
SVP eröffnet Nachfolgeregelung im Bundesrat – Natalie Rickli prüft Kandidatur für Guy Parmelins Sitz
Nach dem Rücktrittsentscheid von Bundesrat Guy Parmelin hat die Schweizerische Volkspartei eine Kandidatenfrist bis zum 23. Oktober 2026 gesetzt. Die Zürcherin Natalie Rickli und die Genferin Céline Amaudruz gelten als zentrale Figuren.
Parmelins Abgang eröffnet Rennen um die Nachfolge
Bundesrat Guy Parmelin gab am 2. Oktober 2026 bekannt, dass er bei den kommenden Bundesratswahlen nicht mehr antreten wird, und leitete damit die Nachfolgesuche innerhalb der Schweizerischen Volkspartei (SVP) ein. Die Parteileitung hat eine Frist bis zum 23. Oktober 2026 gesetzt, bis zu der interessierte Kandidaten ihre Bewerbungen vor der Parlamentswahl im Dezember einreichen müssen. Nach seiner Ankündigung nannte Parmelin öffentlich drei Personen als mögliche Nachfolger: die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz, die St. Galler Ständerätin Esther Friedli und die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli. Die öffentliche Empfehlung stiess parteiintern auf Kritik, unter anderem beim Schaffhauser Ständerat Hannes Germann, der argumentierte, ein scheidendes Mitglied der Exekutive solle sich bei der Kandidatensuche neutral verhalten.
Es ziemt sich für einen Bundesrat nicht besonders, Kandidaten für die Nachfolge zu empfehlen.
Weibliche Favoritinnen und parteiinterne Debatte
Die bevorstehende Vakanz hat die Diskussion über die Vertretung von Frauen in der SVP neu entfacht, der einzigen Regierungspartei der Schweiz, die noch nie eine Frau im Bundesrat gestellt hat. Zuletzt stand 2000 eine Frau auf dem offiziellen Nominationsticket der Partei, als die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer gegen Samuel Schmid verlor. Unter den möglichen Kandidatinnen ist Céline Amaudruz seit 2011 im Nationalrat, führte zuvor sechs Jahre lang die Genfer Kantonalpartei und ist derzeit Vizepräsidentin der Bundespartei. Während die Luzerner Nationalrätin Vroni Thalmann erklärte, die individuelle Kompetenz müsse Vorrang vor dem Geschlecht haben, zeigten sich die Basler Grossratspräsidentin Gianna Hablützel-Bürki und die Zürcher Nationalrätin Nina Fehr Düsel optimistisch, dass eine Frau auf das Ticket kommt.
- Die SVP nominiert Rita Fuhrer, die letzte weibliche Kandidatin der Partei auf einem Bundesratsticket
- Guy Parmelin wird in den Bundesrat gewählt
- Natalie Rickli wird in die Zürcher Kantonsregierung gewählt
- Ueli Maurer kündigt seinen Rücktritt aus dem Bundesrat an
- Guy Parmelin kündigt an, nicht mehr kandidieren zu wollen
- Frist für Kandidaten zur Einreichung der Bewerbung für Parmelins Sitz
- Bundesversammlung soll Parmelins Nachfolger wählen
- Kantonale Regierungswahlen in Zürich
Zürcher Regierungswahlen erschweren Ricklis Entscheid
Im Kanton Zürich überschneidet sich die Nachfolgedebatte mit den kommenden kantonalen Regierungswahlen vom 4. April 2027. Natalie Rickli, seit 2019 Zürcher Gesundheitsdirektorin, erklärte am 6. Oktober 2026 auf Instagram, sie nehme sich während eines Herbst-Tauchurlaubs Zeit, bevor sie über eine Kandidatur entscheide.
Ich tauche jetzt buchstäblich ab und werde mich nach den Herbstferien äussern.
Rickli hatte bereits nach der Rücktrittsankündigung von Ueli Maurer am 30. September 2022 auf eine Kandidatur verzichtet und es vorgezogen, im Kantonsamt zu bleiben. Ihr Entscheid hat institutionelles Gewicht, weil vier der sieben amtierenden Zürcher Regierungsräte (Silvia Steiner, Carmen Walker Späh, Ernst Stocker und Jacqueline Fehr) bereits bestätigt haben, dass sie nicht mehr antreten werden. Sollte Rickli in die Landesregierung wechseln, würden fünf von sieben Sitzen gleichzeitig neu besetzt. Der Zürcher SVP-Präsident Domenik Ledergerber erklärte, die Kantonalpartei habe sich auf mehrere Szenarien vorbereitet, und nannte die Nationalräte Thomas Matter, Benjamin Fischer und Gregor Rutz als weitere mögliche Kandidaten aus Zürich.
Als Wirtschaftsmotor und bevölkerungsreichster Kanton gehört die Zürcher Stimme in die Landesregierung.


