
Deutsche Bahn verschiebt Stuttgart-21-Eröffnung auf Ende 2031 – fünf weitere Baujahre
Das seit Langem verzögerte Bahnprojekt Stuttgart 21 wird erst Ende 2031 eröffnen, teilte die Deutsche Bahn dem Bundestags-Verkehrsausschuss mit. Damit verschiebt sich der Starttermin um fünf Jahre gegenüber dem bereits aufgegebenen Zieltermin 2026.
Der neue Zeitplan
Die Deutsche Bahn hat die Eröffnung des unterirdischen Durchgangsbahnhofs Stuttgart 21 offiziell auf Ende 2031 verschoben. Das teilten Vertreter der Bahn am 24. Juni 2026 dem Bundestags-Verkehrsausschuss mit. Die Verzögerung kommt fünf Jahre hinzu zu einem Projekt, das ursprünglich 2019 hätte eröffnen sollen, als 2009 die Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet wurde. Der Bau begann 2010, der Eröffnungstermin wurde immer wieder nach hinten verschoben. Das letzte Ziel, eine Teilinbetriebnahme im Dezember 2026, wurde im November 2025 nach aufgetretenen Digitalisierungsproblemen gestrichen. Bahnchefin Evelyn Palla ordnete daraufhin eine umfassende Überprüfung an, deren Ergebnis der Termin 2031 ist.
Die Probleme haben mich erschüttert.
Gründe für die Verzögerung
Vertreter der Bahn nannten während der Ausschusssitzung mehrere technische Hürden. Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, des ersten vollständig digitalisierten Knotens in Deutschland, habe sich als weitaus anspruchsvoller erwiesen als erwartet. Die Planungsprozesse hätten nicht die nötige Reife gehabt, und Medienberichten zufolge müssen Kabel teilweise neu verlegt werden. Ein Technikgebäude entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen, und sowohl die Steuerungstechnik als auch die Stromversorgung müssten überarbeitet werden. Ein neues Notstromkonzept sei ebenfalls erforderlich.
Auswirkungen für Fahrgäste
Fahrgäste in Stuttgart müssen weitere fünf Jahre mit provisorischen Regelungen rechnen. Lange Umwege um die zentrale Baustelle herum zu den Fernverkehrsgleisen bleiben bestehen, obwohl 2027 eine Abkürzung über das Dach des neuen Bahnhofs in Betrieb gehen soll. Häufige Streckensperrungen, Ersatzverkehr mit Bussen und Zugausfälle werden anhalten. Die Gäubahn-Verbindung nach Zürich muss einige Monate vor Eröffnung des neuen Bahnhofs unterbrochen werden, der geplante Pfaffensteigtunnel über den Flughafen soll jedoch im Dezember 2033 in Betrieb gehen und verkürzt die Unterbrechung im Vergleich zu früheren Plänen. Die S-Bahn-Verlängerung mit der neuen Haltestelle Mittnachtstraße wird für 2032 erwartet.
Kostenexplosion
Die Finanzierungsvereinbarung von 2009 deckelte die Kostenverteilung auf gut 4,5 Milliarden Euro. Die letzte offizielle Schätzung lag bei rund 11,3 Milliarden Euro, und die fünfjährige Verzögerung dürfte diese Summe deutlich in die Höhe treiben. Ein Gerichtsurteil verpflichtet die Deutsche Bahn, alle zusätzlichen Kosten allein zu tragen.
- Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet, Eröffnung für 2019 geplant
- Baubeginn
- Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm eröffnet
- Teilinbetriebnahme für Dezember 2026 abgesagt; umfassende Überprüfung eingeleitet
- Neuer Zieltermin für die Eröffnung des unterirdischen Durchgangsbahnhofs
- Pfaffensteigtunnel soll eröffnet werden und die Gäubahn über den Flughafen wieder anbinden
Ein vollständig digitaler Bahnknoten
Stuttgart 21 ist der Kern des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm, zu dem auch die 2022 eröffnete Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm gehört. Der neue unterirdische Bahnhof wird den bisherigen Kopfbahnhof durch einen Durchgangsbahnhof ersetzen, und der gesamte Knoten wird ausschließlich mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Klassische Lichtsignale werden im Stuttgarter Knoten nirgends installiert.


