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Einsatzkräfte der TOPR erreichten kurz darauf den Ort und leiteten fortgeschrittene medizinische Maßnahmen ein, aber der Zustand des Mannes war ab dem Moment des Zusammenbruchs kritisch.
Trotz der raschen Einleitung der Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Zeugen und der fortgeschrittenen medizinischen Maßnahmen der TOPR-Retter konnte das Leben des Mannes nicht gerettet werden.
Der Leichnam des Opfers und sein Wanderpartner, der ihn auf der Exkursion begleitet hatte, wurden per Hubschrauber nach Zakopane geflogen. Der diensthabende TOPR-Retter Kamil Suder gab am Dienstag gegenüber polnischen Medien den offiziellen Bericht ab. Informationen über die Nationalität oder das Alter des Touristen wurden nicht veröffentlicht.
Der Rysy-Weg
Der polnische Anstieg zum Rysy gehört zu den anspruchsvollsten markierten Routen im gesamten Tatra-Gebirge. Der Weg beginnt oberhalb des Morskie Oko, durchquert das Gebiet des Czarny Staw pod Rysami und steigt dann steil durch exponiertes, felsiges Gelände an, das mit Ketten als Handläufen gesichert ist. Die Kombination aus erheblichem Höhengewinn und technischer Schwierigkeit macht den Weg zu einer Herausforderung, die gute körperliche Verfassung und Erfahrung erfordert. Eine Alternative gibt es auf der slowakischen Seite: Diese Route führt vom Štrbské Pleso durch das Mięguszowiecka-Tal, vorbei am Popradské pleso und über den Wagasattel zum slowakischen Gipfel auf 2.501 Metern über dem Meeresspiegel. Der slowakische Anstieg gilt allgemein als etwas weniger schwer als der polnische, bleibt aber eine ernsthafte Bergtour.
Wetterbedingungen
Die Bedingungen am Dienstag verstärkten die inhärente Schwierigkeit des Weges. Starker Regen am Montag hatte die Felsflächen im gesamten Massiv durchnässt und die steilen, mit Ketten gesicherten Abschnitte bis in den folgenden Tag hinein in außergewöhnlich rutschige Rinnen verwandelt. Am Dienstagmorgen hüllte eine tiefe Wolkendecke die Gipfel ein, reduzierte die Sicht drastisch und erschwerte die Orientierung für alle, die sich bereits am Berg befanden. Erst am Nachmittag besserte sich das Wetter: Die Wolken hoben sich und die Sonne kehrte in die höheren Lagen zurück. Die Verbesserung der übergeordneten Bedingungen trocknete die Felsen jedoch kaum, und der Halt blieb auf den steileren Passagen gefährlich. Der plötzliche Wechsel von bedecktem zu klarem Himmel vermittelte Wanderern in den unteren Abschnitten einen irreführenden Eindruck von zunehmender Sicherheit, während die Felsen weiter oben noch stundenlang nass und tückisch blieben.
- Starker Regen durchnässt die Felsflächen im gesamten Tatra-Massiv
- Tiefe Wolkendecke schränkt die Sicht auf den Gipfeln ein
- Tourist bricht zusammen; Zeugen beginnen mit Wiederbelebung, TOPR leitet fortgeschrittene Maßnahmen ein
- Wetter klart auf, Sonne kehrt in die höheren Lagen zurück
- Leichnam und Wanderpartner per Hubschrauber nach Zakopane geflogen
Sicherheitsappell
Der Tatra-Nationalpark erneuerte nach dem Todesfall seine ständigen Sicherheitshinweise. Der TPN rief Wanderer dazu auf, Routen zu wählen, die ihrer Fitness und Erfahrung entsprechen, sich sorgfältig vorzubereiten und vor dem Aufbruch die Wettervorhersagen zu konsultieren. Die Parkverwaltung betonte, dass auf exponierten Abschnitten der Hohen Tatra selbst scheinbar günstiges Wetter ein ernstes Risiko des Ausrutschens und Fallens auf unebenem oder feuchtem Fels bergen kann. Der TPN riet außerdem, dass jeder, der auf dem Weg plötzliche Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen oder unerwartete Schwäche verspürt, sofort anhalten und Hilfe rufen sollte, anstatt zu versuchen, weiterzugehen. Der Hinweis ist eine übliche saisonale Erinnerung, aber er hatte an einem Tag, an dem einer der bekanntesten Wege des Gebirges gerade ein Leben gefordert hatte, besonderes Gewicht.

