
Sumar ersetzt mehr als die Hälfte seiner Führungsspitze – Yolanda Díaz und Lara Hernández gehen
Die spanische Linkspartei Movimiento Sumar wird bei einer außerordentlichen Versammlung am 11. Juli 34 ihrer 65 Führungsmitglieder ersetzen, nachdem Gründerin Yolanda Díaz und Koordinatorin Lara Hernández im Zuge eines toxischen internen Machtkampfs beide aus der Führung ausgeschieden sind.
Führungs-Aderlass
Das höchste Gremium der Partei zwischen den Kongressen, der Grupo Coordinador, wird 34 seiner 65 Mitglieder verlieren – eine Fluktuation von mehr als der Hälfte innerhalb von nur 15 Monaten seit ihrer Wahl. Die einzige Kandidatur für die neue Führung mit dem Namen „Sumar para gobernar“ wurde am Donnerstag eingereicht und wird von den Delegierten auf der Versammlung am 11. Juli abgestimmt.
Ich werde nicht dazu beitragen, kooperieren oder mir einen Raum mit Menschen und einem toxischen Umfeld teilen.
- Bleiben
- 31 Mitglieder
- Gehen
- 34 Mitglieder
Neues Führungsteam
Die Liste wird von der parlamentarischen Sprecherin Verónica Martínez Barbero und der Staatssekretärin für Soziale Rechte Rosa Martínez angeführt. Kulturminister Ernest Urtasun bleibt die wichtigste institutionelle Figur der Partei und ein möglicher künftiger Wahlkandidat. Zu den nicht wiederkehrenden Mitgliedern gehören Yolanda Díaz, die die Partei 2023 gründete und bereits im Juni 2024 als Koordinatorin zurückgetreten war, sowie mehrere Abgeordnete: Txema Guijarro, Agustín Santos, Carlos Martín und Manuel Lago. Ebenfalls ausscheiden werden der Arbeitsstaatssekretär Joaquín Pérez Rey und die Staatssekretärin für Sozialwirtschaft Amparo Merino.
Interner Machtkampf und Belästigungsvorwürfe
Lara Hernández trat am Mittwoch zurück, nachdem eine interne Untersuchung von Beschwerden über Belästigung am Arbeitsplatz gegen sie eingestellt worden war. Sie prangerte eine „Kampagne der Diskreditierung“ und „Lügen und Verleumdungen“ an und erklärte, sie habe „die härteste und schmutzigste Seite der Politik“ erlebt. Yolanda Díaz, die weiterhin Vizepräsidentin der spanischen Regierung ist, distanzierte sich von der Krise, wünschte Hernández „muchísima suerte“ und lehnte weitere Kommentare ab.
Zeitleiste der Krise
- Yolanda Díaz tritt nach schlechten Europawahlergebnissen als Koordinatorin von Movimiento Sumar zurück.
- Sechs Parteifunktionäre reichen Beschwerden wegen Belästigung am Arbeitsplatz gegen Koordinatorin Lara Hernández ein.
- Die interne Untersuchung wird eingestellt, nachdem Zeugen ihre Aussagen zurückziehen.
- Lara Hernández tritt als Koordinatorin zurück und verlässt die Partei mit Verweis auf ein toxisches Umfeld.
- Die einzige Kandidatur für die neue Führung wird eingereicht, angeführt von Verónica Martínez Barbero und Rosa Martínez.
- Die außerordentliche Versammlung wählt die neue Führung.
Wie geht es weiter für Sumar?
Die Partei steht vor einer ungewissen Zukunft: Sie hat keinen klaren Kandidaten für die nächsten Parlamentswahlen, keine territoriale Verankerung und verhandelt über eine neue Wahlkoalition mit Izquierda Unida, Comuns und Más Madrid. Die Versammlung am 11. Juli wird die neue Führung formalisieren, doch tiefe Gräben bleiben bestehen.

