
FPF-Präsident Proença bezeichnet durchgesickertes Schiedsrichter-Audio als 'verzerrt und aus dem Zusammenhang gerissen' und droht mit rechtlichen Schritten
Pedro Proença, Präsident des Portugiesischen Fußballverbandes, erklärt, dass Aufnahmen, in denen er Schiedsrichter kritisiert und über Rechtsfälle spricht, illegal erlangt wurden und eine Strafanzeige nach sich ziehen werden.
Details der durchgesickerten Aufnahmen
Aufnahmen von Pedro Proença aus Besprechungen vor etwa zwei Jahren tauchten am 28. Juli 2026 in den sozialen Medien auf. Zu dieser Zeit war Proença Präsident der Liga Portugal und kandidierte für den Vorsitz des Portugiesischen Fußballverbandes (FPF). In dem Audio gibt er eine schonungslose Bewertung der portugiesischen Schiedsrichter ab und äußert sich spitz über José Fontelas Gomes, einen ehemaligen Schiedsrichterchef, der heute Vizepräsident der FPF ist.
Die Schiedsrichter sind schwach, sie sind alle sehr schwach. Und man hat drei, vier Typen, die minimal kompetent sind. Der Rest sind sehr schwache Typen.
Ein weiterer Auszug richtet sich direkt an Fontelas Gomes.
Zé ist ein Produkt von Pedro, den Tiago Craveiro irgendwann gezwungen hat, einen Krieg mit mir vorzutäuschen. Erwarte nicht von Zé einen Typen, der so super kompetent ist wie ich. Ach, weil Zé die 12. Klasse hat, er ist ein Typ, der im Blechdosenviertel geboren wurde, sich im Fußball einen Namen gemacht hat.
Proença beruft sich auch auf seine eigene rechtliche Vergangenheit und teilt einem als Fernando Seara identifizierten Besprechungsteilnehmer mit, dass von 32 Vorladungen durch die Kriminalpolizei 27 Fälle von Benfica eingebracht wurden, und warnt ihn, dieses Spiel nicht zu spielen.
Proenças Stellungnahme
Am 29. Juli brach Proença sein Schweigen mit einer schriftlichen Erklärung, die er auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte. Er bezeichnete das Material als „Auszüge aus privaten, informellen, verstümmelten, sorgfältig ausgewählten, verzerrten, unvollständigen und aus dem Zusammenhang gerissenen Gesprächen“, die auf illegale und unmoralische Weise erlangt und veröffentlicht wurden. Er betonte, dass die Gespräche vor mehr als zwei Jahren in einem Vorwahlkontext stattfanden, als er Wahlkampf betrieb, und dass die geäußerten Ansichten später in sein Wahlprogramm und den strategischen Plan der FPF für 2024–36 eingeflossen seien.
Ich behalte mir das Recht vor, nicht nur die absichtlich aus dem Zusammenhang gerissene Form, in der sie präsentiert werden, sondern auch den Zeitpunkt ihrer Offenlegung in Frage zu stellen, und lade alle ein, ernsthaft darüber nachzudenken.
Proença bestätigte, dass er alle verfügbaren rechtlichen Schritte gegen diejenigen einleiten werde, die, wie er sagte, „auf illegale und feige Weise zur Erlangung und späteren öffentlichen Offenlegung“ der Aufnahmen beigetragen haben.
Reaktionen von Rivalen und Schiedsrichtern
Nuno Lobo, der bei den FPF-Wahlen 2025 gegen Proença antrat und mit 75 % zu 25 % verlor, meldete sich schnell zu Wort.
Die Leute kennen mich bereits. Ich habe immer für sauberen und transparenten Fußball gekämpft. Aber nach dem, was wir sehen, haben Fäulnis und Zynismus weiterhin die Oberhand. Ich werde diese traurige Seifenoper nicht aufhören zu verfolgen.
Der Portugiesische Schiedsrichterverband (APAF) hatte bereits am Dienstag Überraschung und Besorgnis geäußert und Proença aufgefordert, den Kontext, Inhalt und Beweggrund der Äußerungen zu klären. Am Mittwochmorgen lud Proença APAF-Präsident José Borges und die Schiedsrichter des Landes zu einem Treffen ein, zu dem die Schiedsrichter nicht erschienen.
Was als Nächstes passiert
Proenças Erklärung bestreitet nicht die Echtheit der Aufnahmen. Indem er sie als verzerrte Fragmente privater Gespräche darstellt und rechtliche Schritte ankündigt, lässt er die unmittelbare Kontroverse ungelöst, signalisiert aber, dass er vor Gericht zurückschlagen will. Die FPF hat über die Vier-Punkte-Erklärung hinaus keine weiteren Kommentare abgegeben.
- Pedro Proença
- 75 %
- Nuno Lobo
- 25 %
- Proença macht private Bemerkungen über Schiedsrichter und Rechtsfälle während Vorwahlbesprechungen für die FPF-Präsidentschaft.
- Audioaufnahmen werden in sozialen Medien durchgesickert; APAF fordert Klarstellung.
- Proença veröffentlicht eine Erklärung, in der er das Leck als illegal anprangert, seinen Zeitpunkt in Frage stellt und mit rechtlichen Schritten droht.


