Tadeusz Baranowski, legendärer polnischer Comiczeichner und Schöpfer von Diplodok, im Alter von 81 Jahren gestorben
Der Künstler hinter den Kultfiguren Diplodok und Professor Nerwosolek starb am 7. Juli und hinterlässt ein Vermächtnis, das Generationen polnischer Leser geprägt hat.
Ein Gigant der polnischen Comics
Tadeusz Baranowski, eine der originellsten und einflussreichsten Figuren der polnischen Comicgeschichte, starb am 7. Juli 2026 im Alter von 81 Jahren. Die Nachricht wurde vom Internationalen Festival für Comics und Spiele in Łódź bekannt gegeben, mit dem der Künstler jahrelang verbunden war. Baranowski war Grafiker, Illustrator und Autor von Kultserien, die die Kindheit mehrerer Generationen prägten.
Es ist schwer, Worte für diese schrecklich traurige Nachricht zu finden. Gestern ist ein großer Künstler von uns gegangen, ein Meister der Comic-Kunst, ein Virtuose des Humors und des Spiels mit der Form, der Schöpfer legendärer Figuren, die für immer bei uns bleiben werden.
Karriere und ikonische Werke
Geboren 1945 in Zamość, schloss Baranowski 1969 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau mit Auszeichnung ab. Seine Karriere begann er als Illustrator für den Comic „Ten przeklęty Barnaba“ von Janusz Dąbrowski (oder Jerzy Dąbrowski, einer anderen Quelle zufolge) in der Zeitschrift „Świat Młodych“. Bald darauf schuf er eigene Geschichten, die von absurdem Humor, Sprachspielerei und einem unverwechselbaren grafischen Stil geprägt waren.
Zu seinen beliebtesten Figuren gehören der Drache Diplodok, Professor Nerwosolek, Kudłaczek und Bąbelek sowie die Superhelden-Parodie Orient Men. Sein erstes Album „Na co dybie w wielorybie czubek nosa Eskimosa“ erschien 1980. Viele seiner Zeilen gingen in die polnische Alltagssprache ein, wie etwa der Dialog zwischen Indianerhäuptlingen: „Ależ wodzu, co wódz!“
- Geboren in Zamość, Polen.
- Abschluss mit Auszeichnung an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau.
- Debüt als Illustrator für „Ten przeklęty Barnaba“ in der Zeitschrift „Świat Młodych“.
- Erstes Album „Na co dybie w wielorybie czubek nosa Eskimosa“ veröffentlicht.
- Animationskurzfilm „Przygody profesorka Nerwosolka“ veröffentlicht.
- „Kosmiczne przygody profesorka Nerwosolka“ veröffentlicht.
- Entwurf von Figuren und Kulissen für den Animationsfilm „Filemon i przyjaciele“.
- Verleihung der Bronzemedaille „Zasłużony Kulturze Gloria Artis“.
- Spielfilm „Smok Diplodok“ nach seinen Comics veröffentlicht.
- Im Alter von 81 Jahren gestorben.
Internationale Anerkennung und späte Jahre
Baranowskis Werk reichte über Polen hinaus. Seine Comics erschienen in der renommierten belgischen Zeitschrift „Tintin“, und er arbeitete mit Grzegorz Rosiński als Colorist an der Thorgal-Reihe. Zudem entwarf er Figuren und Kulissen für den Animationsfilm „Filemon i przyjaciele“ (1991). Zwei frühere animierte Kurzfilme nach seinen Werken, „Przygody profesorka Nerwosolka“ (1984) und „Kosmiczne przygody profesorka Nerwosolka“ (1986), hatten seine Kreationen bereits auf die Leinwand gebracht. 2024 kam der Spielfilm „Smok Diplodok“ in die Kinos, der auf seinen Comics basiert.
Nach seinem 60. Lebensjahr wandte sich Baranowski wieder der Malerei zu und schuf über zweihundert Gemälde. 2007 wurde ihm für seinen Beitrag zur polnischen Kultur die Bronzemedaille „Zasłużony Kulturze Gloria Artis“ verliehen.
Würdigung und Vermächtnis
Die Festivalorganisatoren erinnerten an seine Hingabe zu den Lesern und stellten fest, dass er noch in den letzten Jahren im Łódźer Comiczentrum erschien, um Ausstellungen zu besuchen und Freunde zu treffen. „Ein Mann, der seinen Fans ergeben war und stundenlang Autogramme gab und Gespräche führte, hat uns verlassen“, schrieben sie. Seiner Frau Ania Baranowska und allen seinen Angehörigen wurde ihr Beileid ausgesprochen. Baranowski bleibt einer der bedeutendsten und beliebtesten Autoren in der Geschichte der polnischen Comics.

