
Berlins Regierender Bürgermeister fordert schärferes Versammlungsrecht nach Aschura-Demo mit gefesselten Kindern
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner will das Versammlungsgesetz der Stadt verschärfen, nachdem bei einer Aschura-Prozession „Tod den Ungläubigen“ gerufen und eine Nachstellung mit zusammengebundenen Kindern gezeigt wurde.
Die Aschura-Demonstration
Am Wochenende sorgte ein schiitischer Trauerzug mit dem Titel „Aschura-Marsch“ in Berlin für Empörung. Die als Solidaritätskundgebung für unterdrückte Menschen weltweit angemeldete Demonstration beinhaltete eine theatralische Darstellung der historischen Entführung von Frauen und Kindern. Nach Polizeiangaben wurden dabei Kinder bei 40 Grad Celsius zusammengebunden. Ein Polizeiführer untersagte die Darstellung sofort, die Aufführung wurde gestoppt. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) bezeichnete die Veranstaltung als islamistisch und stellte fest, dass die Teilnehmer mit Ikonen des islamistischen Terrorismus identifizierten.
Wegner verurteilt Gesetz von 2021
Kai Wegner, der CDU-Spitzenkandidat und Regierende Bürgermeister von Berlin, nutzte den Vorfall, um eine Überarbeitung des Berliner Versammlungsgesetzes zu fordern. In einer Erklärung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte Wegner, die aktuellen Regeln, die 2021 von einer Koalition aus SPD, Grünen und Linken verabschiedet wurden, seien ein Fehler. Er argumentierte, dass das Versammlungsrecht nicht diejenigen schützen dürfe, die Aufstachelung oder Gewaltverherrlichung skandieren.
Eine Versammlungsfreiheit, die islamistische oder antisemitische Hetze und Scheinhinrichtungen auf unseren Straßen schützt, ist kein Fortschritt, sondern ein Fehler im Gesetz von SPD, Grünen und Linken aus dem Jahr 2021.
Wer ‚Tod den Ungläubigen‘ skandiert oder Gewalt verherrlicht, kann sich nicht auf ein Grundrecht berufen – er missbraucht es.
Forderung nach Wiedereinführung der „öffentlichen Ordnung“
Wegner will das Konzept der „öffentlichen Ordnung“ wieder in das Berliner Versammlungsgesetz aufnehmen. Die Reform von 2021 hatte dieses Instrument gestrichen, und Wegner sagt, die Versammlungsbehörde brauche es zurück, um Auflagen zu erlassen oder Versammlungen zu verbieten, bevor sie stattfinden, anstatt sich auf langwierige strafrechtliche Beweissammlungen zu verlassen. Er warnte, dass ohne strengere Regeln extremistische Parolen ungehindert verbreitet würden, sogar unter Kindern.
Politischer Stillstand
CDU und SPD, die beiden Regierungsparteien in Berlin, hatten ursprünglich geplant, das Versammlungsgesetz zu überarbeiten, aber die Verhandlungen stockten. Die SPD hat angekündigt, dass vor der Abgeordnetenhauswahl im September keine Entscheidung getroffen wird. Damit bleibt die Version von 2021 trotz der Ereignisse am Wochenende in Kraft.


