Deutschlands Teufelstisch: Der 14 Meter hohe Sandsteinfelsen, der Legenden inspiriert und Besucher in den Pfälzerwald lockt
Ein 14 Meter hoher Sandsteinblock, der auf einem schmalen Sockel im Pfälzerwald balanciert, zieht Menschenmassen an und nährt Geschichten von einem hungrigen Teufel, der dort einst zu Mittag aß.
Ein geologisches Wunder
Der Felsen im Süden von Rheinland-Pfalz, bekannt als Teufelstisch, ragt 14 Meter über die bewaldeten Hügel bei Hinterweidenthal. Eine massive Platte aus Buntsandstein sitzt auf einem viel schmaleren Sockel und bildet die Silhouette eines riesigen Tisches. Geologen führen die Form auf Millionen von Jahren Wind- und Wassererosion zurück, die weicheres Gestein abtrug, während der härtere Deckstein erhalten blieb. Trotz seines fragilen Aussehens steht das Gebilde seit Generationen und zieht Besucher aus ganz Deutschland an.
Die Legende der Mittagspause
Die lokale Folklore bietet eine lebhaftere Erklärung. Eine Version, die Kriminalromanautor Uwe Ittensohn augenzwinkernd nacherzählt, besagt, dass der Teufel hungrig durch die Gegend streifte und, da er keinen geeigneten Platz fand, zwei Steine zu einem Tisch auftürmte, aß und verschwand. Ein später spottender Bürger, der ankündigte, mit dem Teufel zu speisen, hörte man in der Nacht schreien.
Der Mann wurde nie wieder gesehen.
Pfälzer Humor und Lokalstolz
Mundart-Comedian Chako Habekost merkt an, dass der Name klinischer hätte sein können („Sandsteinplateau“ oder „Felsdach“), aber die pfälzische Neigung zur Übertreibung verlangte etwas Grandioses und Drastisches. Selbst der Teufel war nicht genug, er musste ein Riese sein. Habekost scherzt über die Verbindung zu den Fußballgeschicken der Region, verweist auf die „Roten Teufel“ des 1. FC Kaiserslautern und einen Rolling-Stones-Text.
Manche religiös zarten Seelen könnten mit einem Zitat der Rolling Stones anmerken, dass die Pfälzer vielleicht zu viel Sympathie für den Teufel haben und deshalb ihr einst glorreicher Fußball mit seinen Roten Teufeln schon so lange in der zweiten Liga dümpelt.
Eine ruhige Erfahrung
Trotz des höllischen Namens ist der Ort überraschend friedlich. Besucher, die den Waldweg gehen, hören Vogelgezwitscher, riechen die Kiefern und genießen selbst an heißen Sommertagen kühle Temperaturen. Das späte Nachmittagslicht färbt den Sandstein rot und verlängert die Schatten, was dem Felsen eine noch geheimnisvollere Atmosphäre verleiht, die seine anhaltende Faszination nährt.


