
Niederländischer Schiedsrichter Rob Dieperink mit 38 Jahren tot aufgefunden nach WM-Ausschluss wegen fallengelassenem Sexualstrafverfahren
Die Leiche des niederländischen Fußballschiedsrichters Rob Dieperink wurde in seinem Haus in Borculo entdeckt, Wochen nachdem ihn die FIFA aufgrund einer später eingestellten polizeilichen Ermittlung in London vom VAR-Panel der WM 2026 ausgeschlossen hatte.
Tod in Borculo entdeckt
Rob Dieperink, ein 38-jähriger niederländischer Fußballschiedsrichter, ist gestorben. Seine Leiche wurde in seinem Haus in Borculo gefunden, einer Stadt etwa 160 km östlich von Amsterdam. Der niederländische Fußballverband (KNVB) bestätigte den Tod, gab aber keine Todesursache bekannt. Lokale Medien berichteten unter Berufung auf interne Polizeiquellen, dass eine Beteiligung Dritter ausgeschlossen wurde.
Wir sind schockiert und tief traurig über den Tod von Rob Dieperink. Mit Rob verlieren wir einen hochgeschätzten Schiedsrichter, vor allem aber einen freundlichen und engagierten Kollegen.
Vorwurf sexueller Nötigung und Festnahme
Der Schiedsrichter war für das Video-Assistent-Referee-(VAR)-Panel der WM 2026 nominiert, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Das änderte sich am 9. April, nachdem er das Viertelfinal-Hinspiel der Conference League zwischen Crystal Palace und Fiorentina in London geleitet hatte. Beamte der Metropolitan Police reagierten auf eine Meldung über einen sexuellen Übergriff auf einen Jugendlichen an einer Adresse in der Wellesley Road in Croydon. Der damals Ende 30-jährige Dieperink wurde wegen Verdachts der sexuellen Nötigung festgenommen und in Gewahrsam genommen.
Fall mangels Beweisen eingestellt
Die britische Polizei führte nach eigenen Angaben eine gründliche Untersuchung durch. Die Beamten sichteten alle verfügbaren Beweise, darunter Videoaufnahmen und digitale Geräte. In einer Erklärung kam die Metropolitan Police zu dem Schluss, dass die Beweisschwelle nicht erreicht worden sei und keine weiteren Maßnahmen ergriffen würden. Der Fall wurde mangels Beweisen formal eingestellt; gegen Dieperink wurden nie Anklage erhoben.
Es betrübt mich sehr, dass ich zu Unrecht beschuldigt wurde. Von Anfang an habe ich vollständig mit der polizeilichen Ermittlung kooperiert und auch der FIFA, der UEFA und dem KNVB sofort vollständige Offenheit gewährt.
WM-Ausschluss und Folgen
Trotz der Einstellung des Verfahrens strich die FIFA Dieperink im Mai, etwa einen Monat vor Beginn der WM, von der Liste der Schiedsrichter für das Turnier 2026. Der Weltverband gab keinen offiziellen Grund für die Entscheidung an. In einem Interview mit der niederländischen Zeitung De Telegraaf zeigte sich der Schiedsrichter enttäuscht, bezeichnete den Ausschluss als schade und bestätigte, dass er gegenüber allen Fußballbehörden völlig transparent gewesen sei. Der KNVB erlaubte ihm weiterhin, nach dem Vorfall Eredivisie-Spiele zu leiten.
- Von der Metropolitan Police in London wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung eines Jugendlichen nach Crystal Palace gegen Fiorentina festgenommen.
- FIFA streicht Dieperink von der Liste der Schiedsrichter für die WM 2026.
- Dieperink wird tot in seinem Haus in Borculo, Niederlande, aufgefunden; Polizei schließt Beteiligung Dritter aus.
Eine Karriere im Spitzenbereich
Dieperink war über 15 Jahre Profischiedsrichter und leitete 284 Spiele auf professionellem Niveau. 2017 begann er in der niederländischen Eredivisie zu pfeifen. Zu seinen internationalen Erfahrungen gehörten Einsätze als VAR-Offizieller bei der Europameisterschaft 2024 und als Assistent im Finale der Europa League 2024, das Atalanta gewann. Er war auch Teil der Schiedsrichterteams bei den Olympischen Spielen 2024.

