
FC Thun beginnt Champions-League-Mission gegen Dinamo Zagreb – Privitelli gibt Pflichtspieldebüt
Die Schweizer Meister starten am Dienstagabend (20:00 Uhr) im ausverkauften Visana Stadion in ihre Europacup-Kampagne, wobei der neue Trainer Gian-Luca Privitelli einen Überraschungscoup gegen den kroatischen Double-Gewinner anpeilt.
Ein neuer Trainer und ein veränderter Kader
Thun wird am Dienstag mit einem neuen Gesicht auf der Bank auflaufen. Gian-Luca Privitelli, ein ehemaliger Thun-Jugendtrainer und U-20-Nationaltrainer der Schweiz, hat Mauro Lustrinelli ersetzt, der zu Union Berlin gewechselt ist. Das erste Pflichtspiel des 48-Jährigen ist ein Champions-League-Qualifikationsspiel der zweiten Runde, und der Kader, den er übernimmt, hat mehrere tragende Säulen der letztjährigen Meistersaison verloren: Leonardo Bertone, Kastriot Imeri, Elmin Rastoder und Ethan Meichtry haben den Verein verlassen. Privitelli räumte den Umbruch ein, sagte aber, die Spieler hätten seinen partizipativeren Stil angenommen. „Ich habe sehr von dieser familiären Atmosphäre und meinem Stab profitiert“, erklärte er vor dem Spiel. „Mir ist aufgefallen, dass die Spieler, obwohl sie Meister sind, noch mehr wissen und lernen wollen.“ Der Trainer setzt taktisch darauf, die erste Pressinglinie zu durchbrechen, und glaubt, dass Thun mithalten kann.
Zagrebs Durchschlagskraft
Dinamo Zagreb kommt nach einer Saison, in der sie in 36 Ligaspielen 93 Tore erzielten und das nationale Double holten. Die größte Bedrohung ist Stürmer Dion Beljo, der 31 dieser Tore in der kroatischen ersten Liga erzielte, als bester Torschütze der Liga abschloss und das Interesse größerer Klubs auf sich zog (Dinamo hat erklärt, er sei nicht zu verkaufen). In allen Wettbewerben der letzten Saison traf der 24-Jährige 38 Mal. Zagreb wird jedoch in beiden Spielen auf Luka Stojkovic verzichten müssen. Der 22-jährige offensive Mittelfeldspieler kassierte im letzten Spiel der Europa-League-Playoff-Kampagne von Dinamo 2025/26 eine rote Karte, eine Sperre, die übertragen wird. Stojkovic steuerte in der vergangenen Saison in 42 Einsätzen 13 Tore und 12 Vorlagen bei – eine kreative Lücke, die Trainer Mario Kovacevic schließen muss. Dennoch umfasst Zagrebs Kader vielversprechende Talente wie den spanischen U-21-Innenverteidiger Sergi Dominguez, der vor einem Jahr von Barcelona kam, und den schottischen Nationalspieler Scott McKenna.
- Die UEFA-Auslosung setzt Thun oder Dinamo Zagreb im dritten Qualifikations-Round gegen KI Klaksvik oder Kauno Zalgiris.
- Hinspiel: FC Thun gegen Dinamo Zagreb im Visana Stadion (20:00 Uhr).
- Rückspiel: Dinamo Zagreb gegen FC Thun.
- Mögliches Hinspiel des dritten Qualifikations-Round gegen Klaksvik oder Zalgiris.
- Mögliches Rückspiel des dritten Qualifikations-Round.
Der Spielplan
Thun-Kapitän Marco Bürki zeigte keine Nervosität. „Wir haben Beljo beobachtet“, sagte er. „Er ist ein großer Spieler, aber wir haben unsere eigenen Mittel. Wir kennen seinen starken und seinen schwächeren Fuß.“ Privitelli möchte, dass seine Mannschaft hohe Intensität aufbringt und Fehler erzwingt. „Wir wollen Zagreb stressen. Wir werden versuchen, ihren Spielaufbau zu stören“, sagte er und beschrieb die Gäste als eine moderne 4-3-3-Mannschaft, die technische Lösungen aus der Abwehr sucht.
Wir wollen Zagreb stressen.
Etwa 1.000 Dinamo-Anhänger werden im ausverkauften Visana Stadion erwartet. Bürki wies Druck zurück: „Ich spüre keinen. Ich habe nicht den Eindruck, dass wir als Team angespannt sind. Wir haben uns das verdient und können nur gewinnen.“
Alte Erinnerungen und was danach wartet
Thuns letztes Champions-League-Abenteuer vor 21 Jahren endete mit einem berühmten 1:0-Gruppenspielsieg gegen Arsenal am 14. September 2005, besiegelt durch einen Treffer von Nelson Ferreira. Ferreira ist nun Privitellis Assistent, und die Mannschaft schöpft Vertrauen aus dieser Geschichte. „Wir haben letzte Saison gesehen, dass alles möglich ist“, sagte Bürki.
Ich denke, niemand bezweifelt, dass wir es schaffen können.
Sollte Thun über zwei Spiele eine Überraschung schaffen, steht die nächste Hürde bereits fest. Die Auslosung am Montag ergab, dass der Sieger dieser Begegnung auf KI Klaksvik von den Färöer-Inseln oder Kauno Zalgiris aus Litauen trifft. Diese Spiele der dritten Qualifikationsrunde würden am 4. oder 5. August (Hinspiel) und am 11. August (Rückspiel) stattfinden. Der Fokus liegt nun auf den 180 Minuten, die entscheiden, ob der Berner Klub das Märchen von 2005 wiederholen kann.

