
Brand auf der Fincantieri-Werft in Ancona: Ein Arbeiter tot, ein weiterer lebensgefährlich verletzt
Ein Brand in der Nachtschicht auf der Fincantieri-Werft in Ancona hat einen 54 oder 55 Jahre alten Subunternehmer getötet und einen 29-Jährigen lebensgefährlich verletzt; die Gewerkschaften riefen landesweite Streiks zum Thema Sicherheit aus.
Der Vorfall in Ancona
In der Nachtschicht des 29. September brach auf der Werft von Fincantieri in der italienischen Adriastadt Ancona ein tödlicher Arbeitsbrand aus. Gegen 22:15 Uhr erfasste eine plötzliche Stichflamme zwei Arbeiter in einer Bauhütte im mittleren Bereich des Werksgeländes, während diese Schneid- und Schweißarbeiten an einem Schiff ausführten. Rettungskräfte trafen umgehend ein und brachten beide Männer mit rotem Notfallcode in das Regionalkrankenhaus von Ancona. Ein 54 oder 55 Jahre alter tunesischer Arbeiter und Vater kam in kritischem Zustand an und starb kurz darauf an ausgedehnten Verbrennungen. Der zweite Arbeiter, ein 29-jähriger Bangladescher und Vater zweier Kinder, erlitt schwere Verbrennungen an mehreren Körperstellen. Er wurde in die Anästhesie- und Intensivklinik des Universitätsklinikums von Ancona aufgenommen, bevor die Ärzte seine Verlegung in das spezialisierte Schwerbrandverletztenzentrum in Pisa organisierten. Wasserschutzpolizei, Streifenkräfte, Feuerwehr und Kriminalpolizei nahmen am Ort Ermittlungen auf, um die genaue Ursache festzustellen, und prüften, ob ein Funke eines Acetylen-Schneidbrenners oder ein elektrischer Defekt an einem Schweißgerät das Feuer entzündet hatte.
- Bei Schweißarbeiten an einem Schiff in einer Werkhalle der Werft von Ancona bricht eine Stichflamme aus.
- Rettungskräfte bringen beide verletzten Arbeiter in kritischem Zustand in das Regionalkrankenhaus von Ancona.
- Die Gewerkschaften errichten einen Streikposten vor dem Werk in Ancona und rufen einen achtstündigen lokalen Streik aus.
- Die nationalen Gewerkschaften rufen einen zweistündigen Streik in allen Fincantieri-Werften in Italien aus.
Gewerkschaftsstreiks und Forderungen nach Sicherheit
Als Reaktion auf den tödlichen Unfall organisierten Italiens drei große Metallgewerkschaften (Fiom, Fim und Uilm) am frühen Mittwochmorgen eine Protestkundgebung vor den Toren der Werft. Die lokalen Gewerkschaftsvertretungen riefen einen sofortigen achtstündigen Streik für alle Arbeitsschichten des Standorts Ancona aus, während die nationalen Dachverbände zu einem zweistündigen Streik in allen Fincantieri-Werften in ganz Italien aufriefen. Die Gewerkschaftsvertreter erklärten, industrielle Arbeitgeber behandelten Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz häufig als Kostenfaktor statt als grundlegenden kollektiven Standard. Luigi Imperiale, Regionalsekretär der Fim-Cisl, forderte vollständige Transparenz über die technischen Abläufe des Brandes, um vergleichbare Unfälle künftig zu verhindern. Am Protestposten vor dem Werk in Ancona verlangte Claudia Mazzucchelli, Regionalsekretärin der Uil Marche, strukturelle gesetzliche Änderungen, um Fahrlässigkeit am Arbeitsplatz strafrechtlich zu verfolgen.
Wir halten es für notwendig, einen Sonderstaatsanwalt für die Ermittlungen zu haben, wie es in anderen Fällen existiert, und einen Straftatbestand der Tötung am Arbeitsplatz.
Prüfung des Subunternehmer-Modells
Beide Opfer waren bei einer externen Vertragsfirma beschäftigt und nicht direkt beim Schiffbauer. Gewerkschaftsvertreter verwiesen auf das mehrstufige Subunternehmersystem als zentrale Schwachstelle und argumentierten, dass Lohndumping und Preiswettbewerb nach unten die Präventionsmaßnahmen und die Schutzausrüstung auf den Baustellen schwächten. Auf der Werft in Ancona sind rund 4.000 Arbeiter über externe Vertragsfirmen beschäftigt, verglichen mit nur 800 direkt bei Fincantieri angestellten Mitarbeitern. Sara Galassi, Sekretärin der Fiom Cgil in Ancona, forderte, dass das Unternehmen einen Teil dieses Subunternehmerpersonals direkt in die eigene Belegschaft übernimmt.
Es ist nicht möglich, dass es auf dieser Werft 800 Fincantieri-Beschäftigte und 4.000 von Vertragsfirmen gibt.
- Beschäftigte von Subunternehmen
- 4000 Beschäftigte
- Direkt bei Fincantieri Beschäftigte
- 800 Beschäftigte
Der Regionalrat der Marken, Maurizio Mangialardi, ergänzte, dass kaskadenartige Unteraufträge und Mängel bei der persönlichen Schutzausrüstung weiterhin hartnäckige Probleme im gesamten Schiffbausektor seien, die verbindliche Schutzvorschriften erforderten.
Unternehmensreaktion und nationaler Kontext
Fincantieri veröffentlichte eine Erklärung, in der das Unternehmen der Familie und den Kollegen des verstorbenen Arbeiters sein tiefes Beileid aussprach und seine Unterstützung für den verletzten bangladeschischen Mitarbeiter bekundete. Das Unternehmen teilte mit, dass die Notfallprotokolle unmittelbar nach dem Vorfall aktiviert wurden, und erklärte, die Geschäftsleitung arbeite vollumfänglich mit den Justiz- und Polizeibehörden zusammen, die die technischen Untersuchungen vor Ort durchführen. Der tödliche Unfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer umfassenderen nationalen Bilanz der Arbeitssterblichkeit, die die italienische Unfallversicherungsanstalt INAIL dokumentiert. In ihrem in der Vorwoche veröffentlichten Jahresbericht verzeichnete INAIL für 2025 landesweit 1.189 arbeitsbedingte Todesfälle. Obwohl diese Zahl einen Rückgang um 3,02 Prozent (37 Todesfälle weniger) gegenüber 2024 bedeutet, zeigen die Daten, dass Italien weiterhin im Durchschnitt mehr als drei Arbeitsunfälle mit Todesfolge pro Tag registriert.
