Kurz gefasst
Taiwans zentrale Wetterbehörde gab am Mittwoch, 21. Oktober, eine Seewarnung für Schiffe östlich und nördlich der Insel heraus.
Für Freitag, 23. Oktober, und Samstag, 24. Oktober, werden über Taiwan und Südjapan starke Winde und heftiger Regen erwartet.
Zhejiang und Fujian gaben Warnungen heraus, und laut Notícias ao Minuto lagen mehr als 1.000 Fischerboote im Hafen Ruoshan in Shitang.
Die Vorhersagemodelle teilen sich zwischen einem Kurs Richtung Taiwan und China und einer Nordostkurve Richtung Japan; das Joint Typhoon Warning Center erwartet eine weitere Abschwächung.
- 22.10.Champi etwa 560 km ostsüdöstlich von Eluanbi, Taiwan
- 23.10.Starke Winde und heftiger Regen über Taiwan und Südjapan erwartet
- 24.10.Sturm soll den Südosten Chinas streifen
Ein Sturm, der sich schnell verstärkte
Champi entstand am Donnerstag, 15. Oktober, als tropischer Sturm und brauchte weniger als zwei Tage, um Hurrikanstärke der Kategorie 4 zu erreichen. Am Samstag, 17. Oktober, kam er laut New York Times bis auf etwa 10 Meilen an Guam heran, während Il Messaggero berichtet, er sei rund 20 Kilometer südlich der Insel vorbeigezogen und habe erste Schäden an der Infrastruktur verursacht. Die Washington Post datiert die enge Passage auf Sonntag und beziffert den Abstand auf etwa 20 Meilen. Am Mittwoch, 21. Oktober, teilte der National Weather Service mit, die anhaltenden Winde hätten fast 185 Meilen pro Stunde erreicht – der höchste Wert aller Stürme in diesem Jahr. Italienische und portugiesische Berichte rechnen das je nach Medium in 296 bis 298 km/h um.
Taiwan rüstet sich für starke Winde
Taiwans zentrale Wetterbehörde gab am Mittwoch, 21. Oktober, eine Seewarnung für Schiffe östlich und nördlich der Insel heraus. Taiwanische Berichte nannten für Donnerstag, 22. Oktober, anhaltende Winde von 184 km/h mit Böen bis 227 km/h. Um 8:00 Uhr Ortszeit an diesem Tag lag der Sturm etwa 560 Kilometer ostsüdöstlich von Eluanbi, dem südlichsten Punkt der Insel. Fluggesellschaften haben bereits Flüge nach Okinawa gestrichen, und Der Tagesspiegel merkt an, dass Taiwan mehr als 23 Millionen Einwohner hat. Meteorologen erwarten, dass der Sturm nahe der Küste an Kraft verliert, doch starke Winde und heftiger Regen dürften Taiwan und Südjapan am Freitag, 23. Oktober, und Samstag, 24. Oktober, treffen. Im Nordosten Taiwans könnte es ab dem späten Donnerstagabend Ortszeit stark regnen.
Festlandchina bereitet sich vor
Zhejiang und Fujian gaben Warnungen heraus, und chinesische Staatsmedien berichteten, Fischerboote seien in die Häfen zurückgerufen worden. Notícias ao Minuto veröffentlichte Bilder, die mehr als 1.000 Fischerboote im Fischereihafen Ruoshan in der chinesischen Stadt Shitang zeigen. Die Behörden in Zhejiang teilten mit, einige Fährverbindungen seien gestrichen und Bauarbeiten an der Küste eingestellt worden. Il Messaggero berichtet unter Berufung auf chinesische Medien, Zhejiang habe Notfallverfahren eingeleitet, um gefährdete Einwohner – darunter ältere Menschen, Kranke, Menschen mit Behinderungen und Schwangere – aus den am stärksten bedrohten Gebieten zu bringen. Die Plattform VariFlight listet sieben Flughäfen, die am stärksten betroffen sein könnten, darunter Shanghai Pudong und Shanghai Hongqiao, wobei bislang keine Verspätungen oder Streichungen angekündigt wurden.
Die Zugbahn ist noch ungewiss
Die Vorhersagen deuten darauf hin, dass Champi am Samstag, 24. Oktober, nach Norden dreht und den Südosten Chinas streift, bevor er über dem Ostchinesischen Meer nach Osten abbiegt. Der Tagesspiegel berichtet, ein abgeschwächter Sturm, möglicherweise in Stärke eines tropischen Sturms, könnte dann den Süden Südkoreas streifen und in Richtung Japan weiterziehen. Das Joint Typhoon Warning Center erwartet, dass der Sturm über kühleren Gewässern nach Nordwesten zieht und in den kommenden Tagen weiter an Kraft verliert. Einige Vorhersagemodelle schicken ihn weiterhin Richtung Taiwan und China, andere deuten auf eine Nordostkurve in Richtung Japan hin. Ein Szenario sieht einen direkteren Treffer nahe der Insel Taketomi in der Präfektur Okinawa bei etwa Kategorie-4-Stärke, und das japanische Festland könnte an diesem Wochenende Auswirkungen eines tropischen Sturms spüren.
Intensität und Vergleiche
Champi erreichte zum dritten Mal Kategorie-5-Stärke, nachdem er sich kurzzeitig abgeschwächt hatte – nach einem ersten Höhepunkt etwa sechs Stunden, nachdem er am 17. Oktober an Guam vorbeigezogen war, mit Winden von rund 165 mph. Seine anhaltenden Winde von fast 185 mph übertreffen die rund 180 mph von Hurrikan Polo vor Mexiko im September, bleiben aber unter den 215 mph von Hurrikan Patricia aus dem Jahr 2015. Polo verzeichnete einen niedrigeren minimalen Zentraldruck von 892 Millibar gegenüber 895 Millibar bei Champi, und ein niedrigerer Druck deutet in der Regel auf einen stärkeren Sturm hin. Notícias ao Minuto zählt Champi als vierten Sturm der Kategorie-5-Stärke im westlichen Pazifik in dieser Saison und als siebten weltweit in diesem Jahr. Champi begann am Mittwoch, 21. Oktober, abzuschwächen, mit Winden von knapp über 170 mph laut dem Joint Typhoon Warning Center.
- Hurrikan Polo (September)
- 892 Millibar
- Super-Taifun Champi
- 895 Millibar
Daten aus dem Artikeltext