
CHE-Studie: 27,9 % der deutschen Studierenden leben bei den Eltern – regionale Unterschiede groß
Eine bundesweite CHE-Befragung von über 87.000 Studierenden ergibt, dass 27,9 % noch bei den Eltern wohnen, während private Wohnungen und Wohngemeinschaften fast ebenso verbreitet sind. Die regionalen Unterschiede sind eklatant: von 42,8 % im Saarland bis zur Vorliebe fürs Alleinmieten in Sachsen.
Bundesweite Wohn-Trends
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh befragte in den vergangenen drei Wintersemestern mehr als 87.000 Studierende in ganz Deutschland. Die am 16. Juli 2026 veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass 27,9 % der Studierenden bei ihren Eltern wohnen – ein leichter Rückgang um 0,5 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung von 2023, womit ein jahrelanger Aufwärtstrend gebrochen ist. Private Mietwohnungen sind mit 27,8 % (plus 1,3 Punkte) inzwischen fast ebenso verbreitet. Wohngemeinschaften (WGs) beherbergen 24,8 % der Studierenden (minus 1,4 Punkte), während Studentenwohnheime 15,2 % ausmachen. Das „Hotel Mama“ bleibt die häufigste Wohnform, doch der Vorsprung vor dem privaten Mietmarkt ist auf nur noch 0,1 Punkte geschrumpft.
- Bei den Eltern
- 27.9 %
- Private Wohnung
- 27.8 %
- Wohngemeinschaft (WG)
- 24.8 %
- Studentenwohnheim
- 15.2 %
Geschlechterunterschied
Männliche Studierende bleiben deutlich häufiger im Elternhaus: 32 % tun dies, verglichen mit knapp 24 % der Studentinnen. Die CHE-Daten liefern keine Erklärung für diese Diskrepanz, die jedoch in allen Bundesländern konsistent ist.
Ein Land der regionalen Extreme
Die bundesweiten Zahlen verbergen starke Unterschiede. Das Saarland hat den höchsten Anteil an Studierenden, die bei den Eltern wohnen (42,8 %), gefolgt von Rheinland-Pfalz (32,8 %) und Nordrhein-Westfalen (32,5 %). Am anderen Ende der Skala leben nur 17,6 % der sächsischen Studierenden zu Hause; stattdessen mieten 31,2 % eine private Wohnung, die dort die beliebteste Option ist. Thüringen führt beim WG-Wohnen (33,2 %), und Mecklenburg-Vorpommern liegt beim privaten Mieten vorn (46,7 %). Die Wohnheimnutzung ist in Brandenburg am höchsten (25,1 %), doch der WG-Anteil ist dort bundesweit am niedrigsten (14,8 %). In Niedersachsen sind WGs die häufigste Wohnform (knapp ein Drittel), dicht gefolgt von privaten Wohnungen, während nur etwa ein Fünftel bei den Eltern lebt. Hessen zeigt eine ausgewogenere Mischung: 30,8 % bei den Eltern, 26,2 % in privaten Wohnungen, 25,3 % in WGs und 13,6 % in Wohnheimen. In Nordrhein-Westfalen liegt der WG-Anteil bei knapp über 20 %, deutlich unter dem bundesweiten Wert von 24,8 %, und nur 13,1 % wohnen in Wohnheimen.
- Saarland
- 42.8 %
- Rheinland-Pfalz
- 32.8 %
- Nordrhein-Westfalen
- 32.5 %
- Hessen
- 30.8 %
- Deutschland (gesamt)
- 27.9 %
- Sachsen
- 17.6 %
Entfernung zum Hörsaal
Insgesamt leben 63,2 % der Studierenden in derselben Stadt wie ihre Hochschule, 30,4 % pendeln bis zu 50 Kilometer und 6,4 % legen weitere Strecken zurück. Das CHE stellt fest, dass die Studierenden seit der letzten Erhebung etwas näher an den Campus gezogen sind. Der Anteil der am Hochschulort Lebenden reicht von 88,3 % in Mecklenburg-Vorpommern bis zu nur 43,3 % im Saarland. In Nordrhein-Westfalen leben nur 58,3 % am Hochschulort, deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, während die Werte in Rheinland-Pfalz bei 56,9 % und in Hessen bei 57,2 % liegen.
- Am Hochschulort
- 63.2 %
- Bis zu 50 km
- 30.4 %
- Mehr als 50 km
- 6.4 %
Pendelgewohnheiten
Die Verkehrsmittelwahl variiert mit den Wohnformen. In NRW nutzen 31 % der Studierenden regelmäßig ein Auto oder Motorrad, um zur Hochschule zu gelangen – der zweithöchste Wert nach Rheinland-Pfalz (39,4 %). Zu Fuß gehen und Radfahren sind in NRW seltener als im Bundesdurchschnitt, während die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel etwas höher ist. Die CHE-Erhebung über drei Wintersemester bietet das detaillierteste landesweite Abbild der Wohn- und Mobilitätssituation von Studierenden in Deutschland.

