Sis118-Chef: Bauchlage und Pfefferspray trugen wahrscheinlich zum Tod von Abderrahim Fakir in Bologna bei
Mario Balzanelli, Präsident des italienischen Rettungsdienstes Sis118, sagt, der 42-jährige Marokkaner hätte gerettet werden können, wenn sofort ein Arzt gerufen worden wäre, und warnt, dass eine längere Bauchlage tödlich sein kann.
Der Tod von Abderrahim Fakir
Abderrahim Fakir, ein 42-jähriger marokkanischer Staatsangehöriger, starb am 21. Juli während eines Polizeieinsatzes in Bologna. Der Vorfall dauerte etwa 38 Minuten. Die Beamten fixierten Fakir in Bauchlage, mit dem Gesicht und der Brust zum Boden, und setzten Sekunden vor der Immobilisierung Pfefferspray ein. Die Staatsanwaltschaft Bologna hat Ermittlungen eingeleitet, und eine Obduktion wird voraussichtlich am 22. Juli einem Gremium übertragen, dem ein Rechtsmediziner, ein Notfallmediziner, ein Toxikologe und möglicherweise ein Kardiologe angehören.
Medizinische Warnung vor Bauchlage
Mario Balzanelli, Präsident der Italienischen Gesellschaft für den Rettungsdienst 118 (Sis118), erklärte, dass eine längere Bauchlage mit Gewicht auf dem Rücken tödlich sein kann. Er erläuterte, dass die Position die Ausdehnung des Brustkorbs und die Bewegung des Zwerchfells blockiert und die Person daran hindert, zu hyperventilieren, um überschüssiges Kohlendioxid auszuscheiden. Der daraus resultierende CO2-Anstieg säuert das Blut an und kann einen Herzstillstand verursachen.
Die Bauchlage kann töten. Die körperliche Fixierung in Bauchlage, mit dem Gewicht der Einsatzkräfte auf der Brust und Kompression des Halses, kann töten.
Balzanelli merkte an, dass der Tod selten eine einfache Erstickung sei. Drei Faktoren kämen zusammen: die intrinsische physiologische Kaskade durch extreme Erregung (Herzrhythmusstörungen, Ischämie, Laktatazidose, Hyperthermie), die mechanische Einschränkung der Atmung durch die Bauchlage und die Wirkung des Pfeffersprays.
Die Physiologie des Fixierungstodes
Laut Balzanelli ist die erste kausale Linie der Erregungszustand selbst. Der Körper, überschwemmt mit Katecholaminen und unter extremer Muskelanstrengung, kann bösartige Herzrhythmusstörungen, Ischämie, Laktatazidose, Rhabdomyolyse mit Kaliumfreisetzung und Hyperthermie entwickeln. Diese Kaskade allein kann das Herz zum Stillstand bringen, selbst ohne jede Fixierung. Die zweite ist die Bauchlage: Mit dem Gewicht eines oder mehrerer Beamter auf dem Rücken kann die Person Brustkorb und Zwerchfell nicht ausdehnen. Wenn Hyperventilation erforderlich ist, um überschüssiges CO2 zu beseitigen, wird die Atemmechanik blockiert. CO2 sammelt sich an, das Blut säuert sich weiter an, und das Herz versagt. Eine Halskompression verschlimmert die Situation. Die dritte ist das Pfefferspray, das Atemwegskrämpfe verursachen kann.
Pfefferspray und Asthma
Die Familie von Fakir hat berichtet, dass er an Asthma litt und zuvor wegen Atemproblemen im Krankenhaus war. Balzanelli sagte, dass Oleoresin Capsicum, der Wirkstoff in Pfefferspray, Laryngospasmus und Bronchospasmus auslösen und die Atemwege verschließen kann. Diese Wirkung ist besonders gefährlich für Asthmatiker.
Das Oleoresin Capsicum kann Laryngospasmus und Bronchospasmus mit Verschluss der Atemwege verursachen, Wirkungen, die besonders bei Asthmatikern gefährlich werden.
Die Kombination dieser Faktoren, so sagte er, führe typischerweise zu einem Herzstillstand, der sich als pulslose elektrische Aktivität oder Asystolie zeige. Balzanelli betonte, dass das Zeitfenster zur Vermeidung des Todes eng sei: die sofortige Entfernung der Person aus der Bauchlage.
Das Zeitfenster, um ihn zu vermeiden oder viel unwahrscheinlicher zu machen, ist eng und fällt mit einer einfachen Geste zusammen: die Person sofort aus der Bauchlage zu befreien.
Forderung nach medizinischer Reaktion
Balzanelli argumentierte, dass eine akute psychomotorische Erregung ein medizinischer Notfall und kein Problem der öffentlichen Ordnung sei. Er sagte, wenn rechtzeitig ein Arzt vor Ort gewesen wäre, hätte Fakir wahrscheinlich durch Sedierung gerettet werden können.
Mit dem rechtzeitigen Eintreffen eines 118-Arztes hätte Abderrahim Fakir aller Wahrscheinlichkeit nach gerettet werden können: Angesichts eines starken psychomotorischen Erregungszustands hätte der Arzt die Person sedieren können, zu ihrem eigenen Schutz und um schwerwiegendere Folgen zu verhindern.
Sis118 fordert Protokolle, die bei akuter Erregung immer ein medizinisches Team mit Arzt und Krankenpfleger aktivieren, sowie gemeinsame Schulungen von Polizei und Rettungsdiensten.
Nächste Schritte der Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft Bologna wird die Obduktion am 22. Juli vergeben. Die Untersuchung soll die Rolle des Pfeffersprays und die genaue Todesursache klären. Die Ermittlungen laufen, es wurden keine Anklagen erhoben.

