- 2.07.Earhart und Noonan verschwinden auf dem Weg zur Howland-Insel
- 2020Taraia-Objekt erstmals auf Satellitenbildern entdeckt
- 12.10.Team erreicht Nikumaroro nach fünftägiger Seereise
- 19.10.Purdue und Partner berichten, das Objekt sei wahrscheinlich Bäume gewesen; keine Hinweise auf die Electra
Expedition auf Nikumaroro
Ein Team aus 17 Forschern und Technikern, koordiniert vom Archaeological Legacy Institute und der Purdue University, erreichte am 12. Oktober die zu Kiribati gehörende Insel Nikumaroro. Die letzte Etappe legten sie auf dem Seeweg in einer fünftägigen Überfahrt von der kiribatischen Hauptstadt zurück. Raue See und starke Winde hielten die Crew mehrere Tage an Bord, was die Arbeiten an Land verzögerte. Nach der Ankunft untersuchten sie vier Tage lang eine Lagune auf der Taraia-Halbinsel, wo das Objekt 2020 erstmals auf Satellitenbildern zu sehen war.
Um zu prüfen, ob es sich bei dem Objekt um ein Flugzeug handelte, setzte das Team ein Magnetometer zum Nachweis von Eisen und Sonar ein, um unter dem Lagunensediment verborgene Gegenstände zu orten. Das erklärte Ziel war, die Flugzeug-Hypothese vor Ort zu überprüfen.
Was das Team fand
Purdue erklärte, das Taraia-Objekt habe höchstwahrscheinlich aus vielen großen Bäumen bestanden, die auf der Sandzunge der Halbinsel zum Liegen gekommen seien. Als die Forscher eintrafen, war ein Großteil der Trümmer bereits zerfallen und weggespült; übrig blieb ein einzelnes Y-förmiges Segment. Der auf Fotos sichtbare metallische Glanz rührte von einer verhärteten Schicht aus Korallensand, die sich auf dem Holz abgesetzt hatte. Purdue zufolge ist das Objekt bereits auf Fotografien aus dem Jahr 1938 zu sehen. Projektleiter Rick Pettigrew äußerte sich nahe der Fundstelle über die lange Suche.
„Dieses Rätsel beschäftigt uns seit 90 Jahren, und das Rätsel bleibt bestehen.“
Das Verschwinden 1937
Earhart und ihr Navigator Fred Noonan verschwanden 1937 auf dem drittletzten Abschnitt des Versuchs, die Welt zu umfliegen. Earhart war mit ihrer zweimotorigen Lockheed Electra bereits von Kalifornien über Südamerika, Afrika und Asien bis nach Lae in Papua-Neuguinea geflogen. Ihr Flugzeug verschwand auf dem Weg zur Howland-Insel, einer abgelegenen, unbewohnten Koralleninsel rund 644 Kilometer (400 Meilen) von Nikumaroro entfernt, wo sie tanken wollten. Die offizielle Erklärung lautet, die Maschine sei der Treibstoff ausgegangen und sie sei in den Pazifik gestürzt. Eine Theorie besagt, Earhart habe sich unabsichtlich nach Nikumaroro verflogen, sei dort notgewassert und als Schiffbrüchige gestorben.
Umstrittene Beweise
Trotz des negativen Ergebnisses hält Projektleiter Rick Pettigrew es weiterhin für sehr wahrscheinlich, dass Earhart und Noonan Nikumaroro erreichten. Dorothy Cochrane, ehemalige Kuratorin am Smithsonian National Air and Space Museum, sagte, die Insel sei mehr als 15 Mal durchsucht worden, ohne dass es einen gesicherten Beleg dafür gebe, dass das Flugzeug oder die beiden Flieger dort gewesen seien. Pettigrew verwies zudem auf eine Analyse von Knochen aus dem Jahr 2018, die 1940 auf der Insel gefunden worden waren und einer Frau von Earharts Statur gehört haben könnten, sowie auf einen Frauenschuh und Make-up-Artikel aus den 1930er Jahren, die dort entdeckt wurden. Er erwartet, dass die Frage irgendwann geklärt wird.
„Ich denke, irgendwann wird hier jemand schlüssige Beweise finden.“
Wie es weitergeht
Pettigrew sagte, das Team habe sein Ziel erreicht, die Natur des Objekts zu klären. Purdue hat angekündigt, die Suche nach dem Flugzeug fortzusetzen. Die Ergebnisse der Expedition lassen die zentrale Frage nach Earharts Schicksal nach 89 Jahren unbeantwortet.