
Algerien und Mali nehmen diplomatische Beziehungen wieder auf, öffnen Luftraum nach 15-monatiger Eiszeit
Koordinierte Ankündigungen am 10. Juli 2026 führten dazu, dass Bamako und Algier ihre Lufträume für zivile und militärische Flüge des jeweils anderen wieder öffneten und beide Botschafter auf ihre Posten zurückkehrten.
Ein Bruch, der in Putschen und einer zerstörten Drohne wurzelt
Algeriens Beziehungen zu Mali zerbrachen, nachdem das malische Militär in zwei Putschen die Macht übernommen hatte, zunächst im August 2020 und erneut im Mai 2021. Bis zum Frühjahr 2025 sprachen die beiden Nachbarn kaum noch. Der Bruch schlug in offene Feindseligkeit um, als eine malische Drohne nahe der Grenze zerstört wurde. Algier erklärte, das Flugzeug sei ohne Erlaubnis in seinen Luftraum eingedrungen; Bamako bestand darauf, dass die Drohne auf malischem Territorium war. Der Vorfall ließ alle diplomatischen Kanäle für mehr als ein Jahr einfrieren.
Das choreografierte Tauwetter vom 10. Juli
Am Freitag, den 10. Juli 2026, führten beide Hauptstädte eine streng inszenierte Versöhnung durch. Algerien eröffnete den Schritt mit der Ankündigung, dass sein Luftraum wieder für malische Flugzeuge verfügbar sei, „ab diesem Freitag“, so ein Kommuniqué. Mali antwortete mit zwei Verlautbarungen: Es öffnete seinen Luftraum für alle zivilen und militärischen Flüge von und nach Algerien und erklärte, dass sein Botschafter nach Algier zurückkehren werde. Innerhalb weniger Stunden bestätigte Algerien, dass sein eigener Gesandter nach Bamako reisen werde. Die gegenseitige Wiedereinsetzung beendete eine 15-monatige diplomatische Pause. Die Abfolge folgte auf direkte Gespräche zwischen dem malischen Übergangspräsidenten Assimi Goita und dem algerischen Präsidenten, wie Bloomberg berichtete, wobei der Name des Präsidenten nicht genannt wurde.
- Diplomatische Eiszeit beginnt; nahezu vollständiger Kommunikationsabbruch nach Drohnenvorfall.
- Koordinierte Ankündigungen: Algerien öffnet Luftraum für malische Flugzeuge; Mali erwidert und schickt Botschafter zurück; Algerien bestätigt Rückkehr des Botschafters.
Sicherheitskrise im Norden
Die Entspannung fällt mit einer gefährlichen Eskalation im Norden Malis zusammen. Vor zwei Monaten, etwa im Mai 2026, eroberte eine Koalition aus dschihadistischen und independentistischen bewaffneten Gruppen Kidal, eine Stadt in einer Region, die an Algerien grenzt. Der Fall von Kidal unterstrich die Zerbrechlichkeit der zentralen Kontrolle Malis und schuf eine volatile Grenzzone. Beide Länder haben ein Interesse daran, die diplomatischen Spannungen abzubauen, während sich die Sicherheitslage verschlechtert, und die Luftraum- und Botschaftermaßnahmen könnten ein erster Schritt zur Stabilisierung der Grenze sein.
Offene Fragen
Die Wiedereröffnung des Luftraums und die Rückkehr der Botschafter löschen die Drohnenepisode nicht aus, die weiterhin ungelöst ist. Keine Seite hat sich öffentlich zu dem Souveränitätsstreit geäußert, der die Krise auslöste. Die Annäherung ist daher fragil, eher auf gegenseitigem Bedarf als auf Vertrauen aufgebaut. Ob sie zu einer tieferen Zusammenarbeit bei Grenzsicherheit oder Terrorismusbekämpfung führt, bleibt abzuwarten, aber die koordinierten Ankündigungen deuten auf eine pragmatische Bereitschaft hin, den Vorfall zu isolieren und weiterzumachen.

