
Swiss-Boeing 777 mit 238 Personen an Bord fliegt aufgrund von chemischem Geruch in der Kabine nach Azoren um
Der Swiss-Flug LX9 von Chicago nach Zürich landete am Dienstagmorgen notfallmäßig auf dem Flughafen Lajes auf Terceira, nachdem die Besatzung einen stechenden Geruch in der Economy-Klasse gemeldet hatte. Sechs Personen zeigten leichte Symptome.
Umleitung über dem Atlantik
Der Swiss-Flug LX9 von Chicago O'Hare nach Zürich änderte am Dienstagmorgen seine Route über den Atlantik, nachdem die Flugbesatzung einen starken chemischen Geruch wahrgenommen hatte. Das Flugzeug, eine Boeing 777-300ER mit dem Modellcode 777-3DE und dem Kennzeichen HB-JNF, befand sich etwa auf halbem Weg zwischen Nordamerika und Europa, als der stechende Geruch in der Economy-Klasse bemerkt wurde. Gemäß den Standardverfahren für unbekannte Kabinengerüche sendete die Flugbesatzung den Transpondercode 7700, um einen allgemeinen Notfall für die internationale Flugsicherung zu signalisieren. Der Transponderalarm gewährte dem Flugzeug sofortige Landepriorität, woraufhin die Fluglotsen das Verkehrsflugzeug zur nächstgelegenen verfügbaren Ausweichpiste im Zentralatlantik leiteten.
- Flug LX9 landet auf dem Flughafen Lajes auf der Insel Terceira nach Kabinengeruch
- Swiss entsendet ein Ersatzflugzeug von Zürich zur Abholung der Passagiere
- Planmäßige Ankunftszeit des Ersatzflugs mit Passagieren in Zürich
Landung und medizinische Kontrollen auf Terceira
Das Flugzeug landete um 06:30 Uhr Ortszeit (08:30 Uhr MEZ) sicher auf dem Flughafen Lajes auf der portugiesischen Insel Terceira. Der Flugplatz, offiziell als Base Aérea das Lajes bezeichnet, ist eine portugiesische Militäreinrichtung, die auch planmäßigen zivilen Flugverkehr abwickelt. Aufzeichnungen von Flightradar24 bestätigten, dass der Großraumjet ohne Warteschleifen direkt zur Inselpiste hinabstieg. Alle 222 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder verließen die Boeing 777 über reguläre Flugzeugtreppen und Passagiergates, ohne Notrutschen zu aktivieren. Vor Ort wurden für sechs Personen – fünf Passagiere und ein Flugbegleiter – vorsorgliche medizinische Untersuchungen durchgeführt. Das medizinische Personal behandelte vorübergehende Beschwerden wie Übelkeit, Augenreizungen und Kopfschmerzen und stellte fest, dass keiner der Betroffenen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
- Passagiere
- 222 Personen
- Besatzungsmitglieder
- 16 Personen
Rückholaktion und Flugausfälle
Die Swiss-Leitung organisierte die Logistik, um alle 222 Reisenden noch am selben Tag in die Schweiz zurückzubringen. Der Chief Operating Officer der Swiss, Oliver Buchhofer, sagte am Dienstag in Zürich vor Journalisten, dass das Unternehmen am Nachmittag ein Ersatzflugzeug nach Terceira entsandt habe. Der Ersatzflug sollte die Passagiere und die Besatzung abholen und um 22:15 Uhr Ortszeit in Zürich landen. Der Einsatz des zusätzlichen Flugzeugs erzwang die Streichung des Fluges LX8 von Zürich nach Chicago am Dienstag sowie dessen planmäßigen Rückflug in die Schweiz. Swiss bestätigte, dass der Kundendienst daran arbeite, die von den gestrichenen Transatlantik-Umläufen betroffenen Passagiere auf alternative Flüge umzubuchen.
Hoffentlich sind wir heute Abend wieder bei unseren Gästen.
Flugzeuginspektion und jüngste Umleitungen
Ein spezialisiertes Team von Swiss-Technikern begann auf Terceira mit einer umfassenden mechanischen Inspektion der am Boden befindlichen Boeing 777-300ER, um die chemische Quelle zu identifizieren. Vertreter der Fluggesellschaft gaben keine vorläufigen Theorien zum Ursprung des Geruchs ab und erklärten, dass offizielle Schlussfolgerungen von der abgeschlossenen technischen Überprüfung abhängen. Die Umleitung ist innerhalb eines Monats die dritte außerplanmäßige Landung eines Swiss-Langstreckenflugs nach Meldungen von Rauch oder fremden Gerüchen in der Kabine. Am 27. Juli wurde ein Swiss-Flug von Zürich nach New York in den US-Bundesstaat Maine umgeleitet, als ein zerdrücktes Kopfhörer-Ladecase in einem Sitzmechanismus eine Lithium-Ionen-Batterie überhitzte und Rauch erzeugte. Eine weitere Umleitung ereignete sich unter ähnlichen Umständen am 9. August.


