
Hitzetote in Deutschland steigen auf 5.120 im ersten Halbjahr 2026, fast doppelt so viele wie 2025 insgesamt
Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass bis Ende Juni 5.120 Menschen in Deutschland an Hitze gestorben sind, ausgelöst durch eine Hitzewelle Ende Juni, die die Temperaturen über 40 °C trieb.
Deutschland hat im Jahr 2026 bereits schätzungsweise 5.120 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet, fast doppelt so viele wie die 2.600 Todesfälle, die für das gesamte Jahr 2025 auf Hitze zurückgeführt wurden, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Die Zahlen, die im wöchentlichen Sterblichkeitsbericht des Instituts veröffentlicht wurden, decken den Zeitraum vom 6. April bis 28. Juni ab und schließen die schwere Hitzewelle ein, die in der letzten Juniwoche auftrat.
Nationale Bilanz und regionale Unterschiede
Bundesweit liegt die hitzebedingte Sterblichkeitsrate im ersten Halbjahr 2026 bei 6,2 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Die Belastung ist ungleich verteilt: Das Saarland verzeichnete mit 15,5 pro 100.000 die höchste Rate, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 13,6. Hessen verzeichnete 600 Todesfälle (9,5 pro 100.000), während Berlin und Brandenburg 120 bzw. 110 Todesfälle meldeten, mit Raten von 3,3 bzw. 4,4 pro 100.000.
- Berlin
- 3.3 pro 100.000 Einwohner
- Brandenburg
- 4.4 pro 100.000 Einwohner
- Deutschland (Durchschnitt)
- 6.2 pro 100.000 Einwohner
- Hessen
- 9.5 pro 100.000 Einwohner
- Rheinland-Pfalz
- 13.6 pro 100.000 Einwohner
- Saarland
- 15.5 pro 100.000 Einwohner
Die Hitzewelle Ende Juni
Eine brutale Hitzewelle in der Woche vom 22. bis 28. Juni trieb den Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen in Deutschland auf 26,4 °C, weit über dem Schwellenwert von 20 °C, ab dem das RKI einen deutlichen Anstieg der Sterblichkeit beobachtet. In vielen Regionen, darunter Thüringen und Hessen, überschritten die Höchsttemperaturen 40 °C. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellte fest, dass der Juni 2026 der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen war, mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 °C.
Wie das RKI Hitzetote zählt
Da Hitze selten als offizielle Todesursache erscheint, verwendet das RKI statistische Modelle, die Sterblichkeitsdaten des Statistischen Bundesamtes mit Lufttemperaturmessungen von 52 DWD-Wetterstationen kombinieren. Die daraus resultierenden Schätzungen haben eine große Spannbreite: Für Hessen berechnen die Statistiker des Instituts bis Ende Juni zwischen 350 und 860 hitzebedingte Todesfälle.Hitze wird in der Regel nicht als Todesursache auf dem Totenschein aufgeführt.
Ein Jahrzehnt der Hitzesterblichkeit in Thüringen
Thüringen veranschaulicht das langfristige Muster. Das RKI schätzt dort im ersten Halbjahr 2026 120 Hitzetote, was bereits die 40 im gesamten Jahr 2025 verzeichneten übertrifft. In den vergangenen zehn Jahren haben Hitzewellen schätzungsweise 770 Todesfälle im Bundesland verursacht, mit Spitzenwerten von 180 im Jahr 2018 und 140 im Jahr 2019. Das Institut warnt davor, dass weitere Hitzperioden in diesem Sommer die Sterblichkeit erneut in die Höhe treiben könnten.
- 180 Hitzetote, die höchste jährliche Zahl im letzten Jahrzehnt.
- 140 Hitzetote verzeichnet.
- 40 Hitzetote für das gesamte Jahr.
- Bereits 120 Hitzetote, mehr als die Gesamtzahl von 2025.
Wer am stärksten gefährdet ist
Hitze tötet selten direkt, außer bei Hitzschlag. Die meisten Todesfälle treten auf, wenn extreme Temperaturen mit Vorerkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Nierenerkrankungen, zusammentreffen. Das RKI und Ärzte warnen stets, dass ältere Menschen, Menschen mit chronischen Krankheiten, Schwangere, Kinder und im Freien Arbeitende der größten Gefahr ausgesetzt sind.

