Olivia Wildes „The Invite“ erntet begeisterte Kritiken als messerscharfe Sexkomödie
Olivia Wilde kehrt mit „The Invite“ auf den Regiestuhl zurück, einer derben Dinnerparty-Farce mit Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton, die Kritiker als einen der Filme des Jahres bezeichnen.
Eine Dinnerparty läuft aus dem Ruder
Angela (Wilde) und Joe (Rogen) sind ein seit langem verheiratetes Paar aus San Francisco, das in einer leidenschaftslosen Sackgasse steckt. Als Angela ihre Nachbarn von oben, die glücklich-libidinösen Piña (Cruz) und Hawk (Norton), zum Umtrunk einlädt, artet der Abend in eine Cringe-Komödie voller sozialer Fettnäpfchen und Offenbarungen über die Ehe aus. Der Film basiert auf dem spanischen Film „Die Nachbarn von oben“ (Sentimental) von Cesc Gay, das Drehbuch stammt von Will McCormack und Rashida Jones.
Von der Bühne auf die Leinwand
„The Invite“ begann als Theaterstück und wurde später 2020 zum spanischen Film „Sentimental“ adaptiert. Die englischsprachige Version verlegt die Handlung nach San Francisco und schärft die Komik des ehelichen Unbehagens. Die Financial Times merkt an, dass der Rhythmus „in eine Dinnerparty-Farce“ übergeht, eine Struktur, die ihre Theaterwurzeln verrät.
Wildes Regie-Comeback
„The Invite“ ist Wildes dritter Spielfilm als Regisseurin, nach ihrem gefeierten Debüt „Booksmart“ (2019) und dem viel gescholtenen „Don't Worry Darling“ (2022). Kritiker haben ihn als Rückkehr zur alten Form gefeiert. The Irish Times nennt ihn „eine durchtriebene Komödie über toxischen Luxus und Unbehagen“, während der Irish Examiner seine „messerscharfe Komik, durchsetzt mit köstlich cringewürdigen Momenten“ lobt.
- Booksmart (gefeiertes Debüt)
- Don't Worry Darling (viel gescholten)
- The Invite (Rückkehr zur Form)
Darstellerleistungen und Chemie
Alle vier Hauptdarsteller liefern laut RTE „Karrierehöhepunkte“ ab. Rogens Darstellung von Joes Selbstverachtung wird mit Paul Giamatti in „Sideways“ verglichen, wobei der Irish Examiner sie als „eine der treffendsten Darstellungen des männlichen Seelenlebens“ würdigt. Cruz‘ Charisma „versengt die Leinwand“, und Norton schwelgt in „esoterischer Wichtigtuerei“. Wilde selbst spielt Angela mit einer „angespannten Unruhe“, die die Farce verankert.
Die meisten Menschen fühlen sich mit der Dysfunktion ihrer Beziehung allein – sie haben Angst, dass nur sie beide diese Probleme haben. Allgemeingültigkeit ist eine Erleichterung. Sie erlaubt einem, sich viel zu vergeben.
Der Perel-Einfluss
Die Figur der Piña, eine Psychotherapeutin, vertritt Theorien der Beraterin des Films, der renommierten Therapeutin Esther Perel. Der Guardian bemerkt, dass Perels Idee des „Beziehungstods“ als unvermeidbares Nebenprodukt des amerikanischen Traums über der Geschichte schwebt. Wilde sagte der Zeitung, der Film erkunde „dieses amerikanische Pflichtgefühl: Ich habe diese Ehe begonnen, ich werde sie vollenden, ich werde mich durchbeißen.“
Mein liebstes Lachen im Publikum ist das, das zu sagen scheint: ‚Ich dachte, ich wäre der Einzige!‘ Es ist wie ha-ha-ha-aaah; ein kleines bisschen Stöhnen.
Kritischer Konsens
Die Kritiken sind überwältigend positiv. Der Evening Standard meint, Wilde „erinnere uns daran, dass sie eine begabte Regisseurin ist“, während die Financial Times sie eine „stachelige neue Komödie“ nennt, die für die Mittvierziger das tue, was „The Drama“ für die Enddreißiger getan habe. RTE erklärt ihn zu „einem der Filme des Jahres, ohne Frage“. Die einzige kleinere Kritik bezieht sich auf einen ruckartigen Gangwechsel gegen Ende und einen abrupten Abgang von Piña und Hawk.


