
Norwegens Alexander Sørloth und seine Partnerin erhalten Todesdrohungen nach verpasster WM-Viertelfinalchance gegen England
Der norwegische Stürmer Alexander Sørloth und seine Partnerin Lena Selnes wurden nach Norwegens 2:1-WM-Viertelfinalniederlage gegen England Ziel von Todesdrohungen und Beschimpfungen im Internet. Selnes veröffentlichte Screenshots auf Instagram, was die Kritik von Trainer Ståle Solbakken hervorrief, der seine Spieler aufforderte, sich von sozialen Medien fernzuhalten.
Der entscheidende Moment
Das WM-Viertelfinale Norwegens gegen England am 11. Juli entschied sich durch einen einzigen Konter in der 44. Minute. Bei einer 1:0-Führung stürmte Sørloth nach vorne und entschied sich zu schießen, anstatt den Ball zu Erling Haaland zu spielen, der frei in einer besseren Position stand. Die Chance war vertan, und innerhalb weniger Minuten glich Jude Bellingham aus, sodass das Spiel in die Verlängerung ging. Bellingham vollendete seinen Doppelpack in der Verlängerung und bescherte England einen 2:1-Sieg, der Norwegen aus dem Turnier warf. Das erste Tor Englands rief zusätzliche Kritik hervor, weil der Ball zuvor bei einer langen Abwehr von Torwart Ørjan Nyland ein Kabel einer Luftkamera getroffen hatte; Schiedsrichter Clément Turpin geriet in die Kritik, weil er das Spiel fortsetzen ließ.
- Sørloth schießt statt zu Haaland zu passen; Chance vertan
- Bellingham gleicht für England aus, 1:1
- Bellingham erzielt seinen zweiten Treffer zum 2:1
Eine Welle von Online-Hass
Innerhalb weniger Stunden wurden Sørloths Social-Media-Konten mit Beschimpfungen überschwemmt. Seine Partnerin Lena Selnes veröffentlichte auf Instagram Screenshots von Nachrichten, die unter anderem „Du wirst getötet werden“, „Bring dich um“, „Ich hoffe, du und der Hubschrauber verbrennt langsam“ und homophobe Beleidigungen enthielten. Ein Kommentar zu seinem früheren Beitrag, in dem er den Viertelfinalsieg gegen Brasilien feierte, lautete: „Pass den verdammten Ball, du bist nicht Ronaldo.“
Die Weltmeisterschaft und der Fußball bringen viel Freude, aber auch viel Hass. Ursprünglich wollte ich keine Beachtung schenken, aber nachdem ich solche Kommentare gesehen habe, fühlte ich mich verpflichtet zu reagieren. Ich hoffe, dass jeder zweimal nachdenkt, bevor er solche Kommentare schreibt, egal in welcher Situation.
Selnes sagte außerdem, die Grenze zwischen sportlicher Kritik und persönlicher Einschüchterung sei überschritten worden. Sie selbst wurde zum Ziel verletzender Nachrichten.
Reaktionen von Trainer und Spieler
Nationaltrainer Ståle Solbakken unterstützte Sørloth öffentlich und riet der Mannschaft, soziale Medien zu meiden, „besonders an Tagen wie diesen“.
Deshalb rate ich den Jungs, sich von sozialen Medien fernzuhalten. Besonders an Tagen wie diesen.
Nach dem Spiel sagte Sørloth: „Es ist schwer. Es gibt Dinge, bei denen man sich wünscht, sie besser gemacht zu haben. Aber ich weiß auch, dass neue Chancen kommen werden. Natürlich ist es schwer, wenn es um die größte Bühne geht und wir um einen Platz im Halbfinale der Weltmeisterschaft kämpfen.“
Ein breiteres Muster
Die FIFA gab bekannt, dass während der Gruppenphase des Turniers mehr als 89.000 Hasskommentare registriert wurden, davon 10 % rassistisch. Der norwegische Fußballverband und Selnes haben angedeutet, dass die schwerwiegendsten Drohungen rechtliche Schritte nach sich ziehen könnten. Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Liste von Online-Beleidigungen gegen Fußballspieler und ihre Familien nach hochkarätigen Spielen.
- Nicht-rassistischer Hass
- 90 %
- Rassistisch
- 10 %


