
Norddeutschland unter Hitze- und schweren Gewitterwarnungen nach nächtlichen Stürmen mit umgestürzten Bäumen in Oldenburg
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Samstag, den 20. Juni, offizielle Hitze- und Unwetterwarnungen für weite Teile Norddeutschlands herausgegeben, nachdem nächtliche Stürme orkanartige Böen gebracht und in Niedersachsen Dutzende Einsätze wegen umgestürzter Bäume ausgelöst hatten.
Flächendeckende Hitzewarnungen
Fast ganz Norddeutschland steht am Samstag unter einer starken bis extremen Hitzebelastungswarnung. Die Lufttemperaturen sollen in der Region Hannover und Hildesheim 35 °C erreichen, in Hamburg 32 °C und in Teilen des südwestlichen Niedersachsens bis zu 36 °C. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Gebiete wie Göttingen, das Emsland, Hameln, Holzminden und Osnabrück die zweithöchste Hitzewarnstufe ausgegeben. Die Küstenstreifen entgehen der schlimmsten Hitze: auf den Inseln um die 24 °C, auf Helgoland 22 °C.
Es wird nicht heißer, aber die gefühlte Temperatur steigt, weil die Luftfeuchtigkeit das Schwitzen unterdrückt und die körpereigene Kühlung fast zum Erliegen kommt.
Der Meteorologe Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum verglich das Gefühl mit einem Saunaaufguss und riet, viel Wasser zu trinken, auf Alkohol und Zucker zu verzichten und es in den heißesten Nachmittagsstunden zwischen 16:00 und 18:00 Uhr ruhig angehen zu lassen.
- Helgoland
- 22 °C
- Dänisches Grenzgebiet
- 27 °C
- Hamburg
- 32 °C
- Mecklenburg-Vorpommern (Binnenland)
- 32 °C
- Hannover
- 35 °C
Sturmschäden in der Freitagnacht
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni zogen schwere Gewitter über Nord- und Westniedersachsen hinweg und lösten Dutzende Feuerwehreinsätze aus. Allein im Großraum Oldenburg rückte die Feuerwehr 75 Mal aus, fast ausschließlich wegen umgestürzter Bäume. Auch aus dem Emsland und Papenburg wurden mehrere Vorfälle aufgrund von Starkregen gemeldet. Verletzte gab es nicht. Der DWD hatte für die Nacht eine vorab Unwetterwarnung herausgegeben.
Gewitterrisiko am Samstag
Eine heiße und feuchte Luftmasse mit nur schwachen Druckgradienten begünstigt am Samstag ein erhöhtes Schauer- und Gewitterrisiko. Zunächst werden die Gewitter voraussichtlich vom zentralen Bergland bis in die Küstenregionen entstehen und örtlich Starkregen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde, Sturmböen von 70 bis 85 km/h (8–9 Beaufort) und kleinen Hagel bringen. Vereinzelte Unwetter sind nicht auszuschließen, mit Starkregen von 40 l/m² in kurzer Zeit.
- Gewitterkomplex aus dem Südwesten bringt orkanartige Böen bis 105 km/h, 3 cm Hagel und 30 l/m² Regen nach Niedersachsen und Bremen.
- Schwere Gewitter treffen Nord- und Westniedersachsen; Oldenburger Feuerwehr verzeichnet 75 Einsätze wegen umgestürzter Bäume.
- Hitzewarnungen bleiben für den größten Teil des Nordens aktiv; hohe Luftfeuchtigkeit schafft saunaähnliche Bedingungen.
- Gewitter entwickeln sich vom zentralen Bergland bis zu den Küsten, ziehen ostwärts mit Starkregen, Böen bis 85 km/h und Hagel.
- Gewitter können sich weiter östlich verstärken; Unwetterrisiko in Mecklenburg-Vorpommern und östlichen Landkreisen.
- Schauer und Gewitter klingen in Norddeutschland allmählich ab.
- Kühlere, trockenere Luft trifft ein; Süden bleibt bewölkt mit möglichen Schauern, Temperaturen 21–31 °C.
Im weiteren Nachmittagsverlauf soll sich die Aktivität verstärken und ostwärts verlagern, was die Wahrscheinlichkeit von vereinzelten schweren Gewittern in Mecklenburg-Vorpommern und östlichen Landkreisen erhöht. In Mecklenburg-Vorpommern sind Sturmböen bis 80 km/h, Hagel und Starkregen von 15 bis 25 l/m² möglich, mit vereinzelten Mengen von 40 l/m². Hamburg und Schleswig-Holstein werden voraussichtlich nur noch wenige verbleibende starke Gewitter sehen, und die Aktivität sollte im Laufe des Tages nachlassen.
Sonntag bringt etwas Entspannung
Bis Sonntag, den 21. Juni, bessern sich die Bedingungen deutlich. Im Norden wird es sonnig und meist trocken, mit Temperaturen, die in Schleswig-Holstein und Hamburg auf 22 bis 27 °C zurückgehen, und an der Küste um die 21 °C. Über dem südlichen Niedersachsen bleibt der Himmel meist stark bewölkt, und weitere Schauer oder Gewitter sind möglich, mit Höchstwerten von bis zu 31 °C. Bremens Gesundheitssenator rief die Bewohner dazu auf, körperliche Anstrengungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und niemals Kinder, gebrechliche Menschen oder Haustiere in geparkten Fahrzeugen zurückzulassen.


