
TAP-Flug nach Boston muss auf den Azoren notlanden – dritter Zwischenfall in vier Tagen
Der Airbus A321 erklärte am Sonntag über dem Atlantik einen allgemeinen Notfall und landete etwa zwei Stunden nach dem Start in Lissabon auf dem Luftwaffenstützpunkt Lajes. Dies folgt auf einen Druckabfall-Schrecken bei einem Brasilien-Flug am Vortag und einen Triebwerksschaden am Donnerstag.
Umleitung am Sonntag über dem Atlantik
Der TAP-Air-Portugal-Flug TP217, ein Airbus A321 auf dem Weg von Lissabon nach Boston, erklärte am Sonntagnachmittag über dem Atlantik einen allgemeinen Notfall. Die Maschine war um 12:17 Uhr Ortszeit vom Flughafen Humberto Delgado in Lissabon gestartet. Gegen 14:40 Uhr, etwa zwei Stunden nach Reisebeginn, setzte die Besatzung den Transpondercode 7700 ab – das internationale Signal für einen Notfall an Bord – und leitete eine Umleitung zum Luftwaffenstützpunkt Lajes auf der Azoreninsel Terceira ein. Die außerplanmäßige Landung erfolgte gegen 16:15 Uhr.
TAP bestätigte die Umleitung in einer Stellungnahme und bezeichnete sie als Vorsichtsmaßnahme.
Der Flug TP217, der von Lissabon nach Boston gestartet war, machte als Vorsichtsmaßnahme einen außerplanmäßigen Zwischenstopp auf Terceira, um ein technisches Problem zu überprüfen. Der Flug wird so bald wie möglich zu seinem endgültigen Ziel fortgesetzt.
Die Fluggesellschaft machte keine Angaben zur Art des technischen Problems.
Ein Wochenende voller Störungen
Der Zwischenfall am Sonntag ereignete sich weniger als 24 Stunden, nachdem ein anderer TAP-Flug nach Lissabon zurückkehren musste. Am Samstag erklärte ein Airbus A330 auf der Strecke Lissabon-Curitiba einen Notfall, nachdem es zu Problemen mit dem Drucksystem gekommen war. Die Maschine, die in etwa 30.000 Fuß Höhe unterwegs war, führte einen steilen Sinkflug auf 10.000 Fuß durch – die Höhe, die bei einem Druckabfall in der Kabine als sicher gilt. Vor der Landung warf das Flugzeug etwa anderthalb Stunden lang Treibstoff ab; die Landung am Flughafen Humberto Delgado verlief sicher.
Bereits am Donnerstag war ein für Bissau bestimmter Airbus A320neo kurz nach dem Start nach Lissabon zurückgekehrt, weil der Öldruck eines seiner Triebwerke ausgefallen war. Auch diese Maschine landete ohne Zwischenfälle.
TAPs Reaktion
Bei allen drei Vorfällen hat TAP die Umleitungen als Vorsichtsmaßnahmen bezeichnet und keine detaillierten technischen Erklärungen geliefert. Die Erklärung des Unternehmens zum Boston-Flug betonte, dass der Zwischenstopp zur „Überprüfung eines technischen Problems“ erfolgte und die Reise so bald wie möglich fortgesetzt werde. Bei keinem der Zwischenfälle wurden Verletzte gemeldet, und alle Landungen verliefen ohne weitere Komplikationen.
Häufung von Zwischenfällen
Die Häufung von drei Umleitungen innerhalb von vier Tagen betrifft drei verschiedene Flugzeugtypen: einen A321, einen A330 und einen A320neo. Weder von der Fluggesellschaft noch von den Luftfahrtbehörden gibt es Hinweise auf eine gemeinsame Ursache, die die Ereignisse verbindet. Die Zwischenfälle haben die Aufmerksamkeit auf die Betriebszuverlässigkeit von TAP während der Hauptreisezeit im Sommer gelenkt, obwohl die Fluggesellschaft keine flottenweiten Inspektionen oder Anpassungen des Flugplans angekündigt hat.
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Die portugiesische Fluggesellschaft war in der Vergangenheit bereits wegen ihrer Wartungspraktiken in die Kritik geraten, doch die aktuelle Ereigniskette wird noch untersucht. Die Sicherheitsprotokolle der Luftfahrt schreiben nach jeder Notfallerklärung gründliche technische Überprüfungen vor; die portugiesische Luftfahrtbehörde prüft solche Vorfälle in der Regel.


