Gletscherabbruch löst Sturzfluten in Nepal und Tibet aus – 392 Tote
Ein mutmaßlicher Gletscherabbruch an der Grenze zwischen Nepal und Tibet löste schnelle Schlammlawinen aus, die durch Flusstäler fegten, Infrastruktur zerstörten und über 1.400 Vermisste hinterließen.
Plötzliche Flutwelle an der Himalaya-Grenze
Eine gewaltige Flut aus Wasser, Schlamm und Geröll fegte am Morgen des 26. August 2026 durch die Täler auf beiden Seiten der nepalesisch-tibetischen Grenze. Die chinesischen Behörden meldeten zunächst einen Erdrutsch, während nepalesische Beamte von Sturzfluten sprachen. Der United States Geological Survey deutete darauf hin, dass ein Gletscherabbruch nahe der tibetischen Seite die Flut ausgelöst habe, wobei die heftige Freisetzung fälschlicherweise als ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 um 08:37 Uhr Ortszeit registriert wurde. Die Wassermassen ergossen sich durch das Tal des Trishuli im Distrikt Nuwakot und das Bhotekoshi-Tal östlich von Kathmandu und überschwemmten Baustellen von Staudämmen und Siedlungen.
Hilfsteams beschrieben schnelle Flutwellen, die die Gemeinden an den Flussufern innerhalb von Minuten überwältigten. Santosh Pandey, ein humanitärer Mitarbeiter von Oxfam in Nepal, schilderte die Bedingungen, denen die Feldteams ausgesetzt sind.
Ganze Nachbarschaften sind unter Schlamm begraben, und die Rettungsteams arbeiten weiter. Das Wasser stieg in einer halben Stunde um neun Meter. Was wir bisher sehen, ist nur das, was wir erreichen können.
Opferzahlen und Vermisste in Nepal und Tibet
Bis Donnerstagabend, den 27. August, beliefen sich die offiziellen Angaben auf 392 Tote, darunter 389 in Nepal und drei in der Autonomen Region Tibet. Schätzungsweise 1.400 bis 1.500 Menschen werden in den betroffenen Gebirgskorridoren vermisst. Unter den Vermissten befinden sich über 500 ausländische Staatsbürger, 127 nepalesische Staatsbürger, die im Ausland leben und zu Besuch waren, sowie 85 Angehörige von Sicherheits- und Zollkräften.
- Ein mutmaßlicher Gletscherabbruch löst eine Flut aus, die als seismisches Ereignis der Stärke 5,2 registriert wird.
- EU-Kommissarin Hadja Lahbib kündigt eine Million Euro an EU-Soforthilfe an.
- Hilfsorganisationen entsenden Teams, während die Todeszahl 392 erreicht und 1.400 vermisst werden.
- Portugal bestätigt Suchbemühungen nach drei vermissten Staatsbürgern angesichts regionaler Kommunikationsausfälle.
Portugal bestätigte, dass drei seiner Staatsbürger vermisst werden, darunter zwei Geschwister, nachdem ein vierter portugiesischer Staatsbürger in der Nähe der tibetischen Grenze wohlbehalten aufgefunden wurde. Der portugiesische Außenminister Paulo Rangel erklärte, dass unterbrochene Kommunikationsverbindungen die Statusabfragen im Katastrophengebiet erschweren.
In den betroffenen Gebieten gibt es große Probleme mit der Stromversorgung und der Kommunikation.
- Nepal
- 910
- Tibet
- 558
Zusammenbruch der Infrastruktur und abgeschnittene Dörfer
Die Katastrophe unterbrach Verkehrswege, Stromnetze und Mobilfunknetze im gesamten Norden Nepals und schnitt ganze Siedlungen wie Sole in Nuwakot von der Außenwelt ab. In Sole konnten nach Angaben der Anwohnerin Bidhya Rajput nur vier oder fünf Bewohner in die Berge fliehen, bevor der Trishuli-Fluss das Dorf überschwemmte. Die Nuwakoter Oppositionspolitikerin Usha Kiran Timsena merkte an, dass die Polizei zwar Hochwasserwarnungen herausgegeben habe, viele Bewohner jedoch nicht mit der Geschwindigkeit und dem Volumen des Wassers gerechnet hätten. Schlammlawinen zerstörten Straßen in Nuwakot, Dhading und Rasuwa, sodass Rettungsaktionen auf Hubschrauber angewiesen waren.
Die Rettungskräfte sind zudem Gesundheitsgefahren durch verschmutztes Hochwasser und nicht geborgene Leichen ausgesetzt. Sérgio Santos, ein Feuerwehrkommandant mit Erfahrung in Katastrophenrettung, warnte vor den Bedingungen bei den Bergungsarbeiten.
Es besteht ein recht hohes Infektionsrisiko für diejenigen, die an diesen Orten arbeiten.
Notrufe und internationale Hilfe
Von der Katastrophe sind nach Angaben von UNICEF schätzungsweise 17.000 Kinder betroffen, 18 Schulen wurden zerstört, 20 weitere Schulen beschädigt und vier Gesundheitseinrichtungen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mindestens 14 Kinder kamen bei der Flut ums Leben. Fast 40.000 Menschen benötigen sofortige Hygienehilfe und Trinkwasseraufbereitung, darunter Tausende von Versorgungspaketen für Kinder unter fünf Jahren.
Als Reaktion stellte die Europäische Union nach Angaben von EU-Kommissarin Hadja Lahbib eine Million Euro sofortige Nothilfe für Gesundheitsversorgung, Nahrung, Wasser und Unterkünfte bereit. UNICEF forderte 17,2 Millionen Dollar von internationalen Gebern zur Finanzierung von Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen, während Nichtregierungsorganisationen wie Oxfam, Save the Children und Ärzte ohne Grenzen Feldteams zur Bereitstellung von Notfallversorgung entsandten.


