
Milaner Polizeibeamter stirbt nach Verfolgungsjagd mit 180 km/h; Tatverdächtiger nach Geständnis unter Hausarrest
Ein 26-jähriger albanischer Staatsangehöriger, der bei einer Kontrolle mit 180 km/h flüchtete und dadurch den Tod eines Mailänder Gemeindepolizisten verursachte, wurde nach seinem Geständnis unter Hausarrest mit elektronischer Fußfessel gestellt.
Die tödliche Verfolgungsjagd
Am Abend des 22. Juni kam Francesco Imprezzabile, ein 39-jähriger Beamter der Mailänder Gemeindepolizei, ums Leben, als sein Motorrad während einer Hochgeschwindigkeitsjagd durch den Stadtteil Ponte Lambro wegrutschte. Der Tatverdächtige, Genti Berisha, 26, hatte sich geweigert, an einer gemeinsamen Kontrollstelle der Gemeinde- und Staatspolizei in der Via Elio Vittorini anzuhalten und flüchtete in einem gemieteten Audi Q8, wobei er Geschwindigkeiten von 180 Kilometern pro Stunde erreichte. Die Ermittler schlossen später eine Kollision zwischen dem SUV und dem Motorrad aus und kamen zu dem Schluss, dass Imprezzabile die Kontrolle verlor und stürzte.
Festnahme und Geständnis
Berisha wurde am darauffolgenden Tag im nahegelegenen Monza festgenommen, nachdem die Polizei ihn aufgespürt hatte. Vor der Ermittlungsrichterin Giulia Masci im Gefängnis San Vittore am 26. Juni gab er zu, in Panik geraten zu sein, weil er drei Gramm Marihuana bei sich trug. Sein Verteidiger, Fabrizio Cardinali, erklärte nach der Anhörung:
Er übernimmt die volle Verantwortung für diese impulsive, rücksichtslose Tat, die er aus Unreife und Fehleinschätzung der Lage begangen hat. Mit drei Gramm Marihuana wäre ohnehin nichts passiert.
Berisha entschuldigte sich und erklärte sich bereit, die Familie des Opfers „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ zu entschädigen. Er gab außerdem an, nicht bemerkt zu haben, dass der Beamte während der Verfolgungsjagd gestürzt war.
Juristische Wende: Anklagepunkte neu eingestuft
Staatsanwältin Francesca Crupi hatte zunächst Untersuchungshaft wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr und gefährlicher Flucht beantragt. Richterin Masci stufte den Tötungsvorwurf jedoch als „Tod infolge einer anderen Straftat“ (gefährliche Flucht) um und bestätigte nur die Festnahme wegen Flucht. Nach der Vernehmung änderte die Staatsanwältin ihren Antrag, und die Richterin ordnete Hausarrest mit elektronischer Fußfessel an, sodass Berisha noch am Nachmittag das Gefängnis verlassen konnte.
Der Tatverdächtige hat gestanden, und Familienangehörige haben ein Haus zur Verfügung gestellt, daher ist Hausarrest eine angemessene Sicherungsmaßnahme.
Die Ankunft von Berishas Mutter und Schwester aus Albanien wurde als stabilisierender Faktor berücksichtigt. Der 26-Jährige ist gleichzeitig in einem separaten Drogenverfahren in Brescia angeklagt, wo die Staatsanwaltschaft eine neunjährige Haftstrafe beantragt hat.
Hintergrund und weiterer Kontext
Berisha arbeitet in einer Autowaschanlage und unterlag bereits einer regelmäßigen Meldeauflage im Zusammenhang mit den Drogenermittlungen in Brescia. Drei weitere Personen befanden sich Berichten zufolge mit ihm im SUV, doch er weigert sich, ihre Namen zu nennen und betont, die Entscheidung zur Flucht sei allein seine gewesen. Der SUV und das Polizeimotorrad des Opfers wurden beschlagnahmt.
- Beamter Francesco Imprezzabile stirbt nach Sturz mit seinem Motorrad während einer Hochgeschwindigkeitsjagd in Ponte Lambro.
- Tatverdächtiger Genti Berisha wird in Monza wegen gefährlicher Flucht festgenommen.
- Vernehmung: Berisha gesteht, Richterin ordnet Hausarrest mit elektronischer Fußfessel an.


